Do., 09.08.2018

Wetterdienst warnt vor Sturmböen von 105 km/h Unwetter: Bahnstrecke zwischen Hamm und Bielefeld gesperrt

Gestrandete Bahnreisende in Bielefeld.

Gestrandete Bahnreisende in Bielefeld. Foto: Christian Müller

Bielefeld/Frankfurt/Höxter/Lübbecke/Halle/Paderborn/Altenbeken (dpa/WB). Orkanartige Böen mit 110 Stundenkilometern: Die Feuerwehr war vielerorts in Nordrhein-Westfalen verstärkt im Einsatz, weil Sturm und Gewitter Schäden verursachten.  Auch in Frankfurt herrschte Chaos.

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Für den frühen Abend rechnete der DWD auch mit orkanartigen Böen im östlichen Westfalen.

Das Unwetter in NRW und darüber hinaus im Überblick:

Streckensperrung in OWL

Die Bahnstrecke Hamm-Bielefeld ist wegen des Unwetters gegen 16.30 Uhr gesperrt worden, teilte die Deutsche Bahn mit. Grund sei eine Überleitungsstörung zwischen Rheda-Wiedenbrück und Oelde. Bäume lagen demnach auf den Gleisen.

»Züge aus Hamm enden/beginnen in Neubeckum. Züge aus Minden enden/beginnen in Bielefeld«, informierte die Bahn.  Reisende mussten stundenlang warten, bis nach fast drei Stunden endlich ein Schienenersatzverkehr mit drei Bussen zwischen dem Bielefelder Hauptbahnhof und Neubeckum zu Stande kam.

Störungen gab es auch auf der Strecke Soest - Altenbeken, wo es infolgedessen zu Teilausfällen kam. Am späten Abend dann ein weiterer Ausfall des Regionalexpresses 6 ab Minden in Richtung Hamm. Auch dort versperrte ein umgestürzter Baum die Weiterfahrt. Mehr Infos hier.

Nicht nur bei der Deutschen Bahn kam es zu Ausfällen und Verspätungen: Vom Unwetter waren unter anderem auch der Warendorfer/Ravensberger Bahn (RB 67/71 der Eurobahn) zwischen Rahden und Bielefeld sowie Bielefeld und Münster betroffen. Mehr dazu hier.

Bahnchaos auch im Norden

Wie die Bahn zudem mitteilte, hatte eine Störung zwischen Wolfsburg und Hannover (Niedersachsen) zu weiteren Ausfällen geführt. Die Bahn: »Aufgrund von Unwettern kommt es insbesondere im Norden Deutschlands zu großen Einschränkungen im Bahnverkehr.«

Für Reisende, die ihre Fahrt nicht mehr fortsetzen konnten, stellte die Deutsche Bahn an mehreren Bahnhöfen wie Dortmund, Hamm, Hannover, Braunschweig oder Berlin Aufenthaltszüge bereit.

Gesperrt waren am Abend zum Beispiel die Strecken Hamburg-Berlin, Hannover-Berlin, Hannover-Osnabrück, Hannover-Hamburg-Kiel, Hannover-Bremen-Norddeich, Osnabrück-Bremen-Hamburg, Hamburg-Stralsund.

Oberleitung in Geseke gerissen

Feuerwehrleute im Kreis Soest mussten zu mehr als 70 Einsatzstellen ausrücken. In Geseke sei eine Oberleitung der Deutschen Bahn gerissen, wie die Feuerwehr mitteilte. Ein mit Diesel beladener Güterzug kam daraufhin im Bereich des Bahnhofes zu stehen. Meldungen, woraufhin der Zug brennen sollte, hätten sich nicht bestätigt.

»Die Anwohner haben die Lage richtig eingeschätzt und erst einmal entsprechend die Feuerwehr alarmiert«, sagte Kreisbrandmeister Thomas Wienecke. Die Strecke sei durch die Deutsche Bahn gesperrt worden.

Orkanartige Böen, umgestürzte Bäume

Orkanartige Böen mit 110 Stundenkilometern: Die Feuerwehr war vielerorts in Nordrhein-Westfalen verstärkt im Einsatz, weil Sturm und Gewitter Schäden verursachten.

