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Sa., 19.08.2017

Auswärtssieg in Erfurt 1:0 - Paderborn im Glück

Sven Michel bringt den SC Paderborn kurz vor der Halbzeit mit 1:0 in Führung.

Sven Michel bringt den SC Paderborn kurz vor der Halbzeit mit 1:0 in Führung. Foto: Besim Mazhiqi

Erfurt (WB/en).  Der SC Paderborn siegt munter weiter. Mit dem glücklichen 1:0 (1:0) beim FC RW Erfurt gewann das Team von Trainer Steffen Baumgart bereits das sechste Pflichtspiel in Folge. Dass der SCP die Liga trotzdem nicht mehr anführt, dürfte unter diesen Umständen angemessen leicht zu verkraften sein.

Aufgrund des 4:0-Erfolges von Fortuna Köln gegen den  Zweitligaabsteiger Karlsruher SC hatten die Paderborner am Freitagabend die Tabellenführung abgegeben und hätten im schon mit drei Toren Differenz gewinnen müssen, um sich Platz eins zurückzuholen.

Einer, der bei diesem Kick liebend gern mit von der Partie gewesen wäre, musste sich mit der Zuschauerrolle begnügen. Der ehemalige Paderborner Publikumsliebling Daniel Brückner fehlte erkrankt. Während Erfurts Coach, der ehemalige Bielefelder Stefan Krämer, noch weitere Personalprobleme zu beklagen hatte, genoss sein Paderborner Pendant Steffen Baumgart erneut die freie Auswahl.

Der 45-Jährige verzichtete aber erneut auf Überraschungen und nahm im Vergleich zum Pokalsieg gegen den FC St. Pauli nur die erwartete Änderung an seiner Erfolgself vor: Leopold Zingerle löste im Tor Routinier Michael Ratajczak ab.

Gäste diktierten das Spiel

Das Paderborner Gehäuse stand zunächst aber nicht im Mittelpunkt, denn die Gäste begannen so, wie es der Tabellenstand ohnehin hätte vermuten lassen, und diktierten das Spiel. Echte Gefahr entsprang den Angriffsbemühungen in der Anfangsphase zwar nicht, aber das Warten auf die erste Großchance sollte sich lohnen.

Nach einem langen Ball von Christian Strohdiek erschien die Situation für Denns Srbeny gar nicht so aussichtsreich, doch der Stürmer setzte sich an der Torlinie mit Glück gleich gegen zwei Erfurter Verteidiger durch und derweil das RWE-Duo - aus gutem Grund - den Ball zwischenzeitlich im Aus gesehen zu haben glaubte, bediente der Neuzugang den im Fünfmeterraum wartenden Sven Michel. Der war dort frei genug, um das Runde zur Führung ins leere Tor zu schieben. 

Bei diesem 1:0 blieb's bis zum Gang in die Kabine, auf dem sich die Gastgeber und auch Schiedsrichter Markus Wollenweber (Viersen), der sein erstes Drittliga-Spiel so schnell nicht vergessen wird, ein kräftiges Pfeifkonzert der Rot-Weiß-Fans gefallen lassen mussten.

Michel angeblich im Abseits

Mit Wiederbeginn wurden die Räume für den SCP gegen die nun gezwungenermaßen offensiver agierenden Hausherren größer. Nach einem sehenswerten Konterangriff freute sich Ben Zolinski in Minute 54 auch schon über das 2:0, das aber nur kurz, denn er stand beim Zuspiel von Michel angeblich im Abseits. Hier hätten sich die Paderborner beschweren dürfen. Auf der anderen Seite musste Zingerle erstmals eingreifen, um einen Freistoß von Alexander Ludwig über die Latte zu lenken (57.). Am Spielstand änderte sich noch nichts. Aber an Hektik und Härte nahm das Geschehen merklich zu.

Die Erfurter regten sich unter anderem darüber auf, dass sie nach einem Kopfball von Carsten Kammlott (78.) vergeblich auf einen Handelfmeterpfiff warteten. Auch das Warten auf den Ausgleich war letztlich vergeblich, denn erst vereitelte Zingerle mit einer herausragenden Fußabwehr gegen Ahmed Razeek die größte Erfurter Gelegenheit zum 1:1, dann blieb dem Krämer-Team nach einem Foul von Lukas Boeder an Razeek auch noch ein durchaus berechtigter Foulelfmeter versagt.

Mit Ergebnis zufrieden, mit Leistung nicht

Kapitän Jens Möckel verlor daraufhin die Fassung und sah für das Angehen des Schiris Rot. Wenig später hatte der SCP dann seine Punkte 11 bis 13 sicher, aber die Anaylse der Sieger fiel ehrlich aus. »Ich muss ehrlich sein: Vor unserem Tor war der Ball im Aus und in der 90. Minute kommt Lukas Boeder im Zweikampf einfach zu spät. Da hätte auch ich an Erfurter Stelle einen Elfmeter gefordert. Die beiden Situationen haben uns natürlich in die Karten gespielt. Mit dem Ergebnis kann ich zufrieden sein, mit unserer Leistung heute nicht«, sagte Baumgart.

Weiter geht's für die Paderborner bereits am Freitagabend (19 Uhr) mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger SV Meppen, der an diesem Spieltag mit dem 4:0 gegen den FSV Zwickau seinen zweiten Sieg in Serie feierte.

FC RW Erfurt: Klewin - Menz, Möckel, Neuhold – Odak (46. Kammlott), Dabanli, Benamar, Kurz (46. Ludwig) - Biankadi, Razeek - Huth (67. Lauberbach)

SC Paderborn: Zingerle - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch - Zolinski (60. Bertels), Krauße, Wassey, Antwi-Adjei - Srbeny (82. Soyak), Michel (89. van der Biezen)

Zuschauer: 3631
Tore: 0:1 Michel (34.)
Gelbe Karten: Neuhold, Dabanli, Huth, Razeek, Binkiadi / Wassey, Zolinski, Schonlau
Rote Karte: Möckel (90./Tätlichkeit)

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