Fr., 27.06.2014

Handball Schlimmer geht's immer

Von Oliver Kreth

Eigentlich dachte der geneigte Handball-Interessent, dass nach dem Verpassen der WM der Tiefpunkt im deutschen Männerhandball erreicht sei. Aber es gibt einen noch immer tieferen Tiefpunkt. Dass die Handball Bundesliga dem HSV doch noch die Lizenz erteilt, ist lächerlich.

Nur zur Klarstellung: Unstrittig ist, dass dem Champions-League-Sieger von 2013 mindestens 4,5 Millionen Euro fehlen, andere Quellen sprechen von fünf. Das ist eine Summe, die die meisten Erstligaklubs gerne als Etat hätten. Und der HSV will das Geld jetzt auf einmal noch bis zum 1. Juli aufbringen? Mit dieser Entscheidung hat das Schiedsgericht in Minden die Möglichkeit beerdigt, eine Lizenzierung seriös durchzuführen.

Und es bleibt weiter spannend. Denn ein paar Fragen sind ja noch zu beantworten: Findet der HSV die Millionen? Was machen die Klubs, die unter dieser Entscheidung leiden? Wird der HSV die nächste Saison finanziell überhaupt überstehen? Und müssen die Hamburger Handballer erneut monatelang auf die Auszahlung ihrer Gehälter warten müssen?

Der deutsche Handball gibt derzeit ein Bild des Jammers ab. Die zwei Geschäftsführer der HBL sollen sich nicht ganz grün sein, bei der Suche nach einem Nachfolger von Martin Heuberger sind persönliche Sympathien mindestens genau so wichtig wie fachliche Kompetenz. Der Karren steckt tief im Dreck – aber so richtig hat es noch keiner kapiert. Es ist wirklich erschreckend: Der derzeitige Tiefpunkt ist noch nicht tief genug, damit der Handball wieder mehr zählt als der Egoismus Weniger.

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