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Mi., 20.12.2017

Kommentar zum SC Paderborn Das ist die Krönung

Die Paderborner Robin Krauße (links) und Ben Zolinski bejubeln den Führungstreffer.

Die Paderborner Robin Krauße (links) und Ben Zolinski bejubeln den Führungstreffer. Foto: Besim Mazhiqi

Von Matthias Reichstein

Der Herbstmeister der 3. Liga steht im Viertelfinale des DFB-Pokals – eine ohnehin überragende Hinrunde hat der SC Paderborn am Montagabend gekrönt. Mit dem 1:0-Sieg über den Zweitligisten FC Ingolstadt haben die Ostwestfalen ihrer fast 111-jährigen Geschichte ein Kapitel hinzugefügt: Zum ersten Mal steht der Verein in der Runde der letzten Acht.

War der SCP im Frühjahr noch das Synonym für kollektives Fußball-Versagen, so hat der Drittligist sein ramponiertes Image nun kräftig aufpoliert.

Geschichte hat der SC Paderborn schon vor dem denkwürdigen 19. Dezember geschrieben.  Im Juni noch knapp dem Absturz in die Regionalliga entgangen, ist es dem Verein in Rekordzeit gelungen, einen Kader zusammenzustellen, der mit 44 Punkten auf Platz zwei überwintert – und das auf einem Polster von acht Zählern auf den Relegations-Platz. Dafür gebührt Manager Markus Krösche und Trainer Steffen Baumgart höchster Respekt. Die sportliche Neuausrichtung vollzog Krösche. Baumgart sorgte dafür, dass die Verlierer des Vorjahres fast ausnahmslos besser wurden, baute die Zugänge klug ein und darf für sich in Anspruch nehmen, den besten Fußball der 3.  Liga spielen zu lassen.

Zuletzt fehlte die Frische

Das alles sind positive Zeichen, erreicht ist aber noch nichts. Nach dieser außergewöhnlichen Hinrunde zählt nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen nur noch der Aufstieg – auch wenn der Weg zurück in die 2. Liga sehr weit ist. Das belegt die Bilanz der vergangenen vier Punktspiele mit nur vier Zählern.

Anders als im Pokal fehlte dem SCP bei 26 Pflichtauftritten innerhalb von fünf Monaten zuletzt die Frische. Außerdem müssen Team und Trainer auf dem Rasen neue Lösungen finden, um auch in der Rückrunde erfolgreich zu bleiben. Wie am Montagabend gegen den FC Ingolstadt.

Pokal-Erfolg lindert finanzielle Sorgen

Baumgarts saisonübergreifende Bilanz mit 55 Punkten aus 25 Spielen, der Gewinn des Westfalenpokals und die Qualifikation für das Pokal-Viertelfinale verdienen das Prädikat überragend, sind aber kein Garant für den Aufstieg. Finanzierbar ist und bleibt Profifußball in Paderborn aber nur in der 2. Liga – auch wenn die knapp 1,3 Millionen Euro, die der Pokal-Triumph in die klamme Klub-Kasse spült, die finanziellen Sorgen mildert. Der Pokal bleibt nur ein lukratives Zusatzgeschäft, ablenken lassen darf sich der SCP davon nicht.

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