>

Sa., 20.05.2017

Marc Vucinovic erwartet das vierte »Finale« mit dem SC Paderborn – Samstag in Osnabrück Der Endspiel-Experte

Auch am Ende der vierten Saison im SCP-Trikot erwartet Marc Vucinovic ein Finale. Diesmal geht es in Osnabrück um alles.

Auch am Ende der vierten Saison im SCP-Trikot erwartet Marc Vucinovic ein Finale. Diesmal geht es in Osnabrück um alles. Foto: dpa

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Der SC Paderborn und der letzte Spieltag einer Saison – das ist ein ganz spezielles Verhältnis. Am Samstag (13.30 Uhr) in der Partie beim VfL Osnabrück geht es für den SCP schon zum vierten Mal in Folge um furchtbar viel.

Während andere Mannschaften zum Abschluss eine schmackhafte Südfrucht untereinander ausspielen, steht der SC Paderborn stets unter Druck. 2014 wurde am 34. Spieltag mit einem 2:1-Sieg gegen den VfR Aalen der Erstliga-Aufstieg perfekt gemacht. Ein Jahr später misslang gegen den VfB Stuttgart (1:2) der Versuch, den sofortigen Wiederabstieg zu vermeiden. Im Vorjahr war nach dem 0:1 gegen den 1. FC Nürnberg der nächste Abstieg beschlossene Sache. Nun gilt’s, den abstrusen Absturz in Liga vier zu unterbinden.

Vier Finals, viermal Hochspannung. Einer, der die Situation in Paderborn gar nicht anders kennt, ist Marc Vucinovic, 2013 mit Coach André Breitenreiter von Regionalligist TSV Havelse zum SCP gewechselt. »Seit ich hier bin, gab es noch keine einzige ruhige Saison. Es ging immer hoch her«, sagt der 28-Jährige mit der 100-prozentigen Krimi-Quote. Neben ihm sind mit Lukas Kruse und Thomas Bertels nur zwei durchgehend treue Akteure im Kader, die im Mai 2014 den Bundesliga-Aufstieg feierten und im Mai 2017 die Viertklassigkeit vor Augen haben.

Drei Abstiege in Folge: Fußball-Geschichte

Gegen Aalen ging die Geschichte damals auch dank des Vucinovic-Treffers zum 1:1 perfekt aus. Gegen Stuttgart allerdings war das Führungstor des gebürtigen Hannoveraners letztlich wertlos, und gegen Nürnberg musste der Mann für die rechte Seite verletzt mitansehen, wie sich seine Teamkollegen vergeblich um den Ligaverbleib bemühten. Jetzt droht die Talfahrt des SCP endgültig einmalige Ausmaße anzunehmen. Der Ex-Erstligist könnte mit drei Abstiegen in Folge ein Stück deutsche Fußball-Geschichte schreiben, das niemand schreiben will. Doch die Ausgangssituation vor dem Auftritt an der Bremer Brücke lässt Vucinovic mit einer dem psychischen Befinden zuträglichen Portion Zuversicht auf die nächsten entscheidenden 90 Minuten blicken: »Gegen Stuttgart und Nürnberg war es so, dass uns im Nachhinein selbst ein eigener Sieg nicht mehr geholfen hätte, wir unser Schicksal nicht in der eigenen Hand hatten. Aber vor dem Spiel gegen Aalen war und vor dem Spiel in Osnabrück ist klar, dass wir Herr der Lage sind. Gewinnen wir, bleiben wir drin. Das ist das viel bessere Gefühl.«

Vor dieser Saison hätte auch »Vuci« die Aussicht, am letzten Spieltag (eventuell) mit Ach und Krach den Ligaverbleib zu sichern, nicht gerade in Begeisterung versetzt. Nun aber ist es so prekär, wie es ist und der Endspiel-Experte verbietet sich und seiner Mannschaft den Blick zurück: »Es würde ziemlich lange dauern, all die Gründe aufzuarbeiten, die zu diesem Saisonverlauf geführt haben. Dafür ist jetzt aber nicht der richtige Zeitpunkt. Wir müssen uns mit allem, was wir haben, auf den VfL Osnabrück konzentrieren.«

Finanzprobleme waren im Team ein großes Thema

Diese Sicht der Dinge präferiert der ausgebildete Bürokaufmann, der noch bis 2018 beim SCP unter Vertrag steht, auch, wenn er auf den beängstigenden Kontostand seines Arbeitgebers angesprochen wird. Die existenziellen Finanzprobleme waren im Team natürlich ein großes Thema, die Spieler können aber nur das beeinflussen, was auf dem Rasen passiert und auf dem Osnabrücker Grün möchte Vucinovic gerne eine ähnliche Rolle einnehmen, wie er sie damals gegen Aalen spielen durfte.

Zwar macht ihm eine Kniereizung zu schaffen, doch die sollte rechtzeitig auskuriert sein. Dann ist der Aufstiegsheld von 2014 auf den Punkt fit und für den Punkt fit. Denn da Kapitän Tim Sebastian verletzt fehlt, ist der Rechtsfuß im Ranking der Elfmeterschützen die Nummer eins. Sollte es einen Strafstoß geben, wäre es der erste, den Marc Vucinovic in einem Pflichtspiel für den SC Paderborn zu schießen hätte. Nervös macht ihn die Aussicht auf einen womöglich folgenschweren Auftritt nicht. Er hat sich schließlich längst daran gewöhnt, dass es für ihn mit dem SCP an einem letzten Spieltag um furchtbar viel geht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4856959?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F