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Di., 24.10.2017

DFB-Pokal: Paderborn steht nach 2:0 gegen den VfL im Achtelfinale SCP auch für Bochum zu gut

Paderborns Massih Wassey sichert mit seinem Treffer zum 2:0 nach einer heißen Schlussphase den Sieg gegen Bochum.

Paderborns Massih Wassey sichert mit seinem Treffer zum 2:0 nach einer heißen Schlussphase den Sieg gegen Bochum. Foto: Besim Mazhiqi

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Drittliga-Tabellenführer SC Paderborn 07 ist noch lange nicht aufgestiegen, verbreitet unter den Zweitligisten im DFB-Pokal aber jetzt schon Angst und Schrecken. Nach dem 2:1 gegen den FC St. Pauli in Runde eins setzte sich der SCP am Dienstagabend auch gegen den VfL Bochum hoch verdient mit 2:0 (1:0) durch und steht damit im Achtelfinale.

Eine gute Nachricht gab es für die Paderborner Fans unter den 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Benteler-Arena schon vor dem Anpfiff.  Sven Michel, mit zehn Treffern die Nummer eins der Torjägerliste, hat seinen Vertrag beim Tabellenführer vorzeitig bis zum 30. Juni 2021 verlängert.

Michel schon nach sieben Minuten zur Stelle

Als wäre die Unterschrift an einen Treffer noch am selben Abend gebunden, benötigte der 27-Jährige nur sieben Minuten, um auch in diesem Spiel seine Bedeutung unter Beweis zu stellen: Hereingabe Christopher Antwi-Adjej, Schuss Michel und perfekt waren das 1:0 und der Traumstart des vermeintlichen Außenseiters.

Das war der begeisternde Beginn in einer sehr kurzweiligen Begegnung. In der Defensive zeigten sich die Gäste unter dem massiven Druck der hoch stehenden Paderborner anfällig, die Offensivbemühungen des VfL bereiteten aber auch den Gastgebern einiges an Arbeit.

Dieser Schlagabtausch bot beste Unterhaltung und hatte vor dem Pausenpfiff auch noch eine spektakuläre letzte Minute parat. Erst musste Innenverteidiger Sebastian Schonlau nach einem Heber des Ex-Schalkers Sidney Sam für den bereits geschlagenen Torwart Michael Ratajczak kurz vor der Linie retten, dann wäre im Gegenzug fast das 2:0 gefallen. Nach einem 70-Meter-Spurt brachte Fanliebling »Jimmy« Adjej auch noch eine präzise Flanke zustande, doch der Flugkopfball von Robin Krauße verfehlte sein Ziel um wenige Zentimeter (45.).

Srbeny bleibt mit Knieproblemen in der Kabine

Trainer Steffen Baumgart hätte keinen sportlichen Grund gehabt, vor dem Wiederanpfiff einen Wechsel vorzunehmen, wurde aber zu einer Änderung gezwungen. Stürmer Dennis Srbeny blieb mit Knieproblemen in der Kabine.

Stattdessen stand Massih Wassey zu Beginn der zweiten Halbzeit auf dem Rasen und hätte sich fast perfekt eingefügt. Es bedurfte schon einer starken Parade von Bochums Schlussmann Manuel Riemann, um nach dem Schuss des Deutsch-Kanadiers das zweite Paderborner Tor zu verhindern (48.).

Auch beim Versuch von Ben Zolinski musste sich der Keeper ganz lang machen (54.), den Kopfball von Schonlau nach der folgenden Ecke hielt er aber fest.

VfL verschießt Elfmeter, Gelb-Rot für Gyamerah

Die einseitige Startphase gefiel den Anhängern des Zweitliga-13. überhaupt nicht. An Stelle von Anfeuerung bekam ihr Team »Wir wollen euch kämpfen sehen« zu hören. Das 2:0 nur eine Frage der Zeit? Nicht ganz.

In Minute 68 bot sich dem Verein für Leibesübungen plötzlich die ganze große Gelegenheit zum Ausgleich. Nachdem Felix Herzenbruch eine Flanke per Hand gebremst haben sollte, entschied Sascha Stegemann (Niederkassel) auf Elfmeter, doch Kapitän Felix Bastians schoss den Strafstoß flach am Tor vorbei.

Wassey macht alles klar

Wenig später kamen die Paderborner dem Achtelfinaleinzug noch ein Stückchen näher, denn Jan Gyamerah sah für wiederholtes Foulspiel Gelb-Rot und bescherte dem SCP neben der optischen auch eine numerische Überlegenheit (70.). Dramatisch blieb es trotzdem.

Sieben Minuten vor dem Ende verhinderte Ratajczak mit viel Können und etwas Glück den Ausgleich, als er im Duell mit dem alleine vor ihm auftauchenden Dimitrios Diamantakos die Oberhand behielt. Wie man in einer solchen Situation den Überblick wahrt, zeigte dem Griechen Massih Wassey, der mit dem 2:0 (85.) spät für angemesseneVerhältnisse sorgte.

637.000 Euro für den Einzug ins Achtelfinale

Nach 115.000 Euro für das Erreichen des Pokals und 318.500 Euro für den Einzug in die 2. Runde wird dieser Sieg gegen den VfL Bochum mit 637.000 Euro belohnt. Sollte dem SCP im Achtelfinale die nächste Überraschung gelingen, bekäme der Verein erstmals einen siebenstelligen Betrag überwiesen: 1.273.000 Millionen Euro. Die Zuschauereinnahmen (jeweils 40 Prozent) nicht mitgerechnet.

Ausgerechnet der ehemalige Paderborner Cheftrainer Stefan Effenberg lost am Sonntag von 18 Uhr an in der ARD-Sportschau die Drittrundenpaarungen aus, die am 19. und 20. Dezember angepfiffen werden. Bis dahin aber konzentriert sich der SCP ganz auf die Meisterschaft und in der heißt der nächste Gegner am Samstag Carl-Zeiss Jena (14 Uhr, Ernst-Abbe-Sportfeld).

Statistik

SC Paderborn: Ratajczak – Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch – Zolinski (73. Stingl), Krauße, Ritter (89. van der Biezen) – Srbeny (46. Wassey), Michel

VfL Bochum: Riemann – Gyamerah, Fabian (46. Leitsch), Bastians, Danilo – Celozzi –Hemmerich, Sam (61. Eisfeld), Stöger – Wurtz, Hinterseer (73. Diamantakos)

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Tore: 1:0 Michel (7.), 2:0 Wassey (85.)

Gelbe Karten: Zolinski, Schonlau / Bastians, Fabian, Stöger, Diamantakos

Gelb-Rote Karte: Gyamerah (70.)

Besonderes Vorkommnis: Bastian verschießt Handelfmeter (68.)

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