>

Fr., 09.06.2017

Paderborn plant mit Großteil des Abstiegskaders – Dedic und Dobros sollen gehen Kein radikaler Schnitt

Sein Vertrag läuft noch bis 2018, seine Zeit beim SCP ist aber abgelaufen: Torjäger Zlatko Dedic.

Sein Vertrag läuft noch bis 2018, seine Zeit beim SCP ist aber abgelaufen: Torjäger Zlatko Dedic. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Am Donnerstag hat der SC Paderborn mit Mittelstürmer Dennis Srbeny vom Berliner Regionalligisten BFC Dynamo (18 Tore, 5 Vorlagen) den zweiten externen Neuzugang präsentiert. Den erwarteten personellen Schnitt wird es bei den Ostwestfalen aber nicht geben.

»Die Schlussphase der Saison hat bewiesen, dass wir einen Kader für die 3. Liga hatten. Die Entwicklung war sehr positiv, am Ende hat sich der SCP sogar als Mannschaft präsentiert«, lobt Trainer Steffen Baumgart und erteilt damit einem radikalen Umbruch eine Absage.

Torhüter Kruse geht

Von den Stammkräften hat sich bislang nur Torhüter Lukas Kruse (Holstein Kiel) entschlossen zu gehen, nach WESTFALEN-BLATT-Informationen ist weiteren Spielern gesagt worden, dass der SCP trotz laufenden Vertrages nicht mehr an einer Zusammenarbeit interessiert ist. Mit dem 24-jährigen Niko Dobros (ausgeliehen an SV Elversberg) trifft es einen relativ jungen Spieler, mit dem 32-jährigen Zlatko Dedic auch einen Altgedienten. Der Vertrag des Bosniers hatte sich nach 31 Einsätzen um zwölf Monate verlängert, ein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit ist nach dessen torloser Rückrunde erloschen.

Paderborns Philosophie ist aber auch eine andere. Jung, schnell und entwicklungsfähig sollen die künftigen SCP-Profis in der Mehrzahl sein. So wie Christopher Antwi-Adjej von der TSG Sprockhövel oder die Eigengewächse Aykut Soyak, Ron Schallenberg, Dardan Karimani, Semir Saric oder Fatih Ufuk. Mit der Mischung aus Talentschuppen und vielen etablierten Drittliga-Profis will Baumgart in der neuen Saison angreifen. Auf dem Rasen mit schnellem Offensivspiel, in der Tabelle mit einem »Blick nach oben«, wie es Baumgart erst schwammig formuliert, dann aber deutlicher sagt: »Wir haben als Absteiger eine Chance bekommen, die nicht alltäglich ist. Jetzt können wir die verbrannte Erde hinter uns lassen und mit erfolgreicher Arbeit verlorenen Kredit zurückgewinnen.«

Baumgart ist mit dem SC Paderborn ungeschlagen

Dass das auch mit den sportlichen Absteigern funktionieren kann, davon ist Baumgart überzeugt. Letzte Zweifel habe seine Elf mit dem Gewinn des Westfalenpokals, nur fünf Tage nach dem Abstieg, beseitigt: »Wir haben tagelang nur Hohn und Spott geerntet. So eine Situation hatte ich nie zuvor erlebt. Aber 99 Prozent der Mannschaft stand wieder auf dem Platz, hat sich gegen Lotte der finalen Aufgabe gestellt und damit Charakter gezeigt.« Baumgart ist mit dem SC Paderborn ungeschlagen. In sieben Pflichtspielen gab es fünf Siege. Auch das sieht der Trainer als Bestätigung seines eingeschlagenen Kurses, der da heißt: aus Fehlern lernen.

Einen der sportlichen Art könnte heute auch offiziell korrigiert werden: Der DFB hat für Freitagmittag angekündigt, die Ergebnisse der Nachlizenzierung bekannt zu geben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4914495?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F