Sa., 01.04.2017

Kommentar zur EU und dem Brexit Londons Zeit kommt

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Detlef Drewes

Donald Tusk wollte vor allem eines erreichen: Nach innen und außen sollten die Handlungsfähigkeit und die Entschlossenheit der 27 EU-Mitgliedstaaten dokumentiert werden. Brüssel möchte klarmachen, dass man die Regie bei dem nun anstehenden Vollzug der Trennung von London in der Hand behält.

Premierministerin Theresa May wird darauf verzichten müssen, erste Brexit-Versprechen schnell und spürbar zu erfüllen. Denn wenn London tatsächlich die Zuwanderer ausweisen und den Unternehmen die Rote Karte zeigen würde, dürfte sie einen Ansehensverlust riskieren, der nicht nur zu heftigem Streit, sondern auch zum Vertrauensverlust bei Anlegern führt. Bevor ein Immigrantenstopp wirksam werden kann, vergehen Jahre. Und bis das Vereinigte Königreich wieder autonom über seine Gesetze bestimmen kann, auch.

Die EU scheint begriffen zu haben, dass ihr wichtigstes Kapital die Geschlossenheit ist. Doch es gibt Bruchstellen, die ihre Belastungsprobe bestehen müssen, wenn London beginnt, seine Beziehungen zu regeln. Dann wird es nämlich Lockrufe geben, die für einige EU-Familienmitglieder durchaus reizvoll sein könnten.

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