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Fr., 02.06.2017

SCP hat Fehlbetrag »dramatisch reduziert« – 1860 fehlen zehn Millionen Finke: »Bis zur letzten Sekunde«

SCP-Boss Wilfried Finke (links) und Manager Markus Krösche hoffen noch auf die 3. Liga.

SCP-Boss Wilfried Finke (links) und Manager Markus Krösche hoffen noch auf die 3. Liga. Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn/München (WB/en/dpa). Profitiert der sportlich abgestiegene SC Paderborn 07 von den existenziellen Problemen des Ex-Zweitligisten TSV 1860 München oder des Chemnitzer FC und bleibt doch noch Drittligist?

Die endgültige Antwort auf diese Frage ist auch am Freitag noch nicht zu erwarten, aber die Verantwortlichen des Vereins um Präsident Wilfried Finke versuchen bis zum Ablauf der Abgabefrist um 15.30 Uhr alles in ihrer Macht Stehende, um im Fall der Fälle auf einen frei werdenden Platz nachrücken zu dürfen. »Es ist aber auch für uns eine Aufgabe, die bis zur letzten Sekunde dauern wird«, sagt Finke.

Das Paderborner Liquiditätsloch war zwei Millionen Euro groß. Mehr als ein Viertel konnte bis vor einer Woche von Sponsoren und Gönnern gefüllt werden. Die Anhänger tragen mit Großeinkäufen im Fanshop ihren Teil dazu bei, die Summe erheblich zu senken.

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Klar ist, dass wir die ursprüngliche Zahl mittlerweile dramatisch reduziert haben.

SCP-Präsident Wilfried Finke

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Etwa 24 Stunden vor Abgabe der Unterlagen an den DFB sagt Finke: »Ich möchte keine neue Zahl in die Welt setzen, weil die in einer halben Stunde wieder völlig anders aussehen kann, aber klar ist, dass wir die ursprüngliche Zahl mittlerweile dramatisch reduziert haben. Die Tendenz ist eindeutig positiv. Ob es am Ende reicht und der DFB damit zufrieden ist, das vermag ich allerdings noch nicht zu sagen.«

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Wir wissen, dass all das, was wir für die Drittliga-Lizenz tun, prophylaktisch ist und nur Erfolg hat, wenn ein anderer Verein ausfällt.

SCP-Präsident Wilfried Finke

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Vier Jahre ist es her, dass der DFB zum bislang letzten Mal einem Drittligisten die Zulassung verweigerte. Damals profitierte der SV Darmstadt 98 vom Schicksal der Offenbacher Kickers. Der Paderborner Blick geht nach Chemnitz, aber vor allem nach München. »Wir wissen, dass all das, was wir für die Drittliga-Lizenz tun, prophylaktisch ist und nur Erfolg hat, wenn ein anderer Verein ausfällt«, sagt Finke.

Die Löwen teilten am Donnerstag mit, trotz nicht erfüllbarer Forderungen, die Investor Hasan Ismaik an ein weiteres Engagement geknüpft habe, den Profifußball im Verein retten zu wollen. 1860 muss am Freitag bis 15.30 Uhr etwa zehn Millionen Euro aufbringen, um die Zulassung zu erhalten. Die Zeichen stehen auf Insolvenz.

2011 hatte der unberechenbare Milliardär aus Abu Dhabi die »Löwen« noch gerettet. Jetzt liegt die Zukunft wieder in seinen Händen. Doch inzwischen wirkt Ismaik mehr wie ein Erpresser als ein Heiland. Sollte sich Ismaik weigern, muss 1860 in die 4. Liga.

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