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Di., 06.02.2018

DFB-Pokal-Viertelfinale: SC Paderborn unterliegt dem Rekordmeister 0:6 Bayern zeigt die Grenzen auf

Robert Lewandowski erzielt das 2:0 für die Bayern.

Robert Lewandowski erzielt das 2:0 für die Bayern. Foto: Thomas F. Starke

Paderborn (WB/en). Der Siegeszug des SC Paderborn ist beendet. Zum ersten Mal ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen, war dort für den Drittligisten gegen das Starensemble des FC Bayern München nichts zu machen. Die Gäste setzten sich in der mit 15.000 Zuschauern ausverkauften Benteler-Arena am Dienstagabend standesgemäß mit 6:0 (3:0) durch.

»Die Bayern waren brutal effektiv. Diese ganze Klasse zu verhindern ist schwer. Wir haben versucht, mutig nach vorne zu spielen. Wie die Jungs das gemacht haben, unabhängig vom Ergebnis, das hat mir gut gefallen. Wir hätten das ein oder andere Tor machen können«, sagte SCP-Trainer Steffen Baumgart. Zufriedener klang Bayern-Coach Jupp Heynckes: »Wir waren vorgewarnt. Wir waren heute sehr motiviert. Wir haben eine Top-Mannschaftsleistung gezeigt. Wenn wir nicht so eine gute Einstellung gehabt hätten, hätten wir Schwierigkeiten gehabt.«

Schon vor dem Anpfiff, beim Blick auf die Startformationen, wurde deutlich, wie ernst der große Favorit das Duell mit dem krassen Außenseiter nehmen sollte. Jupp Heynckes überarbeitete die Anfangself vom 2:0-Sieg in Mainz auf sieben Positionen. Für Boateng (Grippe), Rafinha, Bernat, Rudy, Tolisso, Ribery und Wagner (alle Bank) standen Kimmich, Süle, Alaba, Vidal, Robben, Coman sowie Lewandowski von Beginn auf dem Rasen und damit nichts anderes als eine 1A-Formation der Bayern. Steffen Baumgarts Wechsel kamen nicht ganz so prominent daher. Er ersetzte nach dem 1:1 in Großaspach Tietz, Yeboah sowie Zingerle durch Wassey, Zolinski und Ratajczak.

Kurzweilige Begegnung

Nachdem Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) den Vergleich der Spitzenreiter angepfiffen hatte, dauerte es nur drei Minuten, bis Robert Lewandwoski erstmals die Richtung vorgab. Den Kopfball des polnischen Stürmerstars wehrte Paderborns Pokalkeeper Michael Ratajczak aber  souverän ab. Wer gedacht hatte, mit dieser Aktion ließen sich die Gastgeber einschüchtern, sah sich getäuscht. Die Antwort folgte nur drei Minuten später. Nach einem fix ausgeführten Freistoß von Marlon Ritter schob Innenverteidiger Sebastian Schonlau den Ball sogar tatsächlich ins Tor und der Abseitspfiff wäre im Jubel beinahe untergegangen. Ein  Zentimeter-Entscheidung, aber genau für solche Fälle saß ja Video-Assistent Frank Wittenborn (Osnabrück) im direkt vorm Stadion platzierten DFB-Van.

Die Begegnung blieb so kurzweilig, wie sie in der Anfangsphase zu werden versprach, nahm dann aber doch die am wenigsten überraschende Entwicklung. Erst war »Rata« wieder gegen »Lewi« zur Stelle (18.), doch nach dem nächsten Angriff samt abschließendem Abstauber von Kingsley Coman stand es 0:1 (19.). Der Franzose war es sechs Minuten später auch, der Lewandowskis dritte Gelegenheit vorbereitete und diesmal gab der Torjäger Ratajczak das Nachsehen.

Nicht im Sinne der Münchener war in Hälfte eins allein die verletzungsbedingte Auswechslung von Nationalspieler Thomas Müller (32.). Der SCP mühte sich nach seinen Möglichkeiten, verbuchte aber nur noch einen sehenswerten Freistoß von Ritter (35.). Den schicken Schlusspunkt des ersten Durchgangs setzten  Mats Hummels und Joshua Kimmich. Den perfekten Außenrist-Pass des Abwehrchefs veredelte der Rechtsverteidiger auf abgezockteste Weise zum 0:3 (42.). »Schade, dass wir nicht in Führung gegangen sind, aber man hat schon gesehen, was die Bayern für einen Druck entfachen können, wenn sie das Tempo anziehen. Wir müssen jetzt sehen, dass wir gut aus der Sache herauskommen«, sagte Manager Markus Krösche zwischen den Halbzeiten und durfte seine Hoffnungen erfüllt sehen.

Robben trifft doppelt

Zwar stellte Corentin Tolisso früh auf 0:4 (52.), doch der SCP spielte weiter gefällig nach vorne und war noch einmal ganz nah an einem Tor, als Ben Zolinskis Schuss in der 56. Minute an den Pfosten klatschte. Nur Zentimeter fehlten auch dem eingewechselten Phillip Tietz, der zehn Minuten vor dem Ende den Ball hachdünn am Tor vorbeigrätschte. Es wäre der verdiente Lohn für eine engagierte und mutige Vorstellung gewesen. Treffer fielen jedoch nur noch auf der anderen Seite, denn Arjen Robben machte per Doppelpack (85./89.) genau den Endstand perfekt, der auch nach dem letzten Bundesliga-Duell vor drei Jahren notiert worden war.
Die Bayern warten jetzt in aller Ruhe auf ihren Halbfinalgegner (17./18. April) und vertreiben sich die Zeit unter anderem mit dem Bundesliga-Topspiel gegen den FC Schalke am Samstagabend (18.30 Uhr). Der SCP hat nur einen Tag weniger zum Regenerieren und ist am Freitagabend (19 Uhr) im Heimspiel gegen Schlusslicht RW Erfurt wieder selbst der (klare) Favorit. Für den weiteren Saisonverlauf gab es noch Vorschusslorbeeren von Jupp Heynckes: »Wenn Paderborn weiter so Fußball spielt, dann wird diese Mannschaft aufsteigen. Nächstes Jahr schaue ich mir das in der 2. Liga an.«

Statistik

Paderborn: Ratajczak - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch - Krauße, Wassey (46. Tietz) - Zolinski, Ritter (74. Klement), Antwi-Adjei (65. Bertels) - Michel
München: Ullreich - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba - Vidal - Robben, Müller (32. Tolisso), James (67. Rudy), Coman (81. Ribery) - Lewandowski
Zuschauer: 15.000
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Tore: 0:1 Coman (19.), Lewandowski (25.), 0:3 Kimmich (42.), Tolisso (55.), Robben (85.), 0:6 Robben (89.)
Gelbe Karten: Zolinski, Strohdiek / Hummels, Vidal

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