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Di., 19.12.2017

Paderborn will ins Pokal-Viertelfinale – auch Ingolstadt schaffte das nie Auf großer Bühne

So feierte Drittligist Paderborn im Oktober den Pokalerfolg in der zweiten Runde gegen den VfL Bochum.

So feierte Drittligist Paderborn im Oktober den Pokalerfolg in der zweiten Runde gegen den VfL Bochum. Foto: Besim Mazhiqi

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Weder der SC Paderborn noch der FC Ingolstadt konnten sich bisher für das Viertelfinale im DFB-Pokal qualifizieren. Deshalb wird ein Klub am Dienstagabend (Anstoß: 18.30 Uhr) Historisches schaffen. Geschichte schreiben ist für Steffen Baumgart aber eher sekundär, der 45-Jährige sieht die Aufgabe sportlich: »Seit ich hier Cheftrainer sein darf, ist das der stärkste Gegner.«

Fußball unter Flutlicht, eine mit 15.000 Besuchern ausverkaufte Arena und ein Spiel, das erst abgepfiffen wird, wenn ein Sieger feststeht – diese Atmosphäre ist Baumgart sehr viel wichtiger und er verspricht: »Meine Jungs können sich im letzten Spiel des Jahres noch einmal auf einer ganz großen Bühne zeigen. Da werden sie alles abrufen und da mache ich mir auch keine Sorgen um unsere Fitness.«

Zahlenvergleich der Pflichtspiele

Dabei könnte Baumgart ein Zahlenvergleich durchaus einige Kopfschmerzen bereiten: Sein Team absolvierte seit Sommer bereits 26 Pflichtspiele, der Zweitligist kommt nur auf 20: »Ich höre das zum ersten Mal. Wir sind in einem sehr guten körperlichen Zustand und könnten auch über 120 Minuten gehen. Deshalb beschäftige ich mich damit auch gar nicht weiter.«

Spielerisch stark, körperlich robust und individuell

Sehr wohl aber mit der Qualität des Gegners. Nach dem FC St. Pauli (2:1) und dem VfL Bochum (2:0) sind die Ingolstädter zwar schon der dritte Pokalgegner aus Liga zwei, allerdings einer von besonderer Güte: Spielerisch stark, körperlich robust und individuell mit vielen Spielern der Extraklasse bestückt – so sieht Baumgart die Schanzer und sagt wörtlich: »Ingolstadt klopft an die Tür zur 1. Liga, wir an die zur 2. Liga. Deshalb ist diese Aufgabe schön und schwierig zugleich.«

Wie schwierig, zeigten die Gäste am vergangenen Freitag in Berlin. Da drehte das Team um Trainer Stefan Leitl innerhalb von nur vier Minuten die Partie und siegte bei Union nach 0:1 noch 2:1. Mit dabei waren auch die Ex-Paderborner Hauke Wahl und Stefan Kutschke. »Das war ein überragender Auswärtssieg. Wir haben eine tolle Moral und kommen mit sehr viel Selbstbewusstsein«, sagt Wahl, der nach dem Zweitligaabstieg 2016 den SCP verließ und heute zum ersten Mal zurückkehrt: »Die Entwicklung in Paderborn hat mir sehr leid getan. Aber jetzt ist alles super positiv. Das freut mich, ganz ehrlich.«

Keine Personalprobleme

Wahl, der noch Kontakt zu Sebastian Schonlau hält, und Kutschke, der mit Kapitän Christian Strohdiek befreundet ist, saßen gestern Mittag im Flugzeug. Der Erstliga-Absteiger flog entsprechend standesgemäß von München nach Paderborn. Personalprobleme hat Leitl, der die Mannschaft Ende August vom Herforder Maik Walpurgis übernahm und in 15 Ligaspielen 28 Punkte holte, keine.

Baumgart bangt dagegen ein wenig um Lukas Boeder. Der junge Rechtsverteidiger ist grippekrank und absolvierte gestern nur ein leichtes Lauftraining. Fällt er aus, wird Matthias Stingl in die Viererkette rücken und Marc Vucinovic in den Kader zurückkehren. Im Tor gibt es wieder den Pokal-Tausch: Leopold Zingerle sitzt auf der Bank, Ersatzmann Michael Ratajczak steht zwischen den Pfosten.

So könnte der SCP spielen

Ratajczak - Boeder (Stingl), Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch - Krauße, Wassey - Zolinski, Antwi-Adjei - Srbeny, Michel

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