>

Fr., 15.12.2017

Paderborn gegen Halle: Boeder war beim 4:4 im Hinspiel dabei Gewackelt, gestrichen, gelobt

So war es am 22. Juli: Halle feiert die Aufholjagd, Lukas Boeder dreht fassungslos ab.

So war es am 22. Juli: Halle feiert die Aufholjagd, Lukas Boeder dreht fassungslos ab. Foto: picture point

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). 4:4 nach 4:1 – an das Hinspiel in Halle erinnert sich kein Paderborner gerne. Für Lukas Boeder war der Ligastart sogar der Anfang vom (kurzzeitigen) Ende. »Da bin ich ganz schön unters Messer gekommen«, sagt der 20-Jährige. Am Freitag um 19 Uhr trifft er wieder auf Halle. Wenn auch in einer anderen Rolle.

Vier Gegentore an der Saale und zwei weitere beim 3:2-Sieg gegen den Chemnitzer FC waren Trainer Steffen Baumgart zuviel. Lukas Boeder wurde aus dem Abwehrzentrum genommen, Sebastian Schonlau rückte rein. Das ist bekannt. Weniger, wie der ehemalige U 19-Nationalspieler selbst seine Situation damals sah: »Ich war der Jüngste und irgendwie fühlte ich mich als Sündenbock, denn ich hatte ja nicht megaviele Tore verschuldet. Aber der Trainer musste ein Zeichen setzen.«

Mischung aus Frust und Verständnis

Eine Mischung aus Frust und Verständnis machte sich breit, aber nur über zwei Spieltage. Dann verletzte sich Marc Vucinovic, Baumgart holte Boeder zurück ins Team, verpasste ihm eine neue Rolle auf der defensiven Außenbahn und seitdem hat er keine Meisterschaftsminute mehr verpasst. »Marc war mein Rechtsverteidiger, Bödi hat von seinem Ausfall profitiert«, macht Baumgart deutlich. Doch der Notnagel hält.

Der Abwehrstratege läuft auf und spielt immer durch. Und das seit fast vier Monaten. »Er verteidigt mit Risiko weit vorne und macht dabei wenig Fehler. Wie bei Felix Herzenbruch auf der anderen Abwehrseite ist eine klare Entwicklung zu sehen. Deshalb wird es schwer werden, ihn in den kommenden Monaten zu verdrängen«, sagt Baumgart.

Gutes Beispiel für Auf- und Ab im Profifußball

Erst gewackelt, dann gestrichen und jetzt dick gelobt – Boeder ist ein weiteres gutes Beispiel für das ständige Auf- und Ab im Profifußball.  Er selbst beurteilt seine Leistungen entsprechend kritisch. »Meine neuen Aufgaben sind sehr viel komplexer. Defensiv muss ich unsere Innenverteidiger noch mehr unterstützen. Offensiv muss ich als Torvorbereiter stärker werden. Und auch mal selbst eins machen«, sagt er und schiebt mit einem Lächeln nach: »Ansätze sind ja da.« Er meint damit sein Eigentor am vergangenen Samstag zum 1:1 gegen Fortuna Köln. Das blieb folgenlos, weil der SCP noch 3:1 siegte. Er war aber auch schuldlos. Die Reaktionszeit nach dem abgefältschten Ball von Schlussmann Leopold Zingerle lag praktisch bei null.

Sehr hohe Messlatte

Der Sieg reichte für die Herbstmeisterschaft, mit den heutigen 90 Minuten gegen Halle geht’s für den SC Paderborn in die Rückrunde. »Jetzt können wir Spieltag für Spieltag zeigen, wie wir uns im Vergleich zur Hinrunde noch weiter verbessert haben«, fordert der gebürtige Essener und legt damit die Messlatte bei bislang 14 Siegen und nur vier Niederlagen sehr hoch: »Wir arbeiten jeden Tag sehr hart und deshalb kommt der Erfolg für uns als Mannschaft auch nicht so überraschend. Wir leben keinen Traum, sondern holen uns am Spieltag nur die Bestätigung für eine gute Arbeit ab.«

Das klingt nicht nur sehr selbstbewusst, das ist es auch. Wobei Boeder den schmalen Grat bis zur Überheblichkeit im Blick behält: »Wir sind stark. Aber Erfolg wird für uns nie zur Normalität. Wenn nur ein paar Kleinigkeiten nicht gelingen, bleiben wir punktlos.« Wie gegen Karlsruhe und Wiesbaden. Da gab es an den Spieltagen 17 und 18 zum ersten und einzigen Mal zwei Niederlagen in Folge.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5358755?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F