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Fr., 29.09.2017

Felix Herzenbruch hat sich beim SC Paderborn als Linksverteidiger etabliert Die Besserwisser schweigen

Kompromisslos: Linksverteidiger Felix Herzenbruch hat sich einen Stammplatz beim SC Paderborn erarbeitet.

Kompromisslos: Linksverteidiger Felix Herzenbruch hat sich einen Stammplatz beim SC Paderborn erarbeitet. Foto: Besim Mazhiqi

Von Elmar Neumann

Paderborn  (WB). Als der Drittliga-Abstieg des SC Paderborn im Mai perfekt schien , musste auch Felix Herzenbruch einen Haufen Häme über sich ergehen lassen. Vor allem aus dem engeren und weiteren Umfeld seines ehemaligen Vereins RW Oberhausen bekam der Ex »ein paar richtig blöde Sprüche« gedrückt. Ein Jahr zuvor vom Niederrhein an die Pader gewechselt, lautete der Tenor: »War doch völlig klar, dass du es in der 3. Liga nicht packen würdest.«

Mittlerweile ist von den Besserwissern nichts mehr zu hören. Einerseits, weil Herzenbruch dank des verspäteten Paderborner Klassenerhalts der drohende Viertliga-Vergleich mit RWO erspart geblieben ist, andererseits und vor allem, weil es der 25-Jährige doch in der 3. Liga gepackt hat. Und wie. In den ersten beiden Punktspielen noch Zuschauer, ist der Linksverteidiger seit dem dritten Spieltag nicht mehr aus der Paderborner Viererkette wegzudenken, hat keine einzige Minute mehr verpasst. Auch am Sonntag (14 Uhr) in Zwickau muss er sich um seinen Platz in der Startelf »keine Sorgen machen«, wie es Cheftrainer Steffen Baumgart formuliert.

Stammkraft beim Tabellenführer

Stammkraft beim Tabellenführer. »Ich finde, darauf darf ich etwas stolz sein. Ich habe nie in irgendeinem Auswahlteam gespielt. Aber viele von denen, die damals in der Nieder­rheinauswahl aufgelaufen sind, kicken heute irgendwo in der Landesliga, und wenn ich dann sehe, auf welchem Niveau ich jetzt spielen und trainieren darf, habe ich das bis hierhin wohl doch ganz gut gemacht«, sagt »Herze«. Das ist sein Spitzname und der ist Programm. »›Herze‹ ist einer, der immer Vollgas gibt und eine sehr erfreuliche Entwicklung genommen hat«, sagt Baumgart. In der Defensive ist auf Herzenbruch Verlass, doch auch offensiv versucht der Linksfuß immer mehr Akzente zu setzen. Kein Tor und nur eine Vorlage in 30 Pflichtspielen für den SCP? Da geht noch mehr. Unter den vielen motivierenden Faktoren spielen die Sprüche aus Oberhausen eine entscheidende Rolle: »Wenn ich daran denke, werde ich richtig sauer und lege noch ein paar Prozent drauf, damit keiner sagen kann: Guck mal, der hat’s nicht geschafft – was ’ne Wurst.«

Als der SCP in der Vorsaison in Zwickau antrat, saß Herzenbruch auf der Bank, sah im ersten Spiel nach der Trennung von René Müller ein 0:3 und einen der ganz tiefen Tiefpunkte. »Unsere Leistung war eine bodenlose Frechheit«, sagt der Mann, der einst beim Sportverein Frisch Auf Jägerhaus-Linde mit dem Fußballspielen begann. Jetzt ist er unverzichtbarer Profi beim Drittliga-Spitzenreiter und die Besserwisser schweigen.

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