>

Mo., 14.08.2017

SCP zieht nach Sieg gegen Zweitligist FC St. Pauli in die 2. Runde des DFB-Pokals ein 2:1 – Paderborn feiert Pokal-Überraschung

Massih Wassey bringt den SCP vor der Halbzeit mit 1:0 in Führung.

Massih Wassey bringt den SCP vor der Halbzeit mit 1:0 in Führung. Foto: Besim Mazhiqi

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Drittliga-Tabellenführer und nun auch in der zweiten Runde des DFB-Pokals: Beim SC Paderborn 07 läuft’s. Am Montagabend setzte sich der SCP im Erstrundenduell gegen Zweitligist FC St. Pauli mit 2:1 (1:0) durch und blieb auch im 13. Pflichtspiel nach der Verpflichtung von Trainer Steffen Baumgart ungeschlagen. Garniert wird die Erfolgsgeschichte mit den 318.500 Euro, die der Ex-Erstligist für das Überwinden der anspruchsvollen Auftakthürde kassiert.

Nicht mehr mit von der Partie war Marcus Piossek.  Der Deutsch-Pole, in dieser Saison von Baumgart nicht eine Minute berücksichtigt, hat am Montag beim Ligarivalen SF Lotte einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

Gastgeber beginnt spielbestimmend

So zählte »Pio« nicht zu den 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler-Arena, die von Beginn an – im positiven Sinne – respektlose Gastgeber zu sehen bekamen. Der Drittligist begann wie ein Favorit und hatte in der ersten Viertelstunde mehr vom Spiel.

Eng wurde es für das Tor der Gäste aber nur einmal, als Dennis Srbeny nach einer Hereingabe von Lukas Boeder einen Schritt zu kurz kam (12.). Der FC St. Pauli benötigte deutlich länger, um sich an diesem Pokalabend zu Wort zu melden, hätte dann aber mit der ersten großen Chance des Spiels auch fast das erste Tor erzielt. Der Kopfballaufsetzer von Aziz Bouhaddouz flog nur wenige Zentimeter am Paderborner Gehäuse vorbei (18.).

Wassey trifft per Dropkick

Trotzdem: Olaf Janßen, der Trainer der Braun-Weißen, war von dem Gezeigten so wenig angetan, dass er bezeichnend frühzeitig seine Wechseloptionen zum Warmmachen schickte. Die Ersatzspieler machten ein paar Schritte, während Srbeny ein zweites Mal nur ein einziger fehlte. Diesmal war es ein Zuspiel von Sven Michel, das der Angreifer nervend nah an sich vorbeirollen sah (39.).

Zwei Minuten später gab es an der Paderborner Präzision allerdings nullkommanichts mehr auszusetzen: Massih Wassey nahm aus 18 Metern Maß und brachte den Ball per Dropkick traumhaft genau im Winkel unter.

SCP konzentriert sich auf Umschaltspiel

Dem Treffer kurz vor der Pause wäre beinahe der Treffer kurz nach der Pause gefolgt. Nach Zuspiel von Sven Michel bot sich Ben Zolinski, in der Liga schon viermal erfolgreich, die große Gelegenheit, auf 2:0 zu erhöhen, doch seinen Schuss lenkte Torwart Philipp Heerwagen gerade noch zur Ecke ab (51.).

Der Zweitliga-Sechste tat nun gezwungenermaßen mehr und der Drittliga-Spitzenreiter konzentrierte sich auf das, was er in dieser Saison so gut beherrscht: auf das schnelle Umschaltspiel. Und die nächsten Konterchancen ließen nicht lange auf sich warten. Gleich im Doppelpack verbuchte sie Torschütze Wassey, doch der Deutsch-Kanadier scheiterte mit Schuss samt Nachschuss an Heerwagen (65.). Nach der anschließenden Ecke traf Kapitän Christian Strohdiek das Außennetz.

2:0 von Antwi-Adjei noch keine Vorentscheidung

(Noch) Kein 2:0, aber auch kein 1:1, denn auf der Gegenseite vergab Bouhaddouz erst aus spitzem Winkel (67.) und dann fand sein feiner Freistoß in Torwart Michael Ratajczak seinen Meister (74.). Keinen Deut schlechter war fünf Minuten danach die Vorarbeit von Sven Michel, die der herausragende Christopher Antwi-Adjei mit dem Tor zum 2:0 vergoldete (79.).

Die Entscheidung? Nicht ganz. Kaum hatte der Vierte Offiziele die Nachspielzeit von fünf Minuten angezeigt, da verkürzte Sami Allagui auf 2:1. Die Gelegenheit zum Ausgleich verstolperte der Tunesier aber und nach einer weiteren Portion des Zitterns war die Überraschung perfekt.

Baumgart: »Quäntchen Glück brauchst du«

»Das war ein echter Pokalfight, der alles zu bieten hatte, was am Fußball Spaß macht, und daher gratuliere ich dem SC Paderborn gerne. Wir haben in der Endphase bravourös gekämpft, hatten den Fußball-Gott aber leider nicht auf unserer Seite«, sagte Gäste-Trainer Olaf Janßen. SCP-Coach Steffen Baumgart: »Wir wollten auf Augenhöhe agieren, das haben wir gemacht. Das Quäntchen Glück am Ende brauchst du, wenn du so ein Spiel gewinnen willst, das hatten wir uns aber durchaus auch verdient. Einen Wunschgegner für die nächste Runde habe ich nicht. Ich freue mich einfach nur drauf.«

Auslosung am Sonntag, 20. August

Jetzt darf sich der SCP auf die Auslosung der zweiten Runde freuen, die am am kommenden Sonntag (18 Uhr), 20. August, im Verlauf der ARD-Sportschau erfolgt. Ziehungsleiter ist U21-Bundestrainer Stefan Kuntz, Losfee ist Komikerin Carolin Kebekus. Terminiert sind die Spiele für den 24. und 25. Oktober.

Statistik

SC Paderborn 07: Ratajczak - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch - Zolinski (62. Bertels), Krauße, Wassey, Antwi-Adjei (85. Geurts) - Srbeny, Michel (90.+2 van der Biezen)

FC St. Pauli: Heerwagen - Kalla (46. Dudziak), Sobiech, Hornschuh, Buballa - Sahin (64. Allagui), Buchtmann, Nehrig, Möller Daehli, Litka (46. Sobotka) - Bouhaddouz

Tore: 1:0 Wassey (41.), 2:0 Antwi-Adjei (79.), 2:1 Allagui (90.+1)

Zuschauer: 15.000

Schiedsrichter: Jablonski (Bremen)

Gelbe Karten: Zolinski, Schonlau, Strohdiek / -

Kommentare

Sehr gut Recherchiert

Toll, SCP gewinnt laut Westfallenblatt sogar 3:1... warum das der Schiri nicht gesehen hat :)

1 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5078491?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F