Di., 09.05.2017

Kommentar zu »Söhne Mannheims« Dummheit ist schade

Xavier Naidoo.

Xavier Naidoo. Foto: dpa

Von Matthias Meyer zur Heyde

Was immer Xavier Naidoo singt, mag technisch okay sein – inhaltlich ist es haarsträubend peinlich. Das ehemalige Badehosenmodel scheint in seinem Leben kein belastbares Zentrum finden zu können.

Ob Religion, Gesellschaft oder Politik: Was Naidoo beim Smartphonewischen liest, verdampft er zu lauwarmen Kirchentagsscheibletten (»Nicht von dieser Welt«; 1998) und privaten Reichspogromsongs gegen den »Baron Totschild« (in »Raus aus dem Reichstag«; 2009).

Für seinen »Marionetten«-Rap hat sich der »Prediger, dem die Mütze brennt« (der »Rolling Stone« über Naidoo) umgehört, was die Leute seines intellektuellen Zuschnitts über unsere Politiker raunen. Hanns Dieter Hüsch hat schon vor Urzeiten das Ergebnis als Verniederrheinisierung beklagt: Diese Leute haben null Ahnung, können aber alles erklären. Und so ist für die »Marionetten« ein Text von erbarmungswürdiger Schlichtheit entstanden.

Dummheit ist schade, aber erlaubt. Wenn sie jedoch in Hetze ausartet, wird’s ungemütlich. Dennoch wird man die »Marionetten« nicht verbieten müssen: Demokraten halten auch Xavier Naidoo aus. Nur kaufen – kaufen muss man seinen Schrott nicht.

Kommentare

Der Begriff Dummheit scheint mir im Zusammenhang mit Xavier Naidoo noch sehr moderat gewählt.

1 Kommentare

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