Di., 31.10.2017

Professor der Uni Duisburg-Essen soll einen umstrittenen Satz gesagt haben Sympathie mit der RAF?

Gedenkkreuz und Mahnmal am 40. Jahrestag des Attentates auf Hanns Martin Schleye und seine vier Begleiter.

Gedenkkreuz und Mahnmal am 40. Jahrestag des Attentates auf Hanns Martin Schleye und seine vier Begleiter. Foto: Raimond Spekking

Duisburg (WB/ca). Billigt ein Professor der Uni Duisburg-Essen die Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer, der vor 40 Jahren von der »Roten Armee Fraktion« (RAF) ermordet wurde? Oder wollte er nur einen (schlechten) Scherz machen?

Nadine Bendahou, Sprecherin der »Linksjugend NRW« und nach eigenen Angaben Kommunistin, studiert in Duisburg Soziologie. Auf ihrer Facebookseite, die sie unter dem Namen Nadine Bendh betreibt, veröffentlichte sie am 24. Oktober folgenden Text:

»Ich hab vor vierzig Jahren angefangen Soziologie zu studieren, weil ich begeistert von Marx war und dachte, dass mir das Studium Werkzeug an die Hand gibt, um den Kapitalismus zu stürzen. Sie heute sitzen hier nur, weil Sie Arbeit wollen oder sonst nicht wissen, was Sie tun könnten. Trotzdem hoffe ich, dass zwei, drei Leute von Ihnen hier rausgehen und den Präsidenten des Arbeitgeberverbands entführen!«

Hanns-Martin Schleyer (1915-1977) Foto: Reineke, Engelbert/Bundesarchiv

Ein Facebook-Nutzer fragte nach dem Urheber des Textes: »Dein Prof?« Nadine Bendahou antwortete »Ja« und setzte ein rotes Herz dahinter. Auf den Hinweis eines Nutzers, der Professor solle »besser aufpassen, dass ihn niemand anzeigt«, schrieb Nadine Bendahou: »Ich glaub die RAF Anspielung hat kaum jemand verstanden und die Hälfte hört ohnehin nicht zu.« Nadine Bendahou möchte über den Anlass, bei dem das Zitat gefallen sein soll, nichts sagen. Ein Mitarbeiter der Linksjugend NRW teilte dem WESTFALEN-BLATT »im Auftrag von Frau Bendahou« mit, dass keine Stellung bezogen werde. Die Hochschule selbst scheint der Veröffentlichung auf Facebook keine große Bedeutung beizumessen. Eine Sprecherin teilte lediglich mit: »Weder Zitat noch Urheber sind uns bekannt.«

Bisher hat sich nur die Jugendorganisation der AfD zu Wort gemeldet. Carlo Clemens, der Vorsitzende der Jungen Alternative NRW, sprach am Montag von einer »Glorifizierung des Linksterrorismus«.

Bei der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer waren am 5. September 1977 in Köln sein Fahrer und drei Polizisten erschossen worden. Nach 43 Tagen Geiselhaft wurde der 62-jährige Schleyer am 18. Oktober 1977 mit drei Schüssen in den Hinterkopf hingerichtet. Die Identität seiner Mörder ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt.

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