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Sa., 05.08.2017

Starker 5:0-Erfolg gegen die SG Sonnenhof Paderborn schießt Großaspach aus der Arena

Ben Zolinski trifft in der ersten Halbzeit gleich doppelt gegen Großaspach.

Ben Zolinski trifft in der ersten Halbzeit gleich doppelt gegen Großaspach. Foto: Besim Mazhiqi

Paderborn (WB/en). In der Vorsaison sportlich abgestiegen, ist der SC Paderborn in dieser Drittliga-Serie bislang nicht zu stoppen. Am Samstag besiegte der SCP die bis dahin ebenfalls noch ungeschlagene SG Sonnenhof Großaspach nach einer beeindruckenden Darbietung mit 5:0 (3:0) und übernahm mit dem dritten Sieg im vierten Spiel sogar die Tabellenspitze. Damit ist das perfekt, was man gemeinhin Traumstart nennt.

Wie erwartet vertraute Baumgart exakt der Startelf, die im Mittelstück der Englischen Woche mit 2:1 bei den Sportfreunden Lotte gewonnen hatte. Diese bewährte Formation hatte im Duell der Ungeschlagenen sofort mehr vom Spiel, war aber zunächst nicht in der Lage, nennenswerte Chancen zu kreieren. Das änderte sich mit der 25. Minute. Nach einem Foul an Sven Michel gab es in zentraler Position Freistoß für den SCP und der Ex-Dortmunder Massih Wassey verwandelte aus 22 Metern sehr sehenswert zum 1:0. Von den Gästen kam auch in der Folgezeit nicht allzu viel, von den Gastgebern das 2:0. Nach blitzgescheiter Vorarbeit von Sven Michel ließ Ben Zolinski Großaspachs Torwart Kevin Broll keine Chance (37.).

Nur 40 Sekunden später hätte Michel selbst auf 3:0 erhöhen können, doch diesmal zeigte sich der SG-Keeper reaktionsschnell genug. Zwei Minuten vor der Pause wehrte Broll auch einen Schuss von Dennis Srbeny ab, aber diesmal direkt vor die Füße Zolinskis, der die Fans doch noch vor der Pause zum dritten Mal jubeln ließ. »Wir spielen absoluten Power-Fußball. Das macht richtig Spaß gerade«, sagte der Doppeltorschütze auf dem Weg in die Kabine. Manager Markus Krösche zeigte sich ebenfalls voll des Lobes: »Wir sind sehr viel in Bewegung, zeigen sehr viel Spielfreude und führen auch in der Höhe verdient.«

Überforderte Württemberger

Die in der Endphase der ersten Hälfte völlig überfordert wirkenden Württemberger brachten zu Beginn des zweiten Durchgangs mit dem Ex-Paderborner Timo Röttger eine zweite Spitze, doch für die Tore sorgten weiterhin ausschließlich die aktuellen Paderborner Offensivkräfte. Der überragende Michel nahm einfach mal aus 28 Metern Maß und stellte per Traumtor gleich auf 4:0 (51.). Srbeny legte das 5:0 (65.) nach und die leidgeprüfte Anhängerschaft skandierte mit Recht: »So was haben wir lange nicht gesehen.« Michel teilte die Begeisterung nach dem Schlusspfiff: »Es ist einfach überragend, wie wir bislang auftreten. Aber wir werden auf dem Boden bleiben und weiterhin nur von Spiel zu Spiel schauen.«

Nach den ersten vier Punktspielen kann der SCP seine Form nun zweimal im Pokal unter Beweis stellen. Erst kommt es am Mittwoch (18.30 Uhr) zum Westfalenpokal-Duell mit Ligarivale Preußen Münster. Und am Montag, 14. August (18.30 Uhr), geht es gegen Zweitligist FC St. Pauli um den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals.

Statistik

Paderborn: Zingerle - Vucinovic, Strohdiek, Schonlau, Herzenbruch - Zolinski, Krauße (76. Wimmer), Wassey, Antwi-Adjei (79. Soyak) - Srbeny (68. van der Biezen), Michel

Großaspach: Broll - Özdemir, Gehring, Leist - Schiek (46. Röttger), Hägele, Bösel, Vitzthum - Sohm (77. Binakaj), Sané (77. Placheta), Gyau

Zuschauer: 5745

Tore: 1:0 Wassey (25.), 2:0 Zolinski (37.), 3:0 Zolinski (43.), 4:0 Michel (51.), 5:0 Srbeny (65.)

