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Di., 13.03.2018

Der SC Paderborn zahlt in Rostock erst Lehrgeld, belohnt sich dann aber noch Keine Zweifel an der Spielidee

Vor dem Anpfiff hatte Rostocks Trainer Pavel Dotchev (links) noch Spaß mit seinem Kollegen Steffen Baumgart. Nach dem Spiel lachte nur noch der Paderborner Coach.

Vor dem Anpfiff hatte Rostocks Trainer Pavel Dotchev (links) noch Spaß mit seinem Kollegen Steffen Baumgart. Nach dem Spiel lachte nur noch der Paderborner Coach. Foto: Bongarts

Von Peter Klute

Paderborn (WB). Am Ende überwog die große Freude über den nicht mehr für möglich gehaltenen Dreier. Bis zur 86. Minute lag der SC Paderborn beim FC Hansa Rostock mit 1:2 zurück, um sich durch zwei späte Tore noch mit einem 3:2-Sieg zu belohnen. Es war ohne Zweifel ein Big Point im Aufstiegskampf gegen einen unmittelbaren Konkurrenten.

Doch in der Nachbereitung wird sich der Drittliga-Spitzenreiter auch damit beschäftigen, was vorher und vor allem in Hälfte eins passierte – wie es zu dem frühen 0:2-Rückstand nach einer guten Viertelstunde kommen konnte.

Durchschlagskraft fehlte

Da hatten die Paderborner Lehrgeld gezahlt. Mit gefühlten 90 Prozent Ballbesitz waren sie zu Beginn klar spielbestimmend und ließen den Gegner laufen. Doch vorne fehlte es, wie schon in den vergangenen Wochen, den diesmal in einem 4-1-4-1-System angetretenen Ostwestfalen zunächst an Durchschlagskraft. Der SCP blieb harmlos, kam nicht in die gefährliche Zone des Gegners. Ganz anders die Rostocker, die nach Ballgewinn schnell umschalteten und nach ähnlichen Angriffen über die Flügel zweimal trafen.

Dabei bot der SCP riesige Löcher an, das war naiv. Doch den Ball wegzuschlagen und erst mal die Null zu verteidigen, davon halten die Verantwortlichen nichts. »Es ist mir bewusst, dass wir da anfällig für Kritik sind, aber das ist nicht unsere Spielidee«, erklärt Manager Markus Krösche und Trainer Steffen Baumgart ergänzt: »Unser Ziel ist es, immer spielerische Lösungen zu finden und den Ball nie hinten rauszuprügeln.«

Junge Mannschaft

Krösche und Baumgart wissen, dass das Risiken beinhaltet, weichen von ihrer Philosophie aber nicht ab. Das Resultat in Rostock gibt ihnen Bestätigung und wird den Glauben der Spieler in ihr aktives Auftreten weiter stärken.

»Wir haben versucht, den Rückstand auszuschalten, weil wir wussten, dass wir die bessere Mannschaft sind und uns die Gegentore praktisch selber reingeschossen haben. In der Pause gab es zwei Möglichkeiten: Entweder wir machen uns in die Hose oder hauen alles raus. Wir haben uns für das Zweite entschieden«, sagt Marlon Ritter. Die Negativserie vor Rostock mit sechs Pflichtspielen ohne Sieg hat das Selbstvertrauen nicht angeknackst, das verdeutlicht auch diese Aussage von Kapitän Strohdiek nach dem Abpfiff am Samstag: »Es haben immer nur Kleinigkeiten gefehlt. Wir haben die Spiele in der Hand, wir entscheiden, wie es ausgeht. Bei uns zerreißt sich jeder, wir spielen unseren Fußball und lassen uns durch nichts aus der Bahn werfen. So war es auch heute, mit einem überragenden Ende.«

Wie sich die junge Mannschaft trotz Rückschlägen insbesondere in der Englischen Woche präsentiert hat, beeindruckt Krösche zutiefst: »Gegen Magdeburg betrug unser Durchschnittsalter 22,9 Jahre. Das ist der Wahnsinn.«

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