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Fr., 09.02.2018

Paderborn erneut zuhause: Auf die Bayern folgt Schlusslicht Erfurt Eine andere Welt

Im Hinspiel war Sven Michel der Paderborner Punktegarant und schoss das Tor des Tages.

Im Hinspiel war Sven Michel der Paderborner Punktegarant und schoss das Tor des Tages. Foto: Besim Mazhiqi

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Wer nach 23 Spieltagen in der 3. Liga die Punktzahl des SC Paderborn dreht, bekommt die Ausbeute des FC Rot-Weiß Erfurt serviert. Der Tabellenerste hat bereits 51 Zähler gesammelt, die Gäste aus Thüringen nur 15.

»Die Konstellation ist deutlich. Wir spielen zuhause und sind der klare Favorit. Das sollte auch zu sehen sein. Aber Erfurt steht mit dem Rücken zur Wand. Die Mannschaft spielt vielleicht schon um ihre letzte Chance, sie wird und muss bei uns bis an ihre Grenze gehen«, warnt SCP-Trainer Steffen Baumgart.

Am Dienstag im DFB-Pokal die Bayern, die als Branchenprimus über allem stehen. Am Freitag (Anstoß: 19 Uhr) ein Drittliga-Dino, der am Ende ist. Der SC Paderborn taucht innerhalb weniger Tage in zwei völlig unterschiedliche (Fußball)-Welten ein: Die Münchener stehen vor ihrer sechsten Meisterschaft in Folge, Drittliga-Gründungsmitglied Erfurt droht der Abstieg.

RWE vor dem Aus

Sportlich ist die Krise mit Blick auf die Tabelle leicht ablesbar, aber auch wirtschaftlich steht RWE vor dem Aus. Im Zuge der Nachlizensierung mussten die Erfurter bis Ende Januar noch 1,5 Millionen Euro nachweisen. 600.000 Euro, die bis zuletzt noch fehlten, wurden erst in fast letzter Sekunde durch neue Bürgschaften, Sponsorenleistungen und teilweisen Gläubigerverzicht aufgebracht.

Ob der DFB die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Vereins so akzeptiert, ist völlig offen. Im schlimmsten Fall droht ein Vier-Punkte-Abzug. Das wäre wohl das endgültige Aus.

Ähnliche Konstellation

Stefan Emmerling, der seit November vergeblich versucht, Erfurt auf Kurs zu bringen, wurde in dieser Woche besonders deutlich. Nach zuletzt drei Niederlagen in Folge (1:11 Tore) appellierte Paderborns Ex-Trainer, der am Samstag 52 Jahre alt wird, erstmals an die Ehre seiner Profis: »Jeder Spieler muss immer alles rausknallen. Auch am Freitag gegen Paderborn. Es geht um den ganzen Verein und um neue Verträge – auch für die, die am Ende vielleicht nicht mehr in Erfurt sind.«

Im Hinspiel (1:0) tat sich der SC Paderborn noch sehr schwer, die Konstellation war damals sogar ähnlich: Paderborn hatte montags im DFB-Pokal den FC St. Pauli (2:1) geschlagen und reiste vier Tage später in die Landeshauptstadt. Baumgart erinnert sich an die 90 Minuten so: »Das war ein glücklicher Sieg, aber zu diesem Zeitpunkt waren wir auch in einer etwas anderen Entwicklung.«

Personell hat Baumgart kaum Probleme. Rechtsverteidiger Lukas Boeder (Rücken) meldete sich fit, Stammkeeper Leopold Zingerle wird ins Tor zurückkehren. Einzig Kwame Yeboah macht Sorgen. Ein Knochenödem im Sprunggelenk verursacht starke Schmerzen, der Neuzugang wird etwa zwei Wochen ausfallen.

So könnte der SCP spielen

Zingerle - Boeder, Schonlau, Strohdiek, Herzenbruch - Krauße - Zolinski, Ritter, Antwi-Adjei - Tietz, Michel

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