Mo., 17.07.2017

Heute ist der Welttag des Emoji Bilder statt Worte

Emoji-Fans haben sich in in London, um am Weltrekord für die größte Ansammlung von Menschen mit Emoji-Gesichtern teilzunehmen. Die Aktion fand am Vortag des weltweiten Emoji-Tages statt.

Emoji-Fans haben sich in in London, um am Weltrekord für die größte Ansammlung von Menschen mit Emoji-Gesichtern teilzunehmen. Die Aktion fand am Vortag des weltweiten Emoji-Tages statt. Foto: dpa

Bielefeld (dpa/WB). Smileys, Tiere, Essen, Autos – ohne Emoji geht in Messenger-Apps heute gar nichts mehr. Am 17. Juli wird daher der Welttag des Emojis gefeiert. Angefangen hat alles vor 35 Jahren: Mit :-).

Der Informatik-Professor Scott E. Fahlman nutzte damals an der Carnegie Mellon University in Pittsburgh ein Bulletin-Board. Neben den für solche Plattformen häufigen »Gesucht und Gefunden« Nachrichten oder Aufrufen zu Lerngruppen, gab es natürlich auch Witze oder sarkastische Bemerkungen.

Fahlmans Idee: Die Zeichenfolge :-) sollte als Hinweis dienen, einen Text nicht zu ernst zu nehmen. Doch bereits sein zweiter Vorschlag, :-( als Hinweis auf eine ernst zu nehmende Notiz, bekam schnell ein Eigenleben für Wut oder Trauer.

Schwein bleibt Schwein

Vorschläge für Emojis

Theoretisch hat jeder die Möglichkeit, sein Wunsch-Emoji zu bekommen. Man muss nur das Unicode-Konsortium von der Notwendigkeit überzeugen. Über die Unicode-Emoji-Website www.unicode.org/emoji/selection.html können Vorschläge eingereicht werden. Wichtig hierbei ist die Begründung.

Bis zu den kleinen Bildchen im Messenger-Apps dauerte es dann aber noch einmal: Der Ursprung der Emojis, wie wir sie heute kennen, liegt in Japan. Sie wird Shigetaka Kurita zugeschrieben, der 1999 für eine japanische Kommunikationsfirma die Bilder für Mobiltelefone erfunden haben soll.

Den Weg für die weltweite Nutzung bereitete das Unicode-Konsortium im Herbst 2010, als es Emojis in seinen Zeichensatz aufnahm. Unicode stellt sicher, dass ein verschicktes A auch als A beim Empfänger dargestellt wird – egal, welches Gerät er verwendet oder in welchem Land er ist. Genauso funktioniert es bei Emoji: Lach-Smiley bleibt Lach-Smiley, Schwein bleibt Schwein, Feuerwerk bleibt Feuerwerk. Wie die Symbole aber genau aussehen, entscheiden die Plattformen selbst.

Weniger Missverständnisse

Doch nicht nur als Emotionsmesser halten die Emojis heutzutage her. »Emojis sind mittlerweile ein ganz essenzieller Teil unserer Kommunikation geworden«, sagt Medienpsychologin Sabrina Eimler. Messenger, E-Mails oder soziale Netzwerke: Die Kommunikation wird dadurch deutlich vereinfacht. Und bunter.

Statt einer ausführlichen Beschreibung, wie eine Aussage gemeint ist oder der Verschriftlichung einer Gemütslage sind die Emojis in der Lage, große Konzepte auszudrücken. »Es ist eine Verbesserung, eine Vereinfachung. Wir können dafür sorgen, dass die Kommunikation weniger missverständlich ist«, so Eimler.

Frauen nutzen Emojis häufiger

Daumen vor Liebe

2016 hat auch Facebook neben dem »Gefällt-mir«-Symbol Emojis eingeführt, die Gefühle wie Mitgefühl, Wut oder Freude ausdrücken sollen. Die Erweiterungen des bekannten Like-Buttons wurden. »Liebe« führte die Statistik nach der Einführung laut Sttaistika mit 59 Prozent vor »Wow« mit 27 Prozent an. Auf Rang eins blieb aber weiter der Daumen.

Dabei nutzen Männer und Frauen die Emojis ganz unterschiedlich. Laut einer Studie der William-Marsh-Rice-University (Houston, Texas) versenden Frauen doppelt so häufig Emojis, Männer hingegen nutzen weitaus mehr Smileys aus der Emoji-Palette. Die Universität hatte mehr als 124.000 Kurznachrichten ausgewertet, die von den Probanden innerhalb von sechs Monaten verschickt worden waren.

Die amerikanische Dating-App Clover hat sich indes mit etwa 90 Millionen Nachrichten von circa drei Millionen Usern befasst, um so das Online-Flirtverhalten genauer unter die Lupe zu nehmen : Frauen versenden demnach vor allem Smileys mit einem Lachen oder Augenzwinkern, Männer setzen beim Flirten auf grinsende Emojis oder Blumen.

Abschreckend beim Flirten wirkt laut Clover auf Frauen übrigens das Auberginen-Symbol, während Männer demnach bei weinenden Smileys oder Ringen seltener Antworten.

Triumph oder Empörung?

Warum der 17. Juli?

Warum wurde ausgerechnet der 17. Juli als Emoji-Welttag ausgewählt? Eine Antwort liefert das Kalender-Emoji . Dies zeigt sowohl bei iOS als auch Android-Betriebsystemen diesen Tag an.

Die Symbole vereinfachen zwar die Kommunikation, doch nicht immer haben sie die gleiche Bedeutung. Zum Beispiel: Das »schnaubende« Emoticon steht in Japan für Triumph, in Europa wird es als Ausdruck der Empörung verwendet.

Je nach Kulturkreis werden verschiedene Emojis unterschiedlich häufig genutzt. Laut einer Studie der Tastatur-App SwiftKey werden von arabischsprachigen Menschen Pflanzen und Blumen etwa viermal so oft verwendet als anderswo, während Australier und Franzosen beliebte Klischees erfüllen: Down Under sind die Emojis verglichen mit dem Rest der Welt doppelt so häufig alkoholisch, Franzosen schicken viermal häufiger Herz-Symbole.

Und die Deutschen? Hierzulande ist die Verwendung des Tieres »Maus« auffällig. Der graue Nager wird von Deutschen häufiger verschickt als in andere Kulturkreisen. Ob das am Kosenamen liegt, weiß die Studie leider nicht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5016107?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2509674%2F