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Mo., 27.11.2017

Drittliga-Tabellenführer bleibt nach erster Heimpleite gelassen Paderborn nimmt es hin

Wieder eine Chance verpasst. Paderborns Sebastian Schonlau kann es nicht fassen, hinten Ben Zolinski.

Wieder eine Chance verpasst. Paderborns Sebastian Schonlau kann es nicht fassen, hinten Ben Zolinski. Foto: Besim Mazhiqi

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Es war ein bisschen verkehrte Welt in der Benteler-Arena. Fünf Wochen ist es her, da gab es während des 3:0-Sieges des SC Paderborn gegen den VfR Aalen Pfiffe von den Rängen. In den Augen einiger Beobachter hatte sich der Tabellenführer trotz des am Ende deutlichen Dreiers zu viele Fehler geleistet. Beim 0:2 gegen den Karlsruher SC dagegen jubelten die Paderborner Fans ihrer Mannschaft zu.

Dabei hatte vor eigenem Publikum zum ersten Mal seit langem das Ergebnis nicht gepasst. »Olé, olé, olé, nur der SCP, unser ganzes Leben, unser ganzer Stolz«, hallte es in der Schlussphase dennoch von der Südtribüne. Dort stehen die treuesten Anhänger und die riefen nach dem Abpfiff trotzig: »Spitzenreiter, Spitzenreiter.«

Das ist Paderborn nach wie vor. Trotz der ersten Punktverluste im neunten Heimspiel dieser Saison, trotz der ersten Niederlage zu Hause nach (saison- und wettbewerbsübergreifend) 17 Begegnungen.

»Nach diesem einen Spiel ist ja nicht alles schlecht, das wissen auch unsere Fans«, sagte Christian Strohdiek, und Sven Michel ging noch weiter: »Wir spielen eine überragende Saison, da wäre es ja schlimm, wenn es anders wäre.«

Auf jedem Fall auf einem Aufstiegsplatz in die Rückrunde

Nach drei sportlichen Abstiegen in Folge genießen alle die Situation, daran haben die 94 Minuten gegen Karlsruhe nichts geändert. Der Ostwestfale bleibt gelassen, ob als Sympathisant oder direkt Betroffener. »Wir nehmen es hin, wie es ist«, sagte Manager Markus Krösche. »Wir lassen uns nicht unterkriegen«, erklärte Michel und bekam Unterstützung von Kapitän Strohdiek, der hinzufügte: »Das wirft uns nicht aus der Bahn. Wir wissen, was wir können. Heute hat es an den Details gefehlt.«

Die Tabellenführung bleibt auch nach dem nächsten Spieltag bestehen, und die verpasste vorzeitige Herbstmeisterschaft wird wohl an den letzten beiden Hinrundenspieltagen eingefahren. Auf einem Aufstiegsplatz wird Paderborn auf jeden Fall in die Rückrunde gehen.

Nach Niederlagen stets die richtige Antwort gefunden

Bisher hat der SCP in dieser Saison nach Niederlagen stets die richtige Antwort gefunden. Nach dem 0:1 in Magdeburg gab es ein 2:1 gegen Rostock , dem 1:3 in Jena folgte ein überzeugendes 3:0 gegen Osnabrück .

Die nächste Hürde nach Karlsruhe, der mit vier Siegen am Stück momentan besten Mannschaft der Liga, heißt am Samstag Wehen Wiesbaden. »Da müssen wir den Kopf hochnehmen und an alte Leistungen anknüpfen«, forderte Trainer Steffen Baumgart und gab den Seinen nach dem Auslaufen am Samstagmorgen erst einmal zwei Tage frei.

Kein Fußball, nur hohe Bälle

Krösche befürchtet derweil, dass die gegnerische Spielweise vom Freitag den Paderbornern in Zukunft noch öfter begegnen könnte. »Das war ein Gradmesser, der KSC wollte keinen Fußball und hat nur hohe Bälle nach vorne geschlagen.«

Für Krösche war der SCP die bessere Mannschaft, gleichwohl hatte man den Eindruck, dass zu den geschossenen 43 Toren (schon fünf mehr als in der gesamten Vorsaison) diesmal keines hinzukommen wird. »Da müssen wir den Hebel ansetzen«, sagte Baumgart. »Es war wie verhext«, meinte Ben Zolinski.

Nicht mal ein Elfmeter konnte da helfen, Massih Wassey verschoss. Die Enttäuschung war zweifellos da, noch vor einem halben Jahr wäre sie aber ungleich größer gewesen.

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