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Mo., 18.12.2017

Herbstmeister SC Paderborn ist aber nicht mehr Tabellenführer Vorsprung vergrößert

Sven Michel zieht ab, trifft aber nicht: Der Torjäger wartet seit sieben Punktspielen auf einen Treffer

Sven Michel zieht ab, trifft aber nicht: Der Torjäger wartet seit sieben Punktspielen auf einen Treffer Foto: Oliver Schwabe

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Heimsieg gegen Halle verpasst und nach 13 Spieltagen die Tabellenführung verloren – die Enttäuschung beim SC Paderborn ist groß. Beim näheren Blick auf die Drittligatabelle schränkt Trainer Steffen Baumgart aber ein: »Vielleicht ist der Punkt noch Gold wert.«

Der eine Zähler, der dem SCP am Freitagabend blieb, war sogar schon nach Abschluss des 20. Spieltages von Bedeutung. Das Verfolgerfeld hinter dem neuen Liga-Primus 1. FC Magdeburg und dem SC Paderborn patzte, und so konnten die Ostwestfalen ihren Vorsprung auf Relegationsplatz drei sogar auf acht Punkte ausbauen. »Ich wäre trotzdem gerne Tabellenführer geblieben«, sagte Baumgart und schob dann noch nach: »Die Ergebnisse zeigen wieder, wie eng die Liga ist. Für uns wird die Rückrunde noch schwerer, weil sich die Gegner noch mehr auf unser Spiel einstellen und wir darauf Antworten finden müssen.«

Paderborn findet keine Antworten

Am Freitagabend fand Paderborn keine. Der nicht nur äußerst defensiv, sondern auch destruktiv spielende Gast ließ kaum Räume. Der sehr tief stehende Tabellen-13. war auch nicht so wirklich an einem eigenen Offensivspiel interessiert. »Was Halle gezeigt hat, hat mit Fußball nichts zu tun«, zürnte Robin Krauße nach dem Schlusspfiff. Kapitän Christian Strohdiek beklagte sich gegenüber dem WESTFALEN-BLATT so: »Es ist schwierig, wenn nur eine Mannschaft Fußball spielt und die andere einen Bus hinten rein­stellt.« Darauf reagierte Baumgart einen Tag später aber schon wieder mit Humor: »Ich war froh, dass nicht auch noch der Busfahrer drinsaß.« Rico Schmitt hatte auf die 90 Minuten eine völlig andere Sicht. Halles Trainer sprach während der Pressekonferenz sehr lange, redete von einem »kampfbetonten und leidenschaftlich geführten Spiel« und ließ sich damit für das Nichtfußballspiel seiner Elf feiern. Verbal reagierte Baumgart darauf auf dem Podium nicht. Sein Gesichtsausdruck verriet aber viel.

Allerdings leistete sich der SCP am Freitag vor nur 5431 Besuchern auch ungewöhnlich viele und sehr einfache Ballverluste, traf oft die falschen Entscheidungen und fand über 90 Minuten nie die Lösung, diesen Riegel zu knacken. Diese Kritik müssen sich Spieler und Trainerteam gefallen lassen. Manager Markus Krösche brachte es auf den Punkt: »Wir waren heute nicht gut genug, um ein Tor zu machen.«

Der Mannschaft fehlt die Frische

Festzuhalten bleibt aber auch: Paderborn lief wieder mehr als der Gegner, Paderborn gewann auch mehr Zweikämpfe. Was einem Großteil der Mannschaft nach 26 Pflichtspielen fehlt, ist die Frische. Ein gutes Beispiel ist Massih Wassey. Der teilweise genial agierende Spielmacher läuft seiner Form seit Wochen hinterher. Er braucht dringend eine Pause. Viele andere auch.

Vier Punkte aus den vergangenen vier Spielen sind kein schöner Jahresabschluss der Drittligasaison 2017/2018 – Sorgen muss man sich um diesen SCP aber trotzdem nicht machen. 44 Punkte nach 20 Spieltagen sind eine stolze Bilanz, acht Zähler Vorsprung ein schönes Polster. Was sich in den vergangenen Monaten allerdings verändert hat, ist die Erwartungshaltung der Fans. Nach dem gefühlten Abstiegs-Hattrick ist der Aufstiegskampf nun Pflicht.

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