Di., 05.01.2016

Übergriffe in Köln Wenn der Staat zu lange wegsieht...

Die schockierenden Übergriffe auf Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht haben Abscheu und Empörung sowie Kritik an der Polizei ausgelöst.

Die schockierenden Übergriffe auf Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht haben Abscheu und Empörung sowie Kritik an der Polizei ausgelöst. Foto: dpa

Von Hagen Strauß

In den 1990er Jahren machte es New York vor. Die US-Metropole hatte damals ihre Kriminalitätsbekämpfung reformiert. Erfolgreich. Die Behörden hatten aus der Theorie der zerbrochenen Fensterscheiben ein Null-Toleranz-Konzept entwickelt.

Die Theorie besagt, dass die Abwärtsspirale bereits dann beginnt, wenn man Schmierereien oder Vermüllung nicht entgegentritt. Dann macht sich irgendwann auch schwere Kriminalität breit. Zur Wahrheit gehört, dass diese These nicht unumstritten ist und in New York Sprayer oder Schwarzfahrer mit derselben Härte verfolgt wurden wie Gewaltverbrecher oder Drogendealer. Angemessen war das nicht. Doch im Kern wird beschrieben, was nun auch in der Silvesternacht in Köln und anderswo zu erleben war.

Rechtsfreie Räume

Wenn sich der Staat aus dem öffentlichen Raum zurückzieht, wenn er sein Gewaltmonopol in Form von Polizei nicht zeigt und anwendet, dann führt dies zu rechtsfreien Räumen und kriminellen Auswüchsen. Das hat sich in Köln gezeigt. Die Ahnungslosigkeit und Überraschung, die die dortigen Behörden nach den Vorfällen an den Tag gelegt haben, sprechen Bände. Allerdings ist Köln kein Einzelfall. In vielen Großstädten gibt es solche Orte.

Kein Einzelfall

Vor wenigen Monaten wurde beispielsweise über den Görlitzer Park in Berlin diskutiert, in dem Hunderte Drogenhändler unbehelligt aktiv waren. Auch hier hatte der Staat samt seiner Behörden zu lange weggesehen, war zu lange tolerant und nachgiebig gewesen. Nur mühsam gewann er die Kontrolle zurück.

Deutschland erlebt schon länger einen Autoritätsverlust staatlicher Institutionen. Nicht nur, aber auch durch Migranten, die sich schlecht benehmen. Das Wort des Lehrers zählt für Schüler und manche Eltern nicht mehr. Mitarbeiter des Arbeitsamtes und der Sozialbehörden werden bepöbelt und beschimpft. Die tätlichen Angriffe auf Polizeibeamten, Feuerwehrleute, sogar Rettungssanitäter haben ungeahnte Dimensionen erreicht. Zugleich steigt die Gewaltbereitschaft bei Hooligans, Links- und Rechtsradikalen.

Der Zusammenhalt in der Gesellschaft hat stark nachgelassen. Ängste, Sorgen und Unfrieden wachsen, werden aber auch geschürt. Das ist Deutschland 2016. In Zeiten, in denen eine Gesellschaft aufgrund des enormen Flüchtlingsansturms sich neu finden muss, ist das extrem gefährlich.

Bürger brauchen handlungsfähigen Staat

Die Bürger wollen und brauchen einen starken, handlungsfähigen Staat; einen, der sie schützt und dafür sorgt, dass sie unbehelligt am Tag oder in der Nacht über den Kölner Domplatz spazieren können. Dazu gehört Personal, konsequentes Vorgehen und Konsequenz im Denken. Wie damals in New York. Hier liegt die Verantwortung der Politik.

Und auch das muss gesagt werden: Dazu gehört, die weitere Zuwanderung rasch zu regeln. Ansonsten wird die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen kaum gelingen – und neue Probleme werden erzeugt.

Kommentare

Reale Beschreibung, aber warum nicht über die Ursachen sprechen: Seit Jahren hat Angela Merkel keine Vision für Deutschland, nur die Konzerne unterstützen, und "die schwarze Null" erreichen, d.h. nicht die Zukunft vorbereiten: Die Bundesregierung spart überall, obwohl Deutschland steinreich ist, deshalb herrscht Chaos und Personalmangel in den Bundesbehörden: Nicht mal genügend Polizisten um die Grenzpunkte zw. Österreich und Deutschland zu kontrollieren,dann sind die anderen Grenzen total offen. In der deutschen Geschichte haben wir Personen gehabt, mit Weitblick: Bismarck, Helmut Schmidt,... die leiteten, hatten ein Ziel. Wir brauchen sofort eine Führungspersönlichkeit, die dank der jetzigen Finanzkraft des Landes, alles neu organisieren muß (der sofortige Stopp des Migrantenzustroms ist selbstverständlich). Zuerst im Inland: Demographie der Mittelschicht stützen (Bsp : Kindergarten kostenlos bis 18 Uhr), Investition in die Infrastruktur, Erhöhung der Ausgaben der Bundesbehörden (und nicht mehr die Kosten auf die Gebietskörperschaften schieben), Sanierung der Städte und Länder die Pleite sind… Dann in Europa: Z.B. Vereinheitlichung der MwSt. um Steuerhinterziehung zu vermeiden, was Mrd. Steuern bringen würde, Pflicht hohe Beträge mit Überweisung zu zahlen (existiert schon im Ausland, dann wäscht ganz Europa sein Schwarzgeld in Deutschland !),… sonst könnte Europa bald wieder verschwinden.

Das wird noch schlimmer..

Nachdem schon mehrere Jahre der Zivilschutz in Form von Privatpersonen, Polizei, Bundeswehr usw diese Hetzjagd auf den Straßen betreibt, ist es immer schlimmer geworden,
Hunderttausende die täglich auf den Straßen alles und jeden jagen die verdächtig erscheinen, Polizeiautos werden von Privatpersonen gefahren, Autokennzeichen der Polizei (NRW....) werden an Privatautos montiert (selber gesehen)..wie lustig!
Wahrscheinlich sind die meisten Täter auch noch über die Kommunen beschäftigt und werden vom Staat bezahlt.
Das Volk hat aber richtig Spaß: gutbezahlte Jobs, eine Arbeit die richtig Freude bereitet, Adrenalin pur, alle lächeln und sind gut drauf, ist doch prima...
Die paar Nebeneffekte wie Brandstiftungen, Raubüberfälle, erschossenen Menschen, Anschläge auf Flüchtlingsheime, Sabotage bei der Bahn, Sachbeschädigungen ohne Ende.......wen stört's, ist ja der eigene Hintern nicht betroffen...
Wer soll die Deutschen denn noch ernst nehmen bei diesem Kasperletheater.....
Keiner darf darüber reden? Warum wohl? Besser kann der Staat ja nicht vertuschen!
Da gibt man jedes Jahr Milliarden aus für diesen Unsinn und ich frage mich wofür eigentlich?
Schade, das Volk gehört längst auf die Straße, aber leider nicht so...

Sehr treffend

Hier gibt es nichts mehr hinzu zufügen.

3 Kommentare

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