Fr., 27.01.2017

Honorarkräfte aus Sicht der Deutschen Rentenversicherung keine echten freien Mitarbeiter Goethe-Institut kündigt Mitarbeitern

Der Standort des Goethe-Instituts in Göttingen.

Der Standort des Goethe-Instituts in Göttingen. Foto: dpa

München/Bielefeld (WB/ca). Das Goethe-Institut hat sich nach Informationen des WESTFALEN-BLATTS in dieser Woche von einem Großteil seiner Mitarbeiter getrennt.

Es handelt sich um die Honorarkräfte , die insgesamt etwa 80 Prozent der Mitarbeiter stellen sollen. Hintergrund ist, dass es sich nach Auffassung der Deutsche Rentenversicherung bei den Honorarkräften nicht um echte freie Mitarbeiter handeln soll und man eine Sozialversicherungspflicht sieht.

Das Goethe-Institut hat den Honorarkräften mitgeteilt, es werde vorläufig keine weiteren Verträge mit ihnen abschließen. Diese Verträge, zum Beispiel für Lehrer, die Deutsch als Fremdsprache vermitteln, haben oft eine Laufzeit von vier Wochen. Vom Goethe-Institut war am Freitag zunächst keine Stellungnahme zu bekommen.

In Nordrhein-Westfalen betreibt das Institut einen Standort in Düsseldorf . Zudem gibt es deutschlandweit weitere Standorte etwa in Dresden, Frankfurt, Freiburg Hamburg und Göttingen.

 

 

Kommentare

Handlungsfenster nutzen!

Liebe Franziska, liebe betroffene Honorarlehrkräfte,

im Bündnis DaF/DaZ-Lehrkräfte haben sich im Mai 2016 mehrere lokale Initativen von DaF-Honorarkräften zusammengeschlossen, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Als wir die Pressemeldungen zum Goethe-Institut lasen, sind wir natürlich sofort tätig geworden, haben eine Pressemitteilung geschrieben und laden alle betroffenen oder solidarischen DozentInnen vom Goethe-Institut ein, sich mit uns zusammen zu organisieren.

Mehr: http://dafdaz-lehrkraefte.xobor.de/f39-Sonderforum-Goethe-Institut.html

Goethe-Institut: Scheinselbständigkeit

Liebe Leser,

ganz wichtig in diesem Kontext ist, dass das Goethe-Institut Frankfurt seine Anzahl and Lehrkräften von etwa 70 auf 14 reduziert hat. Diese verbleibenden 14 sind Festangestellte, von denen einige wenige Jahre vor der Pensionierung stehen. Die Kursteilnehmerzahl belief sich im Januar auf etwa 300 Personen. Der Stand jetzt ist: Das Institut ist nicht in der Lage, diese Kursmenge zu stemmen. Deshalb wurde das Kursangebot auf ein Minimum reduziert. Es wird 4-Wochenkurse geben. Ob es Abendkurse gibt (für die sich im Januar über 200 Teilnehmer angemeldet hatten) steht noch offen. Vielleicht werden auch diese auf ein Minimum reduziert.
Tatsache ist, dass das Goethe-Institut Frankfurt zu einem der größten in Deutschland zählt, das das meiste Geld verdient hat. Damit konnte es andere kleinere Goethe-Institute mittragen. Der Grund, warum es soerfolgreich war, war der überdurchschnittliche hohe Anteil an freiberuflichen Lehrkräften, die dort gearbeitet haben. Diese dürfen nun nicht mehr dort arbeiten.

Sehr vielen Kunden, die bereits Kurse gebucht hatten, musste abgesagt werden. Leider drücken sich die Medien an dieser Stelle sehr vorsichtig aus. Die Realität sieht sowohl für Kursteilnehmer als auch für die "entlassenen" Lehrkräfte fatal aus.

Eine von diesen Maßnahmen betroffene Lehrerin.

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