 Sturmböen haben am Nachmittag das Dach einer Scheune zwischen Corvey und Lüchtringen abgedeckt. Für die Aufräumarbeiten wurden Kreisstraßen 45 und 46 sowie die Weserbrücke gesperrt.

Auch in Paderborn wurde gesperrt: Hermann-Kirchhoff-Straße.  Dort drohen mehrere Bäume auf die Straße zu stürzen.

In Halle haben ein paar heftige Windböen während des frühabendlichen Gewitterschauers  gleich an mehreren Stellen für herbstürzende Äste und umstürzende Bäume gesorgt.

Die Polizei in Minden-Lübbecke rückte in der Zeit zwischen 17.15 Uhr bis 18.45 Uhr kreisweit zu 25 Einsätzen aus. Vor allem abgebrochene Äste oder umgestürzte Bäume wurden den Beamten der Leitstelle aus dem Kreisgebiet gemeldet. Aber auch umherfliegende Gegenstände, wie zum Beispiel Verkehrszeichen, führten zu Polizeieinsätzen.

Böen mit 110 Stundenkilometern wurden im Bezirk Arnsberg gemessen, 101 Stundenkilometer in Wuppertal. Im Oberbergischen gab es nach einem Sturm rund 30 Einsätze.

Vermisster Betreuer in Frankreich

Nach der Überschwemmung eines deutschen Ferienlagers in Südfrankreich hat die Polizei nach einem vermissten Erwachsenen gesucht. Es solle sich um einen deutschen Betreuer aus dem evakuierten Ferienlager handeln, hieß es von der Gendarmerie. Sein Wohnwagen sei in Saint-Julien-de-Peyrolas am Fluss Ardèche vom Wasser mitgerissen und zerstört gefunden worden.

Einem Sprecher zufolge war die Situation noch unübersichtlich. Die Suche nach dem Betreuer soll Freitag fortgesetzt werden. Die 119 Kinder des Ferienlagers wurden in Sicherheit gebracht.

Regenmengen halten sich in Grenzen

Die einzelnen Regionen des Landes NRW waren laut DWD jeweils kurzzeitig von Unwettern betroffen. Die Warnungen bewegten sich stündlich weiter nach Nordosten. Die Regenmengen hielten sich nach Angaben des DWD mit zehn bis maximal 20 Litern pro Quadratmeter in Grenzen, auch Hagel sei nur vereinzelt aufgetreten.

Blockierte A3

Umgestürzte Bäume haben die Autobahn 3 (Frankfurt-Würzburg) bei Seligenstadt in Hessen blockiert. Die Autobahn wurde am Donnerstagnachmittag in Fahrtrichtung Würzburg komplett gesperrt. Der Verkehr staute sich auf einer Länge von mehr als 20 Kilometern. Einige Fahrzeuge seien durch die Bäume beschädigt worden und müssten abgeschleppt werden, sagte eine Sprecherin. Angaben über Verletzte lagen zunächst nicht vor.

Zwangspause am Frankfurter Bahnhof

Der Zugverkehr am Frankfurter Hauptbahnhof läuft nach einer rund einstündigen Zwangspause wegen eines Unwetters wieder an. Das sagte eine Bahnsprecherin am Donnerstag. Es müsse aber noch längere Zeit mit Verspätungen gerechnet werden. Sowohl der Fern- als auch der Regionalverkehr waren rund um den Hauptbahnhof komplett eingestellt worden.

Gegen 16.30 Uhr wurde der Betrieb wieder aufgenommen.

Frankfurt: Flughafen lahmgelegt

Wegen einer herannahenden Gewitterfront hat der Frankfurter Flughafen am Nachmittag vorübergehend den Flugbetrieb eingestellt. Damit fänden keine Starts und Landungen statt, sagte ein Sprecher des Betreibers Fraport. Die Flugzeuge blieben in der Luft, bis das Gewitter vorbeigezogen sei. Dies sei das normale Vorgehen bei solchen Wetterlagen.

Auch die Bodenabfertigung sei vorübergehend eingestellt worden wegen Blitzschlaggefahr auf dem Vorfeld. Es könne in der Folge zu Ausfällen von Flügen kommen, sagte der Sprecher.

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