Mo., 27.03.2017

Kommentar zur Interrail-Idee Soziale Realität

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Detlef Drewes

Die Idee hatte Charme: ein Interrail-Ticket für jeden EU-Bürger, der 18 Jahre alt wird. Freies Reisen per Bahn durch alle Mitgliedstaaten. Das klang einfach, überzeugend und nebenbei auch unkompliziert. Eben so ganz und gar nicht nach einem Produkt aus dem Hause EU.

Was nun herausgekommen ist, erscheint wie das Gegenteil: bürokratisch, kompliziert, mit zusätzlichen Bedingungen überhäuft. Also typisch EU. Dabei hätten die Väter dieser Initiative wissen können, ja sogar müssen, dass sie mit ihrem Vorschlag der Öffentlichkeit einen Floh ins Ohr setzen würden, der nur zur erneuten Frustration führen würde.

Die EU hat keine eineinhalb Milliarden pro Jahr, die irgendwo rumliegen. Viel wichtiger war aber von Anfang an ein anderer Einwand: Wahre Chancengleichheit für alle Jugendlichen gibt es gar nicht. Auch wenn Brüssel jedem jungen Bürger einen Interrail-Pass in den Briefkasten gesteckt hätte, wären nicht alle in der Lage gewesen, ein solche Reise zu unternehmen.

Die gute Idee ist nicht von der Verwaltung, sondern von der sozialen Realität entzaubert worden.

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