Sa., 19.07.2014

Nationalmannschaft Philipp Lahm hinterlässt eine große Lücke

Von Jens Brinkmeier

Ob Joachim Löw beim Frühstück am Montag in Rio das Brötchen aus der Hand fiel, als ihm Philipp Lahm seinen geplanten Rücktritt erläuterte, ist nicht überliefert. Die Begeisterung des Bundestrainers wird sich aber auf jeden Fall in sehr engen Grenzen gehalten haben. Lahm war sein wichtigster Spieler, sein erster Ansprechpartner auch in Taktikfragen und sein verlängerter Arm auf dem Spielfeld – da entsteht eine große Lücke.

Jens Brinkmeier ist Sportredakteur in der Zentralredaktion des WESTFALEN-BLATTES.

Womöglich intensiviert der Trainer nun doch noch mal seine Gedanken bezüglich der Frage, ob er weitermacht. Ja, er habe noch Vertrag bis 2016 (mit Ausstiegsklausel übrigens), aber er müsse mal mit dem DFB-Präsidenten reden, sagte Löw. Die Chefs gehen davon aus, dass er weitermacht. Die Zeichen deuteten darauf hin, aber Lahms Rücktritt reißt auch sportlich eine riesengroße Lücke. Auf den Außenverteidigerpositionen ist Deutschland nicht gerade mit einer Fülle an Weltklassespielern gesegnet. Löw könnte seine neue Motivation aber daraus ziehen, nun ohne Lahm eine Mannschaft zu formen, die den gerade erst errungenen Stempel »bestes Team der Welt« verteidigt. Das wird schwer genug.

Nach zehn Jahren hat sich der Kreis geschlossen

Lahm selbst ist nicht als Bauchmensch bekannt, sein Entschluss reifte über längere Zeit und ist wohl überlegt – unabhängig vom WM-Sieg. Nach zehn Jahren hat sich für ihn der Kreis beim DFB geschlossen, er geht auf dem Höhepunkt. Mehr als Weltmeister geht eben nicht. Und auch am anscheinend immer fitten Münchener gehen zehn Jahre auf allerhöchstem Niveau nicht spurlos vorbei. Auf jeden Fall verdient Lahm Respekt: für seine Leistung, aber auch für seine Entscheidung.

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