Di., 13.03.2018

Polizeieinsätze auch in Essen, Duisburg, Köln, Bottrop, Gelsenkirchen, Bochum und Wuppertal Razzia bei Rockergruppe »Osmanen Germania« in drei Bundesländern

Polizisten beobachten im Januar 2016 in Neuss ein Treffen der Gruppe »Osmanen Germania« (Symbolbild).

Polizisten beobachten im Januar 2016 in Neuss ein Treffen der Gruppe »Osmanen Germania« (Symbolbild). Foto: dpa

Essen (dpa). Mit Durchsuchungen ist die Polizei in mehreren Bundesländern gegen die türkisch-nationalistische Rockergruppe »Osmanen Germania« vorgegangen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums besteht der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit des Vereins den Strafgesetzen zuwiderlaufen.

In Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg wurden am Dienstagmorgen mehrere Objekte durchsucht. »Bund und Länder zeigen mit den heutigen Maßnahmen, dass wir kriminelle Aktivitäten egal vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund nicht dulden«, erklärte der geschäftsführende Innenminister Thomas de Maizière laut Mitteilung.

41 Objekte durchsucht

Nach Angaben der Polizei in Essen wurden am Morgen in NRW insgesamt 41 Objekte unter die Lupe genommen, gegen 8.30 Uhr liefen die Einsätze noch. Dabei setzte die Polizei teilweise auch Spezialkräfte ein, weil die betroffenen Rocker als gefährlich eingeschätzt würden. Die Durchsuchungen sollten der Aufklärung von Vereinsstrukturen und Aktivitäten dienen. Um die Durchsetzung eines Vereinsverbots gehe es nicht. Die Maßnahmen fanden unter anderem in Essen, Duisburg, Köln, Bottrop, Gelsenkirchen, Bochum und Wuppertal statt. Auch in Hessen und Baden-Württemberg würden Objekte durchsucht, hieß es.

In Hessen durchsuchten die Einsatzkräfte zehn Objekte in Westhessen, Südhessen und Südosthessen, wie das dortige Innenministerium mitteilte. Wie die »Stuttgarter Nachrichten« unter Berufung auf Sicherkreise berichteten, wurden in Baden-Württemberg Objekte in Jettingen bei Nagold, Crailsheim, Mannheim, Gerabronn sowie Räume in den Justizvollzugsanstalten Offenburg und Stuttgart Stammheim durchsucht. Demnach sitzen dort Anführer der Osmanen Germania in Untersuchungshaft.

»Konsequent gegen jedwede Form der Kriminalität«

Der Verein bezeichne sich als Boxclub und gebe vor, Jugendliche von der Straße holen zu wollen, hieß es beim Bundesinnenministerium. Tatsächlich aber liege der Zweck in der gewalttätigen Gebiets- und Machtentfaltung sowie in der Selbstbehauptung gegenüber konkurrierenden rockerähnlichen Gruppierungen. »Mit der Maßnahme zeigen wir einmal mehr, dass unser Rechtsstaat entschieden und konsequent gegen jedwede Form der Kriminalität vorgeht«, wurde de Maizière zitiert.

Die Rockergruppe steht nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Gruppierung vertrete türkisch-nationalistische und rechtsextremistische Positionen.

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