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Do., 04.01.2018

Trainer Breitenreiter über die Hannoveraner Aussichten, seinen Ex-Klub und den Wintercup Breitenreiter: »Es bleibt ein harter Kampf«

Erstklassig: Trainer André Breitenreiter führte Paderborn und Hannover in die Bundesliga.

Erstklassig: Trainer André Breitenreiter führte Paderborn und Hannover in die Bundesliga. Foto: imago

Hannover (WB). Mit dem SC Paderborn stieg André Breitenreiter 2014 in die 1. Liga auf, drei Jahre später gelang dem 44-Jährigen auch mit Hannover 96 der Sprung in die Erstklassigkeit. Am Samstag tritt er mit den Niedersachsen beim  Wintercup in Bielefeld an. Zuvor sprach Matthias Reichstein mit dem Trainer über die Situation in Hannover, seinen Ex-Verein SCP und den Cup-Gegner Arminia Bielefeld.

Herr Breitenreiter, Platz 11 mit 23 Punkten – wie zufrieden sind Sie mit der Hinrunde?

Breitenreiter: Als Abstiegskandidat Nummer eins haben wir eine gute Runde hingelegt, unser Spiel weiterentwickelt und auch große Mannschaften geschlagen. So etwas ist wichtig für das Selbstvertrauen, denn diese Siege zeigen, dass man gegen jeden Gegner bestehen kann. Wir waren, bis auf das 0:4 in Bremen, wo wir schlecht waren, in keinem Spiel chancenlos. Wir haben sogar drei bis vier Punkte verschenkt.

Mit dem SC Paderborn überwinterten Sie in der Saison 2014/2015 als Zehnter. Am Ende stand der Abstieg.

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Breitenreiter: Ich bin weit entfernt davon, beide Vereine mitein­ander zu vergleichen. Es war damals ein Wunder, dass der SC Paderborn in der Bundesliga gespielt hat. Das haben auch die Folgejahre gezeigt. Selbstzufriedenheit nach einer guten Hinrunde, fehlende Erfahrung und aufgrund katastrophaler Rahmenbedingungen eine schlechte Wintervorbereitung führten zum Abstieg. In Hannover haben wir individuell deutlich mehr Qualität, sehr viel mehr Bundesligaerfahrung und damit Profis im Kader, die stabiler in ihrem Spiel sind. Dennoch bleibt es ein harter Kampf. Die Konkurrenten verstärken sich enorm.

Die Trainingsbedingungen scheinen aber ähnlich zu sein. Auch in Hannover sind Sie schon in die Arena umgezogen.

Breitenreiter: Diese Parallele ist da, auch wenn wir deutlich mehr Plätze zur Verfügung haben. Die sind leider nicht im besten Zustand, werden aber ausgetauscht.

 Wo gibt es, abgesehen von den Trainingsbedingungen, sonst Parallelen?

Breitenreiter: In der Zusammenstellung der Mannschaft. Wie in Paderborn haben wir wieder ein Team, das eng zusammensteht, wobei der Zusammenhalt hier in Hannover noch einen Tick stärker ist. Damals wie heute versuchen wir immer am Limit zu spielen. Kampf und Mentalität sind da entscheidend, wobei wir auch viel mit fußballerischen Aspekten lösen. Das hat uns in Paderborn in der Hinrunde ausgezeichnet, in Hannover gelingt das noch etwas effektiver.

Trotz der guten Runde hat man als Beobachter nie das Gefühl, dass dieser Verein zur Ruhe kommt. Als Stichwort sei die 50+1-Regel genannt, gegen die es Widerstand gibt.

Breitenreiter: Als Mannschaft können wir das nicht beeinflussen und das darf uns auch nicht belasten. Dass wir trotz einiger Unruheherde im Umfeld so erfolgreich Fußball spielen, ist dennoch keine Selbstverständlichkeit und wertet unsere Arbeit noch auf. Die uneingeschränkte Unterstützung der Fans hat uns zum Aufstieg getragen und war sensationell. Genau das fehlt uns aktuell.

Paderborn war im Mai Regionalligist und überwintert nun als Zweiter der 3. Liga – haben Sie den SCP noch im Blick?

Breitenreiter: Natürlich, sehr genau sogar. Nach dem stetigen Abstieg in den vergangenen Jahren freue ich mich, dass sich der SCP auf einer Euphoriewelle bewegt. Paderborn hat eine Mannschaft auf dem Platz, die als Einheit funktioniert, zusammensteht und erfolgreich spielt.

Am Dienstag gibt es ein Wiedersehen, der SC Paderborn testet in Hannover.

Breitenreiter: Die Mannschaft hat sich zwar fast komplett verändert, trotzdem freue ich mich auf einen Gegner, der ein Spitzenklub in der 3. Liga ist und im Viertelfinale des DFB-Pokals steht.

Zwischen Paderborn und Hannover lag auf Ihrem Weg der FC Schalke 04. Die Knappen sind Zweiter. Auch für Sie überraschend?

Breitenreiter: Das Thema Schalke ist abgehakt. Wir waren damals mit der jüngsten Mannschaft der gesamten Liga auf einem guten Weg. Danach ist, trotz großer Investitionen, nur Platz zehn herausgesprungen. Mehr möchte ich nicht sagen. Ich bin froh, in Hannover zu sein und einen Aufstieg geschafft zu haben, der nicht selbstverständlich war.

Wie wichtig ist der Wintercup in Bielefeld für die Vorbereitung?

Breitenreiter: Wir haben bis zum Rückrundenstart nur zwei Testtage. Das Turnier hilft, um Spielpraxis zu sammeln und den Rhythmus zu finden.

Der 1. FC Köln ist aus der 1. Liga praktisch abgestiegen und Hertha, etwas überraschend, ein direkter Konkurrent im Kampf um den Ligaerhalt. Passt die Einschätzung?

Breitenreiter: Ich erwarte in Bielefeld zwei Bundesligisten auf Augenhöhe. Der 1. FC Köln ist zwar abgeschlagen, aber die werden alles versuchen, um doch noch einmal ranzukommen.

Was trauen Sie den Arminen in der 2. Liga zu?

Breitenreiter: Um das zu beurteilen, bin ich zu weit weg. Die Arminia spielt bislang aber eine Zweitligasaison, die ich so nicht erwartet habe. Die Hinrunde war gut. Bielefeld scheint im Gegensatz zu den vergangenen Jahren nicht gegen den Abstieg kämpfen zu müssen und könnte vielleicht sogar noch einmal oben angreifen.

Kommentare

Hat Ahnung der Breienreiter...

Man beachte den letzten Satz...könnte oben angreifen.Falsch,Herr Breitenreiter.Arminia wird oben angreifen.Samstag gibt's erstmal nen Pfund für 96 und dann läuft der Aufstiegsexpress,bitte ohne Aussetzer.;))

1 Kommentare

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