Di., 24.06.2014

Kurden Kriegsgewinnler

Von Reinhard Brockmann

Kurden-Präsident Massud Barsani hat Recht: Die Zeit ist reif für einen eigenen Kurdenstaat. Und ja, in den vergangenen zehn Jahren hat die Volksgruppe alles ihr Mögliche getan, um zum Aufbau eines neuen, demokratischen Iraks beizutragen – vor allem haben die »Nordiraker« mehr geschaffen als Sunniten und Schiiten zusammen.

brockmann_reinhard

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Außerdem gibt es innerhalb des zerfallenden Iraks längst eine kurdische Eigenstaatlichkeit. Was noch fehlt? Das sind volle außen- und sicherheitspolitische Souveränität. Und das macht die Sache so gefährlich. Weder die USA noch die Türkei und auch nicht die anderen Anrainer können ein neues Machtzentrum in der ohnehin vor einem großen Krieg stehenden Region wollen. Der geringste Widerstand kommt da noch von der schwächelnden Regierung in Bagdad.

Ein Blick auf die riesigen Siedlungsgebiete der Kurden von Ostanatolien über Syrien bis weit in den Iran zeigt die Sprengkraft der Forderung auf. Vor allem verdeutlicht die Landkarte, welche Weiterungen möglich sind. Schlimmer noch: Kommt es zum Krieg aller gegen Isis, können die Kurden nur gewinnen.

Kommentare

Ein sachlicher und zugleich zutreffender Ausschnitt.

Seit 2001 versucht der Generalstab der USA den Nahen Osten in eine Vielzahl von kleinen ethnischen homogenen Staaten zu spalten. Es ist der "alte" Plan" den Irak in drei Teile aufzuspalten, in einen sunnitischen, einen schiitischen und in einen kurdischen Staat. Das irakische Kurdistan hat erst mit den Schutz der USA und Englands mit den Luftsperrzonen (1991-2003) begomnnen zu existieren. Nach dem Sturz von Saddam Hussein hat es eine starke Autonomie erworben. Das ist eine Grundlage für das durch die USA vorprogrammierte Kurdistan, daß laut der 2001 veröffentlichten Karten auch ein Teil der Türkei mit umschließen soll. Dadurch will Washington nicht nur ihre Feinde, sondern auch ihre Verbündeten sezieren.

2 Kommentare

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