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Mo., 19.06.2017

SCP-Trainer Baumgart über Klassenerhalt, Zugänge und die neue Saison Baumgart: »Die Chance nutzen«

Dickes Lob von Paderborns Trainer Steffen Baumgart: »Unser Verein ist perfekt organisiert.«

Dickes Lob von Paderborns Trainer Steffen Baumgart: »Unser Verein ist perfekt organisiert.« Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn (WB). Am Montagnachmittag (15.30 Uhr, Trainingszentrum) beginnt der SC Paderborn mit der Vorbereitung auf die kommende Saison. Der Absteiger bleibt Drittligist und versucht einen Neuanfang. Neben Manager Markus Krösche ist dafür auch Trainer Steffen Baumgart verantwortlich. Mit ihm sprach Matthias Reichstein.

Herr Baumgart, als Paderborn am 20. Mai abstieg, haben Sie vom kompletten Versagen gesprochen. Dabei sind Sie doch mit der Mannschaft ungeschlagen geblieben.

Baumgart: Ich bin als Trainer immer Teil eines Ganzen. Da kann ich mich nicht rausnehmen und sagen: Ich war erfolgreich, ihr nicht. Mein Ziel war es, sportlich nicht abzusteigen. Das hatten wir verfehlt, jetzt aber noch geschafft. Da hatten wir Glück. Der Lizenzentzug für 1860 München tut mir leid, aber so sind die Regeln.

 

Einspruch. Sportlich wäre es, wenn nicht der Absteiger nachrücken würde, sondern ein Regionalligameister, der in der Relegation gescheitert ist.

Baumgart: Der beste Absteiger bleibt drin. So ist die Regel. Wenn wir bis zum Saisonende nicht die Leistungen gebracht hätten, wären wir nicht Drittletzter geworden. So haben wir noch zwei Vereine hinter uns gelassen, und deshalb ist unser Klassenerhalt ein sportlicher Erfolg. Aber auch ich bin dafür, dass der Regionalligameister aufsteigt. Denn mehr als Meister werden kann man nicht.

Nach dem Abstieg haben Sie sofort signalisiert, auch den Weg in die Regionalliga mitgehen zu wollen. Warum?

Baumgart: Weil ich ein sehr gutes Team hinter dem Team habe. Das fängt bei Zeugwart Bodo Hepp­ner an und hört bei Manager Markus Krösche auf. Dieser Verein ist perfekt organisiert. Jeder, der hier arbeitet, erfüllt seine Aufgaben zu 100 Prozent.  Beim SCP wurde über Jahre hinweg nicht nur in Beine, auch in Steine investiert. Deshalb gehört der Verein zu den besten Adressen.

Mit Asif Saric steigt einer Ihrer Co-Trainer bekanntlich in die 1. Liga auf und wechselt zu Hannover 96. Gibt es Ersatz?

Baumgart: Meine Zusammenarbeit mit Asif war nur kurz, aber außerordentlich gut. Sein Wechsel ist sportlich und menschlich ein Verlust. Für ihn kommt mit Danilo de Souza ein Athletiktrainer, der auch Spiele und Trainingseinheiten analysieren wird.

Leopold Zingerle (23) und Michael Ratajczak kämpfen um die Nummer 1. Spielt im Zweifel der Jüngere?

Baumgart: Nein. Das Duell ist offen. Rata ist ein Führungsspieler, der das auch zeigt. Er hat eine professionelle Einstellung, und so war es auch ein Wunsch von mir, dass er bleibt. Aber Rata ist 35 Jahre alt, seine Zeit läuft ab. Zingerle war dagegen die Nummer 1 in Magdeburg und ist ein Torwart für die Zukunft. Grundsätzlich brauchen wir Spieler, die noch Hunger haben und sich nicht Gedanken darüber machen, ob sie noch ein oder zwei Jahre spielen.

Mit Dennis Srbeny, Timo Mauer, Leon Fesser, Christopher Antwi-Adjei und Zingerle kommen fünf junge Spieler aus unteren Ligen. Welche Rolle trauen Sie Ihren externen Neuen zu?

Baumgart: Da gibt es keine Prognose von mir.  Zunächst zeigen die Verpflichtungen, welchen Weg wir künftig gehen wollen: junge Spieler aus dem unteren Bereich weiterentwickeln. Ich hoffe, dass wir die Chance nutzen und in der Liga eine andere Rolle spielen. Das muss unser Anspruch sein.

Der Mannschaft fehlte ein kreativer Kopf. Ist der am Sonntag verpflichtete Massih Wassey von Borussia Dortmund für diese Rolle Ihre erste Option?

Baumgart: Das weiß ich nicht. Uns fehlte ein Spieler, der den finalen Pass spielen kann. Deshalb haben wir entsprechend gesucht. Massih Wassey hat viele Tore vorbereitet und ist beim BVB strategisch aufgetreten. Mit seinen 28 Jahren ist er auch schon sehr erfahren und einer, der auf dem Platz Verantwortung übernehmen kann. Aber auch Wassey kommt aus der Regionalliga, das dürfen wir nicht vergessen.

Sie haben mit den Spielern, die noch Vertrag haben, in Ihren Planungen aber keine Rolle spielen, gesprochen. Wie werden Sie reagieren, wenn die Spieler bis zum Transferschluss keinen neuen Verein finden?

Baumgart: Bis auf Zlatko Dedic habe ich keinem Spieler klar gesagt, dass ich ihn nicht mehr brauche. Es muss aber auch keiner gehen. Wir respektieren alle laufenden Verträge. Jeder Spieler, der sich der Aufgabe stellen will, ist willkommen. Aber jeder muss auch damit umgehen können, wenn er nicht spielt.

Nur zwölf Heimsiege in drei Jahren sind, neben den drei Abstiegen, auch ein Grund für die miese Stimmung rund um den SCP. Welchen Fußball wollen Sie spielen lassen?

Baumgart: Unser Manager Markus Krösche gewinnt gerne 6:3, ich lieber 3:0. Das ist aber, so glaube ich, der einzige Unterschied zwischen uns. Wer oben mitspielen will, braucht aber die beste Defensivarbeit und nicht den besten Sturm. Ich kann unseren Fans versprechen, dass wir immer an unsere Grenzen gehen werden und jedes Spiel gewinnen wollen.

Lassen Sie den Kapitän wählen?

Baumgart: Nein. Aber jeder Spieler kann drei Namen aufschreiben: Kapitän, Stellvertreter, Mannschaftsrat. In Absprache mit meinem Trainerteam werde ich dann fünf Spieler raussuchen, die den Mannschaftsrat bilden. Daraus wird dann von uns auch der Kapitän bestimmt.

Für Präsident Wilfried Finke wäre alles besser als Platz 10 ein Erfolg. Manager Markus Krösche will ins obere Tabellendrittel. Welches Ziel haben Sie?

Baumgart: Ich bin Angestellter, und wenn meine Chefs diese Ziele vorgeben, bin ich einverstanden

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