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Di., 07.08.2018

Nach dem 0:1 in Darmstadt: Paderborn ist dran am Cottbuser Torjäger Mamba bleibt ein Thema

Seine Tor-Quote ist beeindruckend: Streli Mamba vom Drittligisten FC Energie Cottbus.

Seine Tor-Quote ist beeindruckend: Streli Mamba vom Drittligisten FC Energie Cottbus. Foto: Thomas F. Starke

Von Matthias Reichstein

Paderborn (WB). Keine gute Offensivaktion über die gesamten ersten 90 Zweitligaminuten der Saison 2018/2019 – die Enttäuschung über das 0:1 in Darmstadt war auch am Tag danach noch groß. Einen weiteren Erklärungsversuch machte Manager Markus Krösche am Montag: »Unsere Jungs wurden auch von der Robustheit überrascht. In der 2. Liga wird wie auf kaltes Eisen gehauen. Daran werden wir uns schnell gewöhnen müssen.«

Die Südhessen waren auch ein gutes Beispiel dafür, welcher Gegner-Typ den SCP in den kommenden Monaten erwartet: defensiv gut stehen und viele Zweikämpfe führen. Der Versuch, Fußball auch zu spielen, wird bei einem Großteil der Zweitliga-Konkurrenz eher eine untergeordnete Rolle einnehmen. »Uns wird man kaum Luft zum atmen lassen. Darauf müssen wir uns einstellen«, fordert Krösche und nennt noch einen weiteren Grund für den punktlosen Start: Dem Neuling SC Paderborn fehlt die nötige Erfahrung. Der Altersschnitt der Mannschaft liegt bei 24,6 Jahren, mit Kapitän Christian Strohdiek stand am Sonntag nur ein Profi in der Startelf, der bereits über einen längeren Zeitraum Spiele in der 2.Liga absolviert hat. Krösche: »Wir hatten gegen Darmstadts abgezockte Truppe praktisch nur Frischlinge auf dem Rasen.«

Akte Streli Mamba noch offen

Für Erfahrung, Cleverness und ein gutes Stück Abgezocktheit steht zum Beispiel Daniel Keita-Ruel. Monatelang bemühten sich die Paderborner um den 28-Jährigen und waren sich eigentlich auch schon einig, am Ende wechselte der Torjäger für viel mehr Geld von Fortuna Köln zum Liga-Konkurrenten SpVgg Greuther Fürth. Geld, das scheinbar gut angelegt ist: In Fürth drehte der Franzose sofort auf. Seine beiden Treffer halfen mit, den 0:1-Rückstand gegen Sandhausen noch in einen 3:1-Sieg zu verwandeln.

Die Akte Daniel Keita-Ruel ist für Krösche aber längst geschlossen, eine andere dagegen noch nicht: Streli Mamba . Der Stürmer steht allerdings beim Drittliga-Aufsteiger FC Energie Cottbus noch bis zum 30. Juni 2019 unter Vertrag. Am Sonntag, beim 2:0-Auswärtssieg der Lausitzer gegen den SV Wehen Wiesbaden, erzielte der 24-Jährige beide Treffer. Im vergangenen Jahr in der Regionalliga war er insgesamt 19-mal erfolgreich. Seit Wochen bemühen sich die Paderborner um den Mittelstürmer, bislang erfolglos.

»Streli will zu uns, das ist Fakt«

Das könnte sich jetzt ändern. »Aus Paderborn ist kolportiert, dass er einen Vorvertrag unterschrieben hat«, schob Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz die Personalie zumindest im Hinblick auf die nächste Saison erneut an. »Alles Quatsch«, konterte Krösche: »Erst ab Januar 2019 dürfen wir Verträge machen.« Allerdings bestätigte er den weiterhin engen Kontakt: »Streli will zu uns, das ist Fakt.« So soll sich der Angreifer auch schon gegenüber seinen Teamkollegen geäußert haben.

Doch die Fronten scheinen (noch) verhärtet: Der SCP soll eine Ablösesumme von 500.000 Euro geboten haben, Cottbus lehnt bislang jede Verhandlung ab. Die Zeit läuft allerdings für die Ostwestfalen. Ende August schließt das Transferfenster. Klappt es jetzt nicht, dann wäre Mamba ab 1. Juli 2019 ablösefrei zu haben.

Kommentare

Gelder aus zukünftigen Einnahmen

Ich will auch gar nicht wissen, was Tekpetey gekostet hat...

Vor ein paar Wochen war der SCP nicht in der Lage, seine Rechnungen zu bezahlen (Pacht). Vor 1,5 Jahren waren wir quasi insolvent. Heute wird das Geld aus erhofften zukünftigen Einnahmen verpulvert. Die Agonie des Vereins wird gerade rasant beschleunigt. Und ob teure Spieler und ein großer Kader, der Unzufriedenheit erzeugt, bei aller Qualität am Ende nicht das Gesamtgefüge zerstören, sollte aus den Fällen Stöger über Rafa und Kirch bis Proschwitz beantwortet worden sein.

Auch ein "Notgroschen" hätte uns zukunftssicher gemacht und viele Sorgen der letzten Jahre erspart.

Ich bin bis heute schockiert, wie wir in der komfortabelsten Situation der Vereinsgeschichte alles falsch machen und so die nackte Existenz des Vereins gefährden konnten. Wir haben doch jahrelang zuvor alles richtig gemacht, was uns zum symphatischen Vorbild für ganz Deutschland gemacht hat (ablösefrei verpflichten - teuer verkaufen). Da herrschte wirtschaftliche Vernunft!

