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Mi., 28.06.2017

Der neue SCP-Torwart Leopold Zingerle hat schon einiges erlebt Papst, Pep und Paderborn

Leopold Zingerle möchte beim Fußball-Drittligisten SC Paderborn die neue Nummer eins werden.

Leopold Zingerle möchte beim Fußball-Drittligisten SC Paderborn die neue Nummer eins werden. Foto: Patrick Pollmeier

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Die vergangenen Jahre sind für den SC Paderborn so unvergleichlich ungünstig verlaufen, da täte dem Ex-Erstligisten etwas Beistand von oben sehr gut. Vielleicht kann der neue Torwart Leopold Zingerle vermitteln. Der hat zwar den Papst nicht in der Tasche, durfte Franziskus aber schon die Hand schütteln.

Als der FC Bayern München im Oktober 2014 – einen Tag nach dem 7:1-Sieg bei der AS Rom – eine Audienz beim Heiligen Vater erhielt, war auch Zingerle Teil des Champions-League-Kaders, der von Franziskus empfangen wurde. »Ich habe die Hand irgendwann wieder gewaschen, doch das Erlebnis wird für immer zu den absoluten Höhepunkten meines Lebens zählen«, sagt der 23-Jährige.

Auslese bei Bayern überstanden

Seit dem vierten Lebensjahr wird Zingerles Leben vom Fußball dominiert. Mit acht vom TSV Ottobrunn zu den Bayern gewechselt, hat er Saison für Saison die gnadenlose Auslese der Juniorenabteilung des Rekordmeisters überstanden und es mit 18 zum Keeper des Regionalliga-Teams gebracht. Zum Einsatz bei den Profis reichte es nicht, aber in der besagten Serie 2014/2015 war der ehemalige Jugendnationaltorwart so nah dran an Pep Guardiola und den vom Spanier trainierten Stars, wie man nur sein kann.

»Das Verletzungspech von Pepe Reina und Tom Starke war mein Glück. Ich war fast vier Monate lang bei jeder Einheit dabei und habe jede Minute genossen. Es ist unglaublich, welches Niveau die Jungs Tag für Tag abrufen.« Mit den »Jungs« meint der gebürtige Münchener allen voran Manuel Neuer, der ihm den ein oder anderen Tipp gab. Neuer nachzueifern – das hält Zingerle aber nur im Ansatz für machbar: »Manu ist nicht von dieser Welt. So ein Gesamtpaket hat kein anderer zu bieten.«

Andere Wege

Auch der neue SCP-Rückhalt nicht. Er entschloss sich daher im Sommer 2015, nachdem er in neun Bundesliga- und fünf Champions-League-Spielen auf der Bank gesessen hatte, einen anderen Weg zu gehen. Erst verbuchte Zingerle bei Greuther Fürth die Viertliga-Einsätze 51 bis 62, dann feierte er in der Vorsaison im Trikot des 1. FC Magdeburg seine Profi-Premiere, ehe er Stammkraft Jan Glinker (33) in der Rückrunde ganz auf die Ersatzbank verdrängte.

Dass der FCM nun wieder auf Glinker setzt und mit Zingerle nicht verlängern wollte, versteht dieser bis heute nicht. Auch bei dem heute (19.30 Uhr) beim BV Bad Lippspringe antretenden SCP wartet jetzt ein Duell mit einem routinierten Rivalen (Michael Ratajczak/35) auf Zingerle. Aber der Inhaber eines Zweijahresvertrags positioniert sich klar: »Ich bin hier, um die Nummer eins zu werden und einen großen Teil dazu beizutragen, dass der SCP wieder bessere Zeiten erlebt.« Zingerle vertraut seinen Fähigkeiten, hat aber auch gegen etwas Beistand von oben nichts einzuwenden.

Kommentare

Guter Mann!

Guter Mann mit Perspektive! Hätte ihn auch gern in Bielefeld gesehen. - Glückwunsch an Paderborn zu diesem Torwart- Duo!

1 Kommentare

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