Mi., 07.10.2015

SC Paderborn Gellhaus hatte keine Chance

Markus Gellhaus während des 0:3 des SC Paderborn bei Greuther Fuerth am 23. September.

Markus Gellhaus während des 0:3 des SC Paderborn bei Greuther Fuerth am 23. September. Foto: Besim Mazhiqi

Von Peter Klute

Zu weich, keine Ausstrahlung, ein typischer zweiter Mann: Mit diesen Vorurteilen der Öffentlichkeit trat Markus Gellhaus im Juni die Nachfolge von André Breitenreiter als Cheftrainer beim SC Paderborn an – und hatte eigentlich vom ersten Tag an keine Chance. Erschwerend kam hinzu, dass der Präsident die Erwartungen ohne Not in die Höhe schraubte. »Markus Gellhaus kennt sich mit Aufstiegen aus, das ist eine gute Voraussetzung«, sagte Wilfried Finke bei der Vorstellung.

Eine kühne Aussage, denn erstens hatte Gellhaus die Erfolge an der Seite von Jos Luhukay errungen, zweitens waren die Voraussetzungen dafür nicht gegeben. Denn die personellen Planungen zogen sich bis zum 31. August hin. 15 Spieler verließen schließlich den Verein, zwölf kamen. An alledem traf Gellhaus keine Schuld. Er nahm es hin und verhielt sich loyal. Einzelne Versuche seinerseits, sich zu wehren und Dinge ins rechte Licht zu rücken, ließ der SCP gar nicht erst zu. So wurde dem Trainer ein bemerkenswertes Zitat in einem Interview mit dieser Zeitung (»Bei meinem Amtsantritt wurde mir versprochen, dass keiner mehr geht«) auf Anweisung des Vereins gestrichen.

Neben schmerzhaften Abgängen, allen voran von Mario Vrancic und Kapitän Uwe Hünemeier, wollten sich zudem einige übrig gebliebene Absteiger wie Süleyman Koc, Moritz Stoppelkamp und Rafa López nicht mit der 2. Liga anfreunden und verweigerten zum Teil die Leistung. Ob ein anderer Trainer dieses Trio besser motivieren kann, wird die Zukunft zeigen. Was sich Gellhaus bei allem Sachverstand und aller Akribie – neben fehlenden Resultaten – vorwerfen lassen muss: Er konnte der Mannschaft kein Gesicht und keine Struktur geben. Ratlos, hilflos, ideenlos, leblos: So präsentierte sich der SCP über weite Strecken. Davon gab es nur sporadisch Ausnahmen. Es war keine Entwicklung zu sehen, keine Einheit. Negative Krönung war die Vorstellung in Duisburg. Nach dem 0:1 beim bis dato sieglosen Schlusslicht musste Finke reagieren, die Entlassung seines »Wunschtrainers« ist aber besonders auch für ihn eine ganz bittere Niederlage.

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