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Do., 08.02.2018

Paderborns Trainer Baumgart hat mit der Pokalpleite noch Probleme Baumgart: »Vier hätten auch gereicht«

Steffen Baumgart hadert mit dem Pokalergebnis. Damit könne er nicht zufrieden sein, sagt der SCP-Coach.

Steffen Baumgart hadert mit dem Pokalergebnis. Damit könne er nicht zufrieden sein, sagt der SCP-Coach. Foto: Thomas F. Starke

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Es war keine schlaflose Nacht, besonders ruhig war sie aber auch nicht: Paderborns Trainer Steffen Baumgart hatte auch am Tag nach der 0:6-Pokal-Packung gegen die Bayern mit dem klaren Ergebnis große Probleme.

»Wer sechs Stück kassiert, kann vielleicht mit der Leistung noch zufrieden sein, ganz sicher nicht mit dem Ergebnis. Dabei ist es ganz egal, wie der Gegner heißt«, meinte Baumgart am Mittwoch. Dass es sich dabei aber fast ausnahmslos um Gegentreffer handelte, die nicht hergeschenkt, sondern eher der Kategorie »exzellent herausgespielt« zuzuordnen waren, machte das halbe Dutzend für Baumgart nur etwas erträglicher: »Vier hätten auch gereicht.«

Der SC Paderborn attackierte – wie in der 3. Liga – früh, setzte die Gäste unter Druck und ging in den ersten 20 Minuten das hohe Tempo des Meisters und Tabellenführers mit. Heraus kamen gerade in der Anfangsphase viele Ballgewinne. Über die gesamten 90 Minuten boten sich auch immer wieder Torchancen. Nutzen konnte der SCP keine.

Trainer Jupp Heynckes verbuchte 19. Sieg

Die brutal effektiven Bayern machten das sehr viel besser, besetzten die Räume, die Paderborn anbot, konsequent und trafen. »Bei der Klasse war das auch nicht immer zu verhindern«, sagte Baumgart und befand sich dabei in bester Gesellschaft: Diese Erfahrung hatten zuvor schon 18 andere Teams gemacht. In seinen 20 Pflichtspielen mit den Bayern verbuchte Trainer Jupp Heynckes am Dienstag den 19. Sieg.

Dass die Bayern das Beste aufboten, was der Kader aktuell hergibt, überraschte Baumgart dagegen nicht. »In der Bundesliga kann den Münchnern kaum noch etwas passieren, im Pokal gibt es dagegen nur K.o.-Spiele«, meinte er. Ähnlich argumentierte auch Jupp Heynckes: »Wenn wir als Mannschaft nicht eine so gute Einstellung gezeigt hätten, wäre das Ergebnis niemals so deutlich ausgefallen.«

Der Fußball, der in Paderborn gespielt wird, imponiert Heynckes. Das hatte der 72-Jährige schon im Vorfeld betont. Dem Altmeister sind deshalb Zweifel am Paderborner Zweitligaaufstieg fremd, mehr noch: Er traut dem SCP schon jetzt eine gute Rolle in der 2. Liga zu. So viel Wertschätzung nimmt Baumgart gerne zur Kenntnis, tritt aber auch auf die Bremse: »Es gibt viele Boxer, die den Kampf ihres Lebens gemacht haben, aber nie Weltmeister wurden.«

Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt

Bis Freitag wird der 46-Jährige nun Mühe haben, seine Mannschaft auf den Drittliga-Alltag einzuschwören. »Die Euphorie, die Erwartungshaltung und die Stimmung in unserer Arena werden komplett anders sein«, ist Baumgart sicher. Drei Tage nach dem Gastspiel der mit Abstand besten deutschen Mannschaft kommt mit Rot-Weiß Erfurt das Schlusslicht der 3. Liga (Anstoß um 19 Uhr). »Wir dürfen nicht nachlassen, sondern müssen genauso intensiv ins Spiel gehen. Nur wenn jeder wieder an seine Leistungsgrenze geht, werden wir Erfolg haben«, warnt der Coach.

Eine (Sieg-)Garantie gibt es nicht, auch Paderborns Fußballlehrer kann nicht in die Köpfe seiner Spieler schauen. Baumgart überlegt aber, frische Kräfte zu bringen und seine Stammformation auf zwei bis drei Positionen umzubauen. Namen nannte er nicht, der SCP-Kader wurde im Winter aber genau für solche Planspiele breiter aufgestellt. Zumindest ein Wechsel deutet sich an: Rechtsverteidiger Lukas Boeder hat noch Rückenprobleme.

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