Den Rest des Geldes hat man anschließend aus Unzufriedenheit wegen zu hoher Ansprüche und Großmannssucht mit Trainerwechseln verplempert. Oder wie erklärt man den Namen Stefan-"Ich möchte in die erste Liga aufsteigen, sie dürfen jetzt klatschen"-Effenberg?

Nachtrag

Wie kann man sowas machen?
Ein Quasi-Viertligaspieler mit einem Marktwert von 300.000 und einer Größe von 1,77 m bei einem Alter bvon 24 für 500.000 holen??? Sind jetzt alle bekloppt oder haben wir im Lotto gewonnen?

Und wie viele Stürmer wollen wir noch holen? Unser Kader ist viel zu groß und hier wird über Zugänge nachgedacht. Erstmal fünf Leute von der Gehaltsliste - das ist angebracht!

Mal zum Vergleich: als gestandener Zweitligist haben wir 50.000 für Koc bezahlt!

Und auch bei aller Wertschätzung: mit Hüne hat man den gleichen Fehler gemacht wie bei Ndjeng oder Proschwitz. Da hätte ein guter 23-Jähriger besser getan.

Man verliert schon wieder jedes Maß. Klar, man verbrüdert sich ja auch mit den größten Feinden - mit Dreier. Da muss man sich nicht wundern, wenn sich Leute angewidert abwenden. Die Frage ist, wie viele Jahre geht das noch gut? Zwei oder drei?

Man plant mit dem Geld, das man sich aus der Ausgliederung erhofft. Und das wird sofort verbrannt. Wie vor drei Jahren, als man besser investiert hätte, indem der Verein das TNLZ selbst gebaut hätte (Ersparnis von 500000 Pacht pro Jahr!!!) oder in Talente. Das wäre nachhaltig gewesen. Nein, auch da hat man lieber alles kaputt gemacht, indem man Stöger oder Kirch geholt hat.

Und dadurch hat man andere saniert (Spieler und abgebene Vereine, die unser hart erarbeitetes Geld innerhalb von 2 Minuten nachgeworfen bekamen). Wir hingegen haben nur unsere Ausgaben erhöht und innerhalb von 2 Jahren nach dem Satz: "Wir werden nie wieder Schulden machen" die Fast-Insolvenz erreicht.

Und ganz klar: bei sechsstelligen Summen MUSS der Aufsichtsrat unbedingt aufwachen!

Ich habe von meinem kleinen Gehalt jahrelang Dauerkarte, Mitgliedsbeitrag und weitere Zuwendungen bezahlt. Das habe ich nach der verlogenen Veranstaltung am Rathaus, die man noch wenige Wochen vorher ausgeschlossen hatte, sofort beendet. Und es ist nicht verwunderlich, dass Herr Finke genau an dem Tag seinen Rücktritt erklärt hat.

Geld in Funktionärshand verursacht schon immer verbrannte Erde. Mit Geld schadet man dem SCP momentan also eher. ich kann nur jedem raten, jetzt nicht als Sponsor einzusteigen. Dann lieber in 2 Jahren, wenn es auf 100.000 ankommt, um das Überleben zu retten. Jeder Euro heute wird nur sinnlos verbrannt.

Ich bin erschüttert

"Für Erfahrung, Cleverness und ein gutes Stück Abgezocktheit steht zum Beispiel Daniel Keita-Ruel. Monatelang bemühten sich die Paderborner um den 28-Jährigen und waren sich eigentlich auch schon einig, am Ende wechselte der Torjäger für viel mehr Geld von Fortuna Köln zum Liga-Konkurrenten SpVgg Greuther Fürth. Geld, das scheinbar gut angelegt ist: In Fürth drehte der Franzose sofort auf. Seine beiden Treffer halfen mit, den 0:1-Rückstand gegen Sandhausen noch in einen 3:1-Sieg zu verwandeln."

Jetzt sind zwei Tore in EINEM - im ersten von 34 - Spiel Ausweis für einen sinnvollen Transfer???


Naja, jedenfalls bin ich erschüttert. Man hat mehr Schulden als jemals zuvor, ist Aufsteiger und ist bereit zu investieren wie zu keinen Zweitligazeiten zuvor!

Hat man nichts gelernt???

Die 500000 für Ritter waren schon über der Schmerzgrenze. Aber weitere 500000 für Mamba halte ich für ein fatales Signal, bei dem der Aufsichtsrat einschreiten MUSS!!!!

Die erfolgreichsten Jahre hatten wir ohne Geldverschwendung. Die schlimmsten Jahre hatten wir mit Geldverschwendung!

Und was ist das für ein Signal nach außen? Wieder die "anderen Regale"? Da sagen sich abgebene Vereine natürlich: die zahlen jeden Preis. Also schrauben wir die Preise nach oben und machen Kasse.

Es ist zum verzweifeln.

Ich kann Cottbus verstehen

Die Cottbuser sind in der Pleiteliga auf Transfererlöse angewiesen. Da kann ich verstehen, wenn sie lieber Geld verdienen als Spieler ablösefrei gehen zu lassen. Genau aus diesem Grund bringt Wollitz ja plötzlich die 1. Liga und "bessere" Vereine ins Gespräch, weil er genau weiß, dass Paderborn nix zahlen kann und wird. Schon Sven Michel mussten sie ablösefrei ziehen lassen.
Das wirkt ein wenig verzweifelt von Cottbus. Ist es auch.
Trotzdem freue ich mich, wenn Mamba dann nächste Saison zum SCP wechselt.

4 Kommentare

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