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Mi., 13.09.2017

Drittligist Paderborn ist 17 Pflichtspiele in Folge ungeschlagen Der SCP hat das Verlieren verlernt

Seht her, hier sind wir: Massih Wassey (links) und Sven Michel sind zwei der großen Gewinner in einem starken SCP-Team.

Seht her, hier sind wir: Massih Wassey (links) und Sven Michel sind zwei der großen Gewinner in einem starken SCP-Team. Foto: Besim Mazhiqi

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). 19 Tore und 19 Punkte nach sieben Spieltagen: Den Drittliga-Startrekord baut der ungeschlagene SC Paderborn seit Wochen aus. Am Samstag haben die Ostwestfalen eine eigene Bestmarke eingestellt: Der 3:2-Erfolg in Würzburg war der sechste Dreier in Folge.

»Wer uns schlagen will, muss herausragend spielen und etwas Außergewöhnliches leisten. Mit dieser Überzeugung gehen unsere Spieler auf den Platz«, beschreibt Markus Krösche das neue Selbstvertrauen des SC Paderborn. Der Manager beobachtet die aktuelle Situation aber eher unaufgeregt: »Solange wir bis an unsere Leistungsgrenze gehen, sind wir nun einmal nur schwer zu schlagen.«

Saisonübergreifend seit elf Spielen in Folge nicht mehr verloren

Schwer? Bislang gelang das keinem Profiteam. Auch nicht aus der 2. Liga. Die seit Monaten unbesiegbaren Ostwestfalen haben saisonübergreifend seit elf Punktspielen in Folge nicht mehr verloren. Zählt man die Pokalpartien wie gegen Zweitligist FC St. Pauli dazu, ist der SCP seit 17 Pflichtspielen ungeschlagen. Das wäre im Vergleich eine komplette Bundesliga-Hinrunde.

Vater des Erfolges ist Steffen Baumgart. Als der 45-Jährige am 16. April als neuer Trainer vorgestellt wurde, war Paderborn Vorletzter. Neun Siege und 55 Gegentore reichten nach 33 Spieltagen für magere 33 Punkte. Krösche hatte den damals arbeitssuchenden Baumgart ausgesucht und von Berlin nach Paderborn geholt. Ein großes Wagnis war das trotz der damals prekären Lage nicht mehr. Baumgart war Paderborns vierter Versuch und an den Klassenerhalt glaubte im Umfeld niemand mehr.

Bis zu 30 Spieler stehen auf dem Trainingsplatz

Manager und Trainerteam machten eine Fehleranalyse und formten aus der Mannschaft endlich ein Team, das das Verlieren verlernt hat. Aus den verbliebenen fünf Spielen holte Baumgart bereits imposante elf Punkte. Die reichten sportlich aber nicht. Als Tabellen-18. durfte der SCP nur bleiben, weil den Münchner Löwen die Lizenz verweigert wurde.

Krösche und Baumgart drehten im Sommer an weiteren Stellschrauben. Mit Leopold Zingerle, Massih Wassey, Christopher Antwi-Adjej und Dennis Srbeny gelang vier Neuen der Sprung in die Stammelf. Das reicht in der Regel nicht, um aus einem Absteiger einen Aufstiegskandidaten zu machen. Baumgart und sein Team mit Daniel Scherning, Danilo Fernando Evangelista de Souza und Nico Burchert gelang es aber, die Verlierer besser zu machen.

Außerdem wurde der Kader vergrößert. Bis zu 30 Spieler stehen auf dem Trainingsplatz. Das sind (zu) viele, zehn Plätze hat Baumgart aber auch an junge Talente mit wenig Profierfahrung vergeben. Sie sind nur eine Option auf die Zukunft und verschärfen zusätzlich den Konkurrenzkampf. »Bei uns wird nichts schöngeredet, sondern sehr akribisch die Weiterentwicklung des Kaders vorangetrieben«, sagt Krösche.

Krösche: »Ein Lernprozess ist erkennbar«

Wie bei Rückschlägen am Samstag in Würzburg, als in Überzahl ein 2:0-Vorsprung fast verspielt wurde. Nur mit Mühe konnte sich der SCP am Ende noch knapp mit 3:2 durchsetzten. »Auch hier ist ein Lernprozess zu erkennen«, sieht Krösche das Positive und meint den 1. Spieltag. Da führte der SCP in Halle mit 4:1, brach nach dem zweiten Gegentor in sich zusammen und gab mit dem 4:4 die bis dato einzigen Zähler ab.

In Würzburg schlug der SCP zurück, doch auch auf Niederlagen scheint Paderborn vorbereitet. »Es werden diese Phasen kommen, aber wir werden nie unseren Weg verlassen«, ist Krösche überzeugt. Warum das so sein wird? Seine Antwort ist einfach: »Wir feiern uns jetzt nicht, wir wissen auch einzuordnen, wie es läuft, wenn es nicht läuft.«

Sechs Siege in Folge: Das gelang dem SC Paderborn zuletzt in der Saison 2008/2009. Das reichte für Rang drei, in der Relegation setzte sich der SCP gegen Osnabrück durch und stieg erneut in die 2. Liga auf. Da soll es jetzt wieder hin.

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