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Fr., 20.10.2017

Vor sechs Monaten fertigte Aalen noch Paderborn ab und leitete den Trainerwechsel ein Jetzt ist alles anders

So war es vor einem halben Jahr: Eine schwer geschlagene Paderborner Elf verlässt die Aalener Ostalb-Arena.

So war es vor einem halben Jahr: Eine schwer geschlagene Paderborner Elf verlässt die Aalener Ostalb-Arena. Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Der daheim noch verlustpunktfreie SC Paderborn erwartet den seit acht Spielen sieglosen VfR Aalen – die Rollen sind am Samstag (Anstoß: 14 Uhr) klar verteilt. Trainer Steffen Baumgart, der trotz aller Vorzeichen gern die Stärken des Gegners hervorhebt, bemühte gestern zum ersten Mal die Liga-Geschichte: »Um es mal höflich auszudrücken: Ich habe Aalen eigentlich meinen Job zu verdanken.«

Was Baumgart damit meinte, ist schnell erklärt: die deftige 0:4-Klatsche am 15. April in Aalen. Paderborn spielte damals wie ein Absteiger und setzte bei Manager Markus Krösche einen radikalen Umdenkprozess in Gang. Stefan Emmerling wurde einen Tag später entlassen, Baumgart rückte auf die Trainerbank.

Viel passiert in sechs Monaten

Und nur sechs Monate später ist alles anders: Der SC Paderborn ist Erster und jagt die Drittliga-Bestmarken, die Gäste müssen nach ihrer Insolvenz weiter sparen, haben nur noch 16 Profis unter Vertrag und arbeiten mit einem Zwei-Millionen-Euro-Etat. »Wir können uns auch im Winter keine neuen Spieler leisten«, sagt Trainer Peter Vollmann und ergänzt: »Aktuell würden wir von zehn Duellen gegen Paderborn sieben verlieren, zwei Remis holen und nur eins gewinnen.«

Diesen Vergleich kommentierte Baumgart nicht, der 45-Jährige beschreibt die Gäste als kompakt spielende und sehr diszipliniert auftretende Einheit und hat viel Respekt vor dem erfahrensten Trainer (211 Einsätze) in der 3. Liga: »Peter Vollmann schätze ich als sehr akribisch arbeitenden Kollegen. Er ist ein Fuchs, wenn wir mit zu viel Euphorie in das Spiel gehen, können wir auch ganz leicht auf die Nase fallen.«

Bangen um Michel

Im Angriff muss Baumgart am Samstag wahrscheinlich zum ersten Mal auf den Besten verzichten: Die Erkältung von Sven Michel entwickelte sich zu einem grippalen Infekt. Der 27-Jährige absolvierte am Donnerstag zwar ein leichtes Lauftraining, doch Baumgart hat auch mit Blick auf die folgenden Englischen Wochen große Zweifel: »Sven wird im Kader stehen, aber er hat einige Probleme und deshalb warte ich da mal bis zum Spieltag ab.«

Die Zeit braucht er bei Christopher Antwi-Adjei nicht. Die zunächst bei dem Außenstürmer diagnostizierte Oberschenkelzerrung ist zwar nur ein Faserriss, aber den 23-Jährigen will Baumgart noch schonen: »Der Heilungsprozess läuft bei Jimmy überraschend gut, aber er spielt keine Rolle.«

Wassey zurück

Dafür dürfte aber Massih Wassey wieder in die Startelf zurückkehren. Seine Spielführung tut dem SCP gut und Baumgart überlegt, das Mittelfeld sogar mit zwei zentralen Offensivkräften zu beleben: Das hieße, Marlon Ritter und Wassey würden gemeinsam beginnen. Wie zuletzt im Auswärtsspiel beim 1. FC Magdeburg. Das ging zwar 0:1 verloren, die Teamleistung war aber trotzdem gut.

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