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Di., 02.05.2017

Paderborn will keinen weiteren Stoff für die Absturz-Story liefern Der Klassenerhalt ist greifbar

Der Torschütze geht voran:  Aykut Soyak und seine Mitspieler feiern den Paderborner  1:0-Sieg mit den Fans.

Der Torschütze geht voran: Aykut Soyak und seine Mitspieler feiern den Paderborner 1:0-Sieg mit den Fans. Foto: Besim Mazhiqi

Von Peter Klute

Paderborn (WB). »Der Absturz des SC Paderborn«. Der eine oder andere mag sarkastische Züge bei einem  Autor vermuten, der sich eines Themas mit diesem Titel annimmt.

Ein in Köln lebender freier Journalist aus England, der diverse Medien auf der Insel bedient, machte sich am Freitag mit eben diesem Ansinnen    auf ins Südstadion, um sich das Drittliga-Duell zwischen der dort ansässigen  Fortuna und dem SCP anzusehen.

Um weiteren Stoff für seinen Artikel zu sammeln, liebäugelte er mit einer Niederlage der Gäste, denn einen direkten Durchmarsch von der 1. Bundesliga bis in die Niederungen der Regionalliga hat es in Deutschland noch nie gegeben. Eine Story von internationalem Interesse. Für den einst umjubelten Bundesliga-Neuling aus Ostwestfalen allerdings mit umgekehrten Vorzeichen.

Doch einer möchte das nicht lesen und  lieferte ein treffliches Argument. Aykut Soyak bescherte dem SCP mit seinem späten Traumtor zum 1:0 in der 88. Minute den zweiten Sieg in Folge und nach fast zwei Monaten wieder den Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Der Dreier wurde am Samstag noch wertvoller, denn durch das 0:0  von Werder Bremen II  in Großaspach bleibt  Paderborn drei Spieltage vor Schluss über dem Strich. Davor sind Erfurt und nun auch Köln in Reichweite.

Krösche bremst

Nach einer völlig verkorksten Saison ist der Klassenerhalt wieder greifbar, doch Geschäftsführer Sport, Markus Krösche, warnt vor zu großer Euphorie: »Das war ein ganz guter Spieltag für uns und wir haben es jetzt selbst in der Hand. Aber mehr ist nicht passiert.«

Coach Steffen Baumgart formuliert es ähnlich: »Wir haben  Druck auf die Konkurrenz aufgebaut, aber wir müssen vorsichtig sein. Das ist nur eine Momentaufnahme.« Paderborns dritter Übungsleiter in dieser Saison hat nach drei Spielen eine Weiße Weste.

Mit dem Finaleinzug im Westfalenpokal und sechs Punkten in der Meisterschaft verbuchte er das Maximum. Mehr geht nicht. Aber Achtung, auch Vorgänger Stefan Emmerling startete im Dezember mit zwei Siegen.

Baumgart der Glücksbringer?

Doch mit Baumgart scheint das Glück nach Paderborn zurückgekehrt zu sein. Gegen Lotte bekam der SCP einen umstrittenen Elfmeter, in Köln gab es drei Punkte, obwohl der dürftigen Leistung entsprechend schon ein Unentschieden eine üppige Ausbeute gewesen wäre.

Zumal die Gäste nach der Ampelkarte für Kapitän Tim Sebastian 20 Minuten in Unterzahl waren und in der zweiten Hälfte nur ein Mal aufs Tor schossen. Es war ein gewisser Aykut Soyak kurz vor Schluss.

Was Zlatko Dedic zu dieser Aussage veranlasste: »Glück und Pech gleichen sich in einer Saison immer aus. So einen Moment haben wir gebraucht. Aber wir müssen weitermachen.«

Mit Leistung noch nicht zufrieden

Baumgart räumte ein: »Wäre das Spiel 0:0 ausgegangen, hätte keiner darüber gesprochen, ob das Ergebnis verdient oder unverdient gewesen wäre.«  Dem erkälteten Coach war, kurz nach Spielende, die Anspannung im Abstiegskampf  mehr anzumerken  als die Freude über den späten Sieg. Wohl wissend, dass das Ergebnis mehr als gestimmt hatte, die Leistung nicht. »Wir haben nicht viel von dem umgesetzt, was wir wollten«, gab er zu.

Da muss in den letzten drei Partien gegen Zwickau, Münster und Osnabrück mehr kommen. Der SCP spielte ängstlich und verkrampft, darüber konnte der Sieg nicht hinwegtäuschen. Doch der Optimismus überwog: »Wir sind auf einem sehr guten Weg«, sagte  Marc Vucinovic, Held Soyak ist überzeugt davon, »dass wir das durchziehen«.

Dieser Meinung sind natürlich auch die SCP-Fans. »Wir steigen niemals ab«, sangen sie. Der englische Pressevertreter wird sich für seine Geschichte  etwas anderes wünschen.

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