Mi., 02.07.2014

Weniger Verkehrstote Auf den Fahrer kommt es an

Von Wolfgang Schäffer 

Mehr Unfälle – mehr Verletzte und Tote. Diese Gleichung geht längst nicht mehr auf. Gründe dafür gibt es mehrere.

Da ist zum einen die Entwicklung der Fahrzeuge zu nennen. Die Autoindustrie hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten eine Menge getan, um die Gefährte sicherer zu machen. Rückhaltesysteme, Airbags und Karosseriestrukturen, die bei einem Aufprall besser denn je Energie aufnehmen, tragen dazu bei, dass Passagiere viel häufiger als früher einen Unfall unbeschadet überstehen.

Wer schlechter abschneidet, muss einen Imageverlust befürchten

Die Entwicklung in diese Richtung ist zum Teil der Verantwortung der Ingenieure zu verdanken. Gleichwohl aber müssen sich die Hersteller mit ihren Produkten den scharfen Kontrollen von Euro NCAP stellen. 1997 gegründet und mittlerweile von sieben europäischen Regierungen und Automobil- und Verbraucherorganisationen aus allen EU-Ländern unterstützt, testet die Organisation unter anderem auch alle Sicherheitsaspekte der Fahrzeuge und vergibt bis zu fünf Sterne. Die zu erreichen ist das Ziel der Produzenten. Wer schlechter abschneidet, muss einen Imageverlust befürchten. Das ist gut so und kommt vor allem den Verbrauchern zu Gute.

Qualitätsmaßstäbe zeigen Wirkung

Die profitieren allerdings auch von der deutlich verbesserten Unfallmedizin am Ort des Geschehens und in den Kliniken. So verweist die Deutsche Gesellschaft für Unfallmedizin (DGU) nicht ohne Stolz darauf, dass die Sterblichkeit von Schwerverletzten, die nach Unfällen in eine Klinik eingeliefert wurden, in den vergangenen 20 Jahren von 20 auf fast zehn Prozent gesenkt werden konnte. Das ist nicht zuletzt auf die Einführung von standardisierten Qualitätsmaßstäben für die Unfallkrankenhäuser und auch für die Rettungsdienste zurückzuführen.

Wer zu sehr auf die Systeme vertraut, kann die Konzentration verlieren

Diese positiven Entwicklungen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der Unfälle im vergangenen Jahr nochmals gestiegen ist. Und das, obwohl immer mehr Assistenzsysteme und technische Einrichtungen in den Autos eine Entlastung der Fahrzeuglenker bringen sollen. Eine trügerische Hoffnung? Durchaus denkbar! Wer zu sehr auf die Systeme vertraut, kann die Konzentration verlieren oder sich von ihnen ablenken lassen. Das Bedienen des Navigationsgeräts während der Fahrt ist genauso gefährlich wie das Telefonieren ohne Freisprechanlage.

Letztlich kommt es auf den Fahrer an

Einerlei wie viele Assistenten im Pkw auch installiert sind – um die Spur zu halten, den Abstand zu wahren, im Notfall eigenständig zu bremsen – letztlich ist und bleibt es vorerst immer noch der Fahrer, auf den es ankommt, der den drohenden Crash vermeiden kann und der auch eindeutig die Verantwortung trägt. Die technischen Systeme können bislang die Folgen eines Unfallgeschehens zwar abschwächen, in den seltensten Fällen aber wirklich verhindern. Wird das beherzigt, kann sich trotz eines höheren Verkehrsaufkommens die Zahl der Unfälle in Zukunft reduzieren.

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