Gelbe Karten: Srbeny / -

Kommentare

Ein tolles Spiel gegen überraschend harmlosen Gegner

Schade ist nur, dass dieses Spiel nur 5 700 Zuschauer sahen. Angesichts einer erwachenden Euphorie und stark gesenkten Preisen eine Zahl quasi entsprechend dem Durchschnitt der vergangenen Katastrophensaison.

Das zeigt allerdings, dass die Kampagnen-Führer der letzten Jahre Unrecht hatten, als sie alle für blöd erklärten, die der These widersprachen, dass Preissenkungen durch Ströme an Zuschauern zu Mehreinnahmen führen würden und dass das schließlich schlichte BWL des ersten Semesters sei. Gut, dass die beiden schlimmen Jahre vorbei sind, in denen man meinte, man solle einen Fußballverein wie eine "normales" Wirtschaftsunternehmen führen und "Investitionen" seien automatisch heilsbringend.

Das Problem der letzten beiden Jahre war, dass wir zu keinem Zeitpunkt eine Mannschaft hatten, da Gehaltsgefüge, Kadergröße, Charaktere, Zielsetzungen, Hierarchie und Konstanz zu keinem Zeitpunkt auf unserer Seite waren. Das Gegenteil war der Fall - und zwar zu 100 % hausgemacht.


Was erfreulich ist, dass man wieder Spieler hat, die noch was erreichen wollen. Und da wir wirtschaftlich immer auf Transfererlöse angewiesen sein werden, müssen wir eben Spieler holen, die man später gewinnbringend verkaufen kann. Das ist leider so. Auch wenn es stets schwierig ist, sich von Leistungsträger zu trennen, aber das geht allen Vereinen in Deutschland so - außer Bayern. Wenn unsere Leute gefragt sind, ist das aber besser, als wenn jeder dankend abwinkt. Auf der anderen Seite macht es keinen Sinn, "Reisende" aufzuhalten. Damit macht man die Stimmung und die Leistungsbereitschaft kaputt. Das haben wir leider selbst erfahren müssen. Aus dem Grund sind mir sogar Ausstiegsklauseln lieber als höhere Gehälter.


Ich freue mich auch über den Trainer. Was mich nur immer hellhörig macht, ist, wenn Trainer nach dem 4. Spieltag total gefeiert werden, da man in Paderborn weiß, dass 4 schlechte Spiele die Stimmung schnell ins Gegenteil verkehren. Hier wurde auch ein Effenberg nach zwei Spielen zum Welttrainer erhoben und einem Emmerling wurde genauso schnell attestiert, dass wir mit ihm niemals absteigen würden.


Dabei hängt Wohl und Wehe im Sport oft an ganz anderen Dingen. Neben einem vernünftigen Kader gehört dazu natürlich auch Glück. Schiedsrichterentscheidungen, Pfostenschüsse oder Verletzungen können eine Saison mehr beeinflussen als der Trainer. Und man stelle sich vor, was los wäre, wenn wir in Halle noch verloren hätten, Chemnitz den Elfmeter versenkt und in Lotte nicht das Glück nachgeholfen hätte. Dann wären wir mir 2 Punkten in diesen Spieltag gegangen und alles würde schlecht geredet worden. Dann hätte man wahrscheinlich von einem viel zu offensiven System gesprochen!


So ist Fußball! Erfolg ist nicht planbar, kalkulierbar oder erkäuflich. Daher darf nie wieder das Risiko existenzbedrohend sein. Risiko ist Schadensausmaß mal Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Eintrittswahrscheinlichkeit haben wir jetzt 2 Jahre lang erlebt. Das potentielle Schadensausmaß ist die Insolvenz. Und das hat man gegen alle Warnungen in den letzten beiden Jahren in Kauf genommen und ist lachend in die Kreissäge gelaufen!

Die Warner wurden beschimpft!

Hut ab!

Eine großartige Mannschaftsleistung und ein wirklich tolles Spiel!

2 Kommentare

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