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Di., 06.02.2018

Es bleibt dabei: Im Pokal werden beim SC Paderborn die Torhüter getauscht Ratajczak fühlt mit Bayer Zingerle

Pokalexperte Michael Ratajczak erhält gegen die Bayern den Vorzug gegenüber Leopold Zingerle.

Pokalexperte Michael Ratajczak erhält gegen die Bayern den Vorzug gegenüber Leopold Zingerle. Foto: Besim Mazhiqi

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Die Torwartfrage beim SC Paderborn 07 – das ist ein ganz spezielles Thema. Vor der Saison hat sich Trainer Steffen Baumgart auf eine eiserne Regel festgelegt.

Im Ligaalltag ist Leopold Zingerle die Nummer eins, steht ein K.o.-Spiel auf dem Plan, ist genauso klar, dass Michael Ratajczak den verantwortungsvollen Job zwischen den Pfosten übernimmt. Völlig egal, ob der Viertelfinalgegner SC Herford (Westfalenpokal) oder FC Bayern heißt.

Kurz nach dieser Entscheidung hatte sich Routinier Ratajczak so enttäuscht wie überrascht gezeigt. Damals konnte der 35-Jährige allerdings auch beim besten Willen noch nicht ahnen, wie weit er es mit dem SCP in den Pokalwettbewerben bringen sollte.

Zingerle ist ein gebürtiger Münchener

Jetzt, da Bochum, St. Pauli sowie Ingolstadt souverän besiegt sind und der spektakuläre Vergleich mit dem 18-maligen Gewinner des Wettbewerbs bevorsteht, ist die Gemütslage natürlich eine andere: »Unser Erfolg im DFB-Pokal ist eine großartige Sache. Wie für den Verein ist es auch für mich das erste Mal im Viertelfinale, und ein Pflichtspiel gegen Bayern hat mir in meiner Laufbahn auch noch gefehlt.«

Ratajczak freut sich (auch) für sich, denkt in diesem besonderen Moment aber ebenfalls an seinen Rivalen.

Leopold Zingerle Foto: Oliver Schwabe

Zingerle ist schließlich ein gebürtiger Münchener, trug 13 Jahre lang das Trikot des FC Bayern, saß bei neun Bundesliga- sowie vier Champions-League-Vorstellungen des Rekordmeisters als Ersatz von Manuel Neuer auf der Bank und hätte nichts lieber getan, als seinem Ex-Klub das Toreschießen so schwer wie möglich zu machen. Stattdessen muss der 23-Jährige heute Abend wohl zusehen und das vielleicht sogar – ohne jede Chance auf einen Einsatz – nur von der Tribüne aus.

Denn während »Rata« seinen grippalen Infekt rechtzeitig auskuriert hat, macht »Leo« die Fleischwunde, die er sich in Großaspach zugezogen hat, noch immer zu schaffen. Von da auf Zingerles aktuellen Gemütszustand zu schließen, ist nicht allzu schwierig. »Es ist immer schön, wenn man gegen einen seiner alten Vereine spielt. Daher kann ich durchaus nachempfinden, wie Leo sich gerade fühlen muss«, sagt Ratajczak.

»Wir wollen weiterkommen«

Während dieser das Verhältnis zu seinem Konkurrenten als »ganz okay« beschreibt, lobt Baumgart die beiden für den professionellen Umgang mit der nicht einfachen Situation. Zu seiner Entscheidung steht der 46-Jährige weiter felsenfest: »Wir haben eben zwei völlig gleichwertige Torhüter. ›Rata‹ ist keine normale Nummer zwei und wäre bei manch anderem Verein die klare Nummer eins. Er ist einer, auf den wir uns zu 100 Prozent verlassen können und der sich jeden Einsatz verdient hat.« Das und noch viel mehr möchte Ratajczak gegen die Bayern zeigen. »Wir wollen weiterkommen«, sagt der Pokalspezialist und hat zwei weitere Einsätze im Blick: das Halbfinale und das Finale.

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