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Mi., 16.05.2018

Ehemaliger SCP-Spieler: »Özil und Gündogan beteiligen sich an Erdogans Wahlkampf« Deniz Naki kritisiert Özil und Gündogan scharf

Deniz Naki hat kurdische Wurzeln und ist von der türkischen Fußballföderation (TFF) lebenslang gesperrt. Grund sei »Diskriminierung und ideologische Propaganda« vonseiten des Fußballers.

Deniz Naki hat kurdische Wurzeln und ist von der türkischen Fußballföderation (TFF) lebenslang gesperrt. Grund sei »Diskriminierung und ideologische Propaganda« vonseiten des Fußballers. Foto: dpa

Berlin (dpa). Der deutsch-türkische Fußballer Deniz Naki hat Mesut Özil und Ilkay Gündogan für  ihre Fotos mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan heftig kritisiert.

»Was Özil und Gündogan da mit dem Trikot für Erdogan machen, geht gar nicht«, wird der frühere Profi des FC St. Pauli und des SC Paderborn vom Internetportal sportbild.de zitiert.

»Özil und Gündogan beteiligen sich an Erdogans Wahlkampf«, sagte Naki. »Wenn das ihr Präsident sein soll, warum spielen sie dann für Deutschland? Ich finde das nicht in Ordnung. Man kann einem Präsidenten ein Trikot überreichen, wenn der für Frieden und Demokratie ist. Die ganze Welt aber weiß, dass Erdogan das nicht ist.«

Die Nationalspieler Özil und Gündogan hatten Erdogan bei einem Termin in London Trikots ihrer Vereine FC Arsenal und Manchester City überreicht. Die von Erdogans Partei veröffentlichten Bilder hatten harsche Kritik ausgelöst. Gündogan zufolge soll mit dem Auftritt keine politische Botschaft verbunden gewesen sein.  Sowohl Özil als auch Gündogan wurden am Dienstag wie erwartet von Bundestrainer Joachim Löw in den vorläufigen WM-Kader berufen. 

Lebenslang gesperrt

Naki hat kurdische Wurzeln und ist von der türkischen Fußballföderation (TFF) lebenslang gesperrt. Grund sei »Diskriminierung und ideologische Propaganda« vonseiten des Fußballers.

 Zuletzt war Naki im März in den Hungerstreik getreten, um gegen militärische Intervention der Türkei in Syrien zu protestieren.

 Anfang Januar war Naki bei einem Heimatbesuch in seinem Auto auf der A4 nahe Düren beschossen worden. Naki hatte den Verdacht geäußert, dass der türkische Geheimdienst MIT hinter den Schüssen stecken könnte.

Bis heute sind die Hintergründe jedoch unklar. Seit Jahren gilt Naki als Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Wegen angeblicher Terrorpropaganda für die kurdische Arbeiterpartei PKK war der Fußballer zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

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