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Mo., 14.05.2018

Paderborns Präsident Finke tritt mit sofortiger Wirkung zurück Nur der Zeitpunkt überrascht

Endgültiger Rückzug: Präsident Wilfried Finke hört auf.

Endgültiger Rückzug: Präsident Wilfried Finke hört auf. Foto: Besim Mazhiqi

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Er war gar nicht da, aber trotzdem Gesprächsthema Nummer 1: Wilfried Finke ließ am Samstagabend durch Stadionsprecher Jürgen Lutter seinen sofortigen Rücktritt als Präsident des SC Paderborn verkünden.

Finkes Rückzug hatten Insider erst nach der geplanten Ausgliederung der Profiabteilung und damit zum 30. Juni erwartet. Die Entscheidung, jetzt an die Öffentlichkeit zu gehen, überraschte daher auch engste Klubvertraute: »Wir waren vorbereitet und führen seit Wochen Gespräche mit möglichen Nachfolgern. Aber heute und sofort – nein, damit hatte ich nicht gerechnet«, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Elmar Volkmann. Am Montag tagen bereits Präsidium und Aufsichtsrat. Die beiden Sitzungen waren zwar ohnehin angesetzt, es gibt aber dennoch viel zu besprechen. Manager Markus Krösche hatte die »Art und Weise des Rücktritts« verwundert, er machte aber deutlich: »Die Entscheidung gilt es zu akzeptieren und zu respektieren. Er hat unglaublich viel für den Verein geleistet.« Warum Finke gerade diesen Zeitpunkt wählte, darüber kann nur spekuliert werden. Lutter erklärte die Situation so: »Ihm war es sehr wichtig, den Fans gerade heute ausdrücklich für ihre Unterstützung zu danken. Auch das habe ich getan.«

Mitgliederversammlung über Ausgliederung in eine Kapitalgesellschaft

Der Verein steht auch vor einer anderen wegweisenden Entscheidung: Am 29. Mai sollen die SCPer im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über die Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung in eine Kapitalgesellschaft abstimmen. Als Rechtsform soll eine KGaA, eine Kommanditgesellschaft auf Aktien entstehen. Zwei Schlüsselpositionen werden dort die neuen Geschäftsführer einnehmen und hier hat der künftige Präsident ein entscheidendes Mitspracherecht.

Kein Zeitdruck

Beim Zweitligaaufsteiger wird der Klubboss nicht von Mitgliedern gewählt, sondern vom Aufsichtsrat bestimmt. Unter Zeitdruck steht der SCP allerdings nicht. Mit dem beiden vertretungsberechtigten Vizepräsidenten Josef Ellebracht und Dr. Rudolf Christa ist der Verein handlungsfähig. Allerdings gehen Insider davon aus, dass sich weder Ellebracht noch Dr. Christa im Verlauf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung erneut zur Wahl stellen. Finke wird dagegen auch nach seinem Rücktritt eng mit dem Verein verbunden bleiben. Mit seiner Familie und dem Unternehmen ist er zum Beispiel mit 44 Prozent an der Stadiongesellschaft beteiligt und die war in jüngster Vergangenheit wichtigster SCP-Geldgeber.

Paderborns Bürgermeister Michael Dreier, der in der Vergangenheit einige verbale Gefechte mit Finke geführt hatte, äußerte sich so: »Ich möchte Wilfried Finke für sein Lebenswerk Danke sagen.« SCP-Geschäftsführer Martin Hornberger meinte: »Wilfried Finke wird immer ein wichtiger Bestandteil der Geschichte des SC Paderborn bleiben.« Noch in diesem Jahr soll Finke zum Ehrenpräsidenten ernannt werden.

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