>

Di., 19.12.2017

SCP besiegt Ingolstadt mit 1:0 und steht erstmals im DFB-Pokal-Viertelfinale Paderborn schreibt Pokal-Geschichte

Robin Krauße gewinnt das Kopfballduell gegen Ingolstadts Thomas Pledl.

Robin Krauße gewinnt das Kopfballduell gegen Ingolstadts Thomas Pledl. Foto: Besim Mazhiqi

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Die Paderborner Pokal-Party nimmt kein Ende. Nach dem FC St. Pauli (2:1) und dem VfL Bochum (2:0) düpierte der SCP am Dienstagabend mit dem FC Ingolstadt auch den dritten Zweitligisten und zog mit einem völlig verdienten 1:0 (0:0)-Sieg erstmals in der Vereinsgeschichte in das Viertelfinale des DFB-Pokals ein.

»Wie die Jungs aufgetreten sind, ist der Sieg nicht unverdient. Vor allem in der zweiten Halbzeit. Im ersten Durchgang war es noch ein Spiel auf Augenhöhe. Wir freuen uns sehr und schließen damit ein sehr gute Hinserie ab«, sagte Paderborns Trainer Steffen Baumgart. Den Ingolstädtern blieb am Dienstagabend nichts anderes übrig, als anzuerkennen, das man nicht an sein Leistungslimit gekommen ist. »Glückwunsch zum hochverdienten Einzug ins Viertelfinale. Wir sind sehr enttäuscht. Diese Niederlage tut weh. Der Gegner war einfach besser«, fasste Ingolstadts Trainer Stefan Leitl zusammen.

Bis der kommende Gegner des letzten Drittligisten im Wettbewerb gefunden ist, vergehen noch ein paar Tage. Die Auslosung der vier Partien (Spieltermin: 6./7. Februar) wird erst am Sonntag, 7. Januar, im Fußballmuseum in Dortmund über die Bühne gehen. Sicher ist aber schon jetzt: Für den Sieg über den FCI kassiert der SCP weitere 1,273 Millionen Euro. In der nächsten Runde geht es dann sogar um 2,55 Millionen.

Der spätere Sieger begann die Partie in der erwarteten Formation, das heißt, auch wieder mit Pokal-Keeper Michael Ratajczak im Tor. So durfte der 35-Jährige aus nächster Nähe mitansehen, welch respektable Choreographie sich die Fans für diese bedeutende Begegnung hatten einfallen lassen. Unter dem Motto „Du ziehst jeden in deinen Bann, heute sind die Schanzer dran“ wurden kurz vor dem Anpfiff drei Viertel der mit 14.800 Zuschauern ausverkauften Benteler-Arena mit den Vereinsfarben Blau und Schwarz versehen.

SCP konzentriert sich auf Konter

Auf dem grünen Rasen dominierte mit Spielbeginn aber zunächst das Weiß der Ingolstädter Trikots. Der SCP verlegte sich, der Außenseiterrolle entsprechend, auf das Kontern und gab in Person von Sven Michel einen ersten, verhaltenen Warnschuss ab (7.). Einen vergleichbaren Versuch unternahm Ex-Nationalspieler Christian Träsch auf der anderen Seite (13.). Zwingenderes gab es in der ersten halben Stunde nicht zu sehen, aber unübersehbar war, dass die Gastgeber mit zunehmender Dauer immer besser ins Spiel fanden. Die drei Gelben Karten, die sich die Ingolstädter schon vor der Pause bei Schiedsrichter Felix Zwayer abholten, waren ein Beleg für das Mehr an Arbeit, das die Paderborner dem Gegner nun bescherte. Nach Toren aber hielten die Bayern bis zur Pause das 0:0.

Nach Wiederbeginn rief sich Ingolstadts Verteidiger Hauke Wahl bei den Paderbornern in Erinnerung. Der 23-Jährige, der in der missratenen Zweitliga-Saison 2015/2016 29-mal für den SCP aktiv war, setzte zwei Minuten nach dem erneuten Anpfiff einen Kopfball über das Tor von Ratajczak. Die angriffslustigere der beiden Mannschaften blieb aber die, deren Trainer Steffen Baumgart heißt und die belohnte sich dann auch: Nach Zuspiel von Dennis Srbeny beförderte Ben Zolinski das Spielgerät unmissverständlich unter die Latte (56.).

Keine Ingolstädter Reaktion

Die Reaktion der Ingolstädter? Erst einmal keine. Stattdessen hätten Dennis Srbeny (61.) und Sven Michel (65.) schnell einen zweiten Treffer nachlegen können. Der Zweitliga-Vierte verbuchte ein Abseitstor von Dario Lezcano (71.), der Drittliga-Zweite fast im Gegenzug einen Pfostentreffer von Srebny (72.). Jetzt war es längst eine packende Pokalpartie, in der Lezccanos Schuss nur knapp sein Ziel verfehlte (82.). Getragen von den begeisterten Fans, brachte der SCP den Vorsprung über die Ziellinie und feierte anschließend in aller Ausgiebigkeit den dritten Teil der Paderborner Pokal-Party.

Paderborn: Ratajczak - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch – Zolinski (89. Collins), Krauße, Wassey, Antwi-Adjei - Srbeny (90.+4 Wimmer), Michel (82. Bertels)

Ingolstadt: Nyland - Levels, Matip, Wahl, Gaus - Cohen, Träsch (74. Kutschke), Morales - Pledl (32. Leipertz), Lezcano, Lex (61. Kittel)

Zuschauer: 14.800

S chiedsrichter: Zwayer (Berlin)

Tore: 1:0 Zolinski (56.)

Gelbe Karten: Boeder, Krauße / Pledl, Gaus, Cohen, Kittel

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5370687?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198358%2F