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Fr., 09.02.2018

SC Paderborn 07 unterliegt Schlusslicht RW Erfurt mit 0:1 Kein Punkt, zweimal Rot

Paderborns Marlon Ritter gegen Erfurts Carsten Kammlott.

Paderborns Marlon Ritter gegen Erfurts Carsten Kammlott. Foto: Oliver Schwabe

Von Elmar Neumann

Paderborn (WB). Sind das Spätfolgen des Pokal-Spektakels? 72 Stunden nach dem 0:6 gegen die Über-Bayern musste Tabellenführer SC Paderborn 07 gegen Schlusslicht RW Erfurt die zweite Heimniederlage dieser Drittliga-Saison verkraften. Erst kassierte der SCP innerhalb von 120 Sekunden zwei Rote Karten, dann das Gegentor zum 0:1 (0:0)

Der Rekordmeister war auch in Abwesenheit noch ein Thema, denn Trainer Steffen Baumgart reagierte auf die außergewöhnliche Beanspruchung im Mittelteil dieser Englischen Woche mit insgesamt vier Änderungen.

Zum Torwartwechsel, von Pokalkeeper Michael Ratajczak zu Ligalösung Leopold Zingerle, hat sich der Coach bekanntlich selbst verpflichtet. Die Bankplätze für Christian Strohdiek, Sven Michel und Felix Herzenbruch fielen aber unter die Rubrik „Bewährungsprobe für den breiten Kader“. Statt des Kapitäns, des Topscorers und des Linksverteidigers standen Leon Fesser, Phillip Tietz und Jamilu Collins in der Startelf.

Chancen, nicht hier, nicht dort

Unter Leitung der mittlerweile erstligaerprobten Polizeibeamtin Bibiana Steinhaus (Langenhagen) entwickelte sich zunächst eine Begegnung, die natürlich deutlich weniger Dynamik hatte als das K.o.-Duell am Dienstag. Die 36 Punkte, die die beiden Teams in der Tabelle trennen, überspielten die Erfurter relativ überzeugend, aber große Chancen in den ersten 40 Minuten?

Nicht hier, nicht dort. Nur kurz vor dem Pausenpfiff wurde es packend. Erfurts Nermin Crnkic zielte zu hoch (42.), Fesser zwang RW-Torwart Philipp Klewin per Drehschuss zu einer respektablen Fußabwehr (44.).

Vieles schuldig geblieben

In der zweiten Halbzeit ließ die erste Möglichkeit nicht so lange auf sich warten. Nach nur 15 Sekunden verbuchte der Bosnier Crnkic die nächste Erfurter Annäherung. Der schwächste Angriff der Liga (bis Freitag 14 Tore) mühte sich nach Kräften, die Gastgeber, das offensivstärkste Team der dritten Klasse (55), blieben dagegen vieles schuldig.

Auch die Hoffnung auf einen Elfmeter erfüllte sich nicht. Nach vermeintlichem Foul an Christopher Antwi-Adjei blieb Steinhaus' Pfeife stumm (60.). Baumgart reagierte und brachte mit Michel eine zweite Angriffskraft, doch der war gerade noch dabei, sich in der Elf zu sortieren, da war sein Team nur noch zu neunt.

Verkorkster Abend

Innerhalb im deutschen Profi-Fußball bisher wohl einmaliger 120 Sekunden flog erst Sebastian Schonlau (64.) und dann Torwart Leopold Zingerle (66.), jeweils nach Notbremsen, vom Feld. Das erste Rot hatte Zingerle mit einem Fehlpass provoziert, für das zweite trug Fesser den ganz großen Teil der Schuld. Auf die Strafe musste der SCP nicht lange warten: Den Freistoß nach dem zweiten Platzverweis setzte Theodor Bergmann am machtlosen Ratajczak vorbei in den Winkel (69.). Es mutete kurios an, dass nur noch acht Paderborner Feldspieler mehr Druck nach vorne entwickelten als zehn, aber belohnt wurden die verzweifelten Versuche nicht mehr.

Den Hausherren bleibt nach diesem völlig verkorksten Abend nur ein Trost: Obgleich sie nicht wie ein Spitzenreiter gespielt haben, werden sie auch am kommenden Samstag (14 Uhr) in Meppen als Nummer eins der 3. Liga auflaufen.

Statistik

Paderborn: Zingerle - Boeder, Schonlau, Fesser, Collins - Krauße (61. Michel) – Zolinski (68. Strohdiek), Wassey, Ritter, Antwi-Adjei - Tietz (68. Ratajczak)

Erfurt: Klewin - Laurito, Möckel, Kaffenberger (29. Kurz) - Odak, Kwame - Bergmann, Vocaj - Kammlott, Huth (89. Bieber), Crnkic (90. Brückner)

Zuschauer: 7225

Tor: 0:1 Bergmann (69.)

Gelbe Karten: Collins, Krauße / Huth, Bergmann, Kwame

Rote Karten: Schonlau (64./Notbremse), Zingerle (66./Notbremse)

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