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Do., 04.01.2018

SC Paderborn: Profiabteilung soll langfristig eine Kapitalgesellschaft werden Finke wirbt für Ausgliederung

Klubchef Wilfried Finke möchte, dass die Profiabteilung des SCP ausgelagert wird.

Klubchef Wilfried Finke möchte, dass die Profiabteilung des SCP ausgelagert wird. Foto: Jörn Hannemann

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Der SC Paderborn plant, langfristig seine Profiabteilung auszulagern und in eine Kapitalgesellschaft umzuwandeln. Gespräche darüber laufen seit Jahren. Während der Mitgliederversammlung am 15. Januar soll die Satzung entsprechend geändert werden. Dafür ist eine Dreiviertelmehrheit nötig.

In einem Brief an die SCP-Treuen wirbt das Präsidium mit Wilfried Finke an der Spitze um breite Unterstützung: »Aus unserer Sicht bietet diese formale Neuausrichtung sehr gute Möglichkeiten, um den aktuellen sportlichen Erfolg auch dauerhaft zu sichern und auf eine gesunde zukunftsorientierte Basis zu stellen.«

In dem Schreiben, das neben Finke auch seine Vizepräsidenten Josef Ellebracht und Dr. Rudolf Christa unterzeichnet haben, heißt es weiter: »Mit der Abstimmung soll ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer späteren Gründung einer Kapitalgesellschaft gegangen werden.«

Bereits im Verlauf der vergangenen Mitgliederversammlung im März 2017 hatte Dr. Christa intensiv dafür geworben: »Wir suchen Helden, die im positiven Sinne verrückt sind und sich finanziell engagieren.«

Skeptische Mitglieder beklagen Verlust von Mitspracherechten und Tradition

Die Vorteile einer Ausgliederung liegen in erster Linie beim Verein. Der SCP würde einen größeren finanziellen Spielraum bekommen, eine Kapitalgesellschaft würde zugleich die Risiken übernehmen. Muss eine Profimannschaft Insolvenz anmelden, leidet in der Regel nicht der ganze Verein darunter.

Skeptische Mitglieder beklagen dagegen einen Verlust von Mitspracherechten und Tradition. »Wir haben noch nicht final entschieden, welche Form der Gesellschaft für uns infrage kommt. Deshalb stehen wir erst am Anfang«, betont Geschäftsführer Martin Hornberger. In den kommenden Monaten soll daher sehr intensiv mit der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG an diesem Thema gearbeitet werden.

Entscheidung wird in außerordentlicher Mitgliederversammlung fallen

Auf dem Weg zur Trennung von Profiabteilung und Verein möchte der Fußball-Drittligist aber auch Nichtmitglieder mitnehmen. Finke, Ellebracht und Dr. Christa schreiben dazu: »Auch im Rahmen des mit den Fans angestoßenen Blau-Schwarzen-Dialogs werden wir den SCP-Anhängern Daten und Fakten vermitteln. Nicht vergessen werden wir auch unsere Partner, die mit Sponsoring sowie dem Kauf von Business-Karten den Verein wirtschaftlich unterstützen.«

Das letzte Wort sollen auch nach der Satzungsänderung die SCPer haben . SCP-Boss Finke verspricht: »Die finale Entscheidung wird in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung fallen.« Und hier wäre laut DFB ebenfalls eine Dreiviertelmehrheit nötig.

Das ist eine weitere hohe Hürde, Finke und seine Vorstandskollegen wollen die SCPer daher künftig auch über Mitglieder-Newsletter oder besondere Veranstaltungen informieren.

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