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Di., 08.08.2017

Für Paderborns Präsident Finke ist der sportliche Erfolg des Teams auch Kopfsache »Intelligent und bescheiden«

Sebastian Schonlau in der Partie gegen SG Sonnenhof Großaspach.

Sebastian Schonlau in der Partie gegen SG Sonnenhof Großaspach. Foto: Besim Mazhiqi

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Dreimal auf Platz 18 – so schloss der SC Paderborn in den vergangenen drei Jahren die Spielzeiten in der 1., 2. und 3. Liga ab. Das Klassenziel wurde damit immer verfehlt. Wer nach vier Spieltagen dieser Saison den SCP sucht, der muss in der Tabelle bereits in Zeile eins beginnen: Der SCP ist Erster. Warum das so ist? Die Erklärungsversuche gehen in unterschiedlichste Richtungen.

Nach 360 Meisterschaftsminuten ist die Bewertung eines Tabellenplatzes nur sehr vorsichtig möglich. Fakt ist aber: Der SC Paderborn hat am Samstag beim 5:0-Erfolg über die SG Sonnenhof-Großaspach zum ersten Mal seinen Plan über die volle Distanz umgesetzt. »Deshalb war der Sieg auch in der Höhe verdient«, sagt Manager Markus Krösche.

Doppeltorschütze Ben Zolinski lobt den Teamgeist

Für Doppeltorschütze Ben Zolinski ist der veränderte Teamgeist von allergrößter Bedeutung und der Schlüssel zum Erfolg: »Vier Tore in vier Spielen sind für mich persönlich eine super Quote. Aber ohne meine Mitspieler, die mir die Bälle immer perfekt auflegen, würde ich nicht treffen.«

Das mag im Profisport etwas zu dick aufgetragen klingen, Zolinski fügt aber durchaus glaubhaft hinzu: »Ich freue mich für unser ganzes Team, weil dieser Start das Verdienst aller ist.« Damit spricht er seinem Cheftrainer Steffen Baumgart aus der Seele. Der 45-Jährige wird nicht müde, seinen sehr willigen Kader als Hauptargument für die Erfolgsserie der vergangenen Wochen hervorzuheben.

Für den Präsidenten sind aber nicht nur die Qualitäten auf dem Rasen entscheidend, sportlicher Erfolg ist für Wilfried Finke auch immer Kopfsache: »Unsere neue Mannschaft ist intelligent und tritt sehr bescheiden auf. Das war zuletzt anders. Da hatten wir Spieler mit einer großen Klappe, die aber keine Leistung brachten.«

Trainer Steffen Baumgart: »Der Konkurrenzkampf ist hart.«

In dem hochgelobten Team gibt es aber auch Verlierer: Marcus Piossek, Aykut Soyak, Marc-André Kruska oder Koen van der Biezen spielen bislang keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Auch die versucht Baumgart mit ins Boot zu holen und erwähnt, wann immer es passt, das gesamte Aufgebot: »Der Konkurrenzkampf ist hart, aber wir brauchen alle. Im Training lässt keiner nach. Das macht Mut und gibt mir Hoffnung.«

Krösche wollte sich dagegen schon am Spieltag mit der Liga nicht weiter auseinandersetzen und war bereits im Pokalmodus. Morgen (18.30 Uhr) kommt in der 1. Runde des Westfalenpokals Liga-Konkurrent Preußen Münster, am Montag (18.30 Uhr) ist Zweitligist FC St. Pauli Erstrundengegner im DFB-Pokal. »Die beiden Spiele haben wirtschaftlich eine extrem hohe Bedeutung für uns«, spricht Krösche hier aus der Sicht des Managers. Denn Erfolg kostet Geld. Das ist, auch wenn im SCP-Team auf vielen Ebenen manches gut passen mag, in Paderborn nicht anders.

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