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Mo., 23.10.2017

SC Paderborn besiegt Aalen 3:0 – Fan-Kritik löst Unverständnis aus Pfiffe für den Tabellenführer

Schlusspunkt in Paderborn: Sven Michel überwindet Aalens Torwart Daniel Bernhardt zum 3:0.

Schlusspunkt in Paderborn: Sven Michel überwindet Aalens Torwart Daniel Bernhardt zum 3:0. Foto: Besim Mazhiqi

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Hätte sich der SC Paderborn vorher wünschen dürfen, wie dieser 13. Spieltag in der 3. Liga verlaufen soll, hätte das genau so ausgesehen. Der SCP besiegt den VfR Aalen mit 3:0 (1:0) , die Verfolger Magdeburg und Köln bleiben punktlos. Ein Spieltag wie gemalt für den davonziehenden Tabellenführer, dennoch gab es Pfiffe.

Ein Grund, warum die Stimmung nach dem Abpfiff etwas gedrückt war. Zum anderen war da die eigene Leistung. »Wir haben nicht optimal gespielt, waren fahrig und nicht konzentriert. Daraus müssen wir lernen«, kommentierte Markus Krösche den elften Dreier der Saison und vierten Sieg in Serie. Mit seiner Meinung stand der Manager nicht alleine da. »Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Aber wir waren über weite Phasen nicht gut. Da hat jeder für sich gespielt. Unser Gegner hat es sehr gut gemacht, das Spiel hätte auch unentschieden oder noch schlechter für uns ausgehen können«, gab Trainer Steffen Baumgart zu. Dessen Gegenüber Peter Vollmann stellte fest: »Wenn man sich die 90 Minuten ansieht, muss man Ergebnis und Spiel voneinander trennen. Aber das ist Fußball.«

Trotz Sieg gedrückte Stimmung nach dem Abpfiff

Nur in der Anfangsphase trat der Tabellenführer souverän auf und ging erneut früh in Führung. Mattia Trianni riss Marlon Ritter im Strafraum um, und Massih Wassey verwandelte den Strafstoß mit etwas Glück (Aalens Torwart Daniel Bernhardt war noch dran) zum 1:0 (10. Minute). Es war bereits der neunte Strafstoß für den SCP in dieser Saison und der sechste Treffer vom Punkt.

Doch was dann folgte, hatte es in der Benteler-Arena in dieser Saison noch nicht gegeben. Die Gastgeber hatten große Probleme, waren nervös und produzierten reichlich Fehler. »Wir versuchen, alles spielerisch zu lösen. Da wollen wir manchmal vielleicht zu viel«, sagte Robin Krauße. Aalen, allen voran Matthias Morys, nutzte die Räume, allein der Ertrag blieb aus. Das lag an den Gästen selbst, die die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen ließen. Und das lag an Paderborns Keeper Leopold Zingerle, der mit starken Aktionen die Null festhielt. Auf der Gegenseite schraubten Dennis Srbeny (79.) und der eingewechselte Sven Michel (87., nach Vorarbeit von Srbeny) das Ergebnis in eine nicht angebrachte Höhe. Andererseits: Wenn eine Mannschaft so ein Spiel mit 3:0 gewinnt, spricht das auch für Qualität.

Fans teilweise unzufrieden mit Leistung der Mannschaft

Teilen der Fans reichte das Resultat aber nicht. Ein Raunen hier, vereinzelte Pfiffe da. Die Protagonisten auf dem Rasen zeigten sich verwundert. »Wenn die Leute ins Stadion kommen und meinen, dass wir jede Woche sieben Tore schießen, okay. Aber ich denke, dass wir auf dem Boden bleiben und unsere Ansprüche etwas nach unten schrauben sollten«, sagte Krauße. Kapitän Christian Strohdiek hatte ebenfalls wenig Verständnis für die negativen Reaktionen von den Rängen: »Wir haben alle sechs Heimspiele gewonnen und geben immer alles. Aber wir sind kein Garant für eine perfekte Show. Wer das sehen will, muss in den Zirkus gehen.«

Die Verantwortlichen am Rand standen den Spielern zur Seite. »Wir müssen aufpassen und realistisch bleiben. Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen und die Fans sollten die Mannschaft auch dann unterstützen, wenn wir zur Halbzeit nicht mit 5:0 führen«, sagte Krösche und auch Baumgart erinnerte an den Fast-Abstieg im Mai: »Vor fünf Monaten hatten wir hier einen Trauerfall. Die Jungs sollen Fehler machen, nur dann entwickeln sie sich weiter. Ich danke unseren treuesten Fans hinter dem Tor für ihre Anfeuerung über 90 Minuten und hoffe, dass die Mannschaft gegen Bochum von allen über die volle Distanz unterstützt wird – unabhängig vom Ergebnis.«

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