Mi., 19.10.2016

Kommentar zu »Reichsbürgern« Neue Dimension

Ein Polizist geht in Georgensgmünd vor einem Haus entlang, in dem dern 49-Jährige Angehörige der »Reichsbürger«-Bewegung bei einer Razzia auf Polizisten geschossen hatte.

Ein Polizist geht in Georgensgmünd vor einem Haus entlang, in dem dern 49-Jährige Angehörige der »Reichsbürger«-Bewegung bei einer Razzia auf Polizisten geschossen hatte. Foto: dpa/Nicolas Armer

Von Christian Althoff

Lange haben viele Menschen, auch bei Polizei und Justiz, die sogenannten Reichsbürger als Spinner abgetan. Und tatsächlich kann man diesen Eindruck gewinnen, wenn man die ellenlangen Texte liest, die sie an Behörden schicken, faxen und mailen. Die Bundesrepublik gebe es nicht, schreiben sie und folgern, alle Handlungen deutscher Behörden seien Unrecht.

Die Papierflut ist lästig, aber nicht gefährlich. Gefährlich ist, dass es unter den »Reichsbürgern« Menschen mit dem Hang zu Schusswaffen gibt – ganz gleich, ob diese legal gekauft oder auf dem Schwarzmarkt organisiert wurden.

Ein »Reichsbürger«, der das Feuer auf Polizisten eröffnet – das ist eine ganz neue Dimension. Spätestens seit gestern ist klar: Nicht alle »Reichsbürger« sind harmlose Spinner. Verfassungsschutz und Polizei sind gefordert, so schnell wie möglich jeden einzelnen soweit zu durchleuchten, wie es die Gesetze zulassen. Dass es hier und da Verflechtungen zwischen »Reichsbürgern« und Neonazis gibt, lässt diese Überprüfung noch dringender erscheinen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4380512?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F