Mo., 15.05.2017

Pro und Contra zur Motivationsrede von Arminias Co-Trainer Rump – Was meinen Sie? »25.000 sind da draußen und warten, dass ihr gleich explodiert«

Emotional und lautstark motiviert Carsten Rump die Arminen-Spieler in der Kabine vor der Partie gegen Braunschweig.

Emotional und lautstark motiviert Carsten Rump die Arminen-Spieler in der Kabine vor der Partie gegen Braunschweig. Foto: Screenshot

Vor dem Zweitligaspiel des DSC Arminia Bielefeld gegen Eintracht Braunschweig (6:0) hat DSC-Co-Trainer Carsten Rump die Mannschaft lauthals in der Kabine motiviert. In der Redaktion haben wir Stimmen, die die Rede, die im Netz zum viralen Hit geworden ist, gut und weniger gut finden. Wie beurteilen Sie die außergewöhnliche Kabinenansprache auf der Bielefelder Alm?

Pro 

Von Lars Rohrandt

Da hat Carsten Rump in der Kabine ordentlich einen rausgehauen. Er schreit, seine Stimme bebt. Der Co-Trainer macht die Arminen-Spieler heiß, wie ein Duracell-Hase wirbelt er durch die Kabine: »25.000 sind da draußen und warten, dass ihr gleich explodiert!«

Das Abstiegsgespenst spukt auf der Alm. O schwarz-weiß-blaue Leidenschaft, wo zu oft das Leiden groß geschrieben wird.

Der Druck war hoch vor dem Spiel und ist es noch: Vor einem euphorisiertem Publikum spielt Arminia wie entfesselt und siegt völlig unerwartet 6:0. Das Abstiegsgespenst war mindestens so erschrocken wie die Eintracht. Und »Rumpi« hat seinen Anteil.

Mit Blick von Montag ist die Motivationsrede von Sonntag ein wichtiges Puzzle-Teil eines denkwürdigen Spiels, das in die an Dramatik nicht arme Geschichte der Arminia eingeht.

Doch zum Klassenerhalt fehlt mindestens noch ein Schritt. Sollte der glücken, wird die Rede der kultige Höhepunkt des Abstiegskampfes 2017 sein. So packt ein Trainer seine Spieler bei der Ehre: »Ihr müsst mir jetzt ein Versprechen leisten, dass ihr für eure Familie alles gebt.« Und nicht jedes Wort muss im Nachhinein auf die Goldwaage gelegt werden.

Fußball ist Leidenschaft, und Leidenschaft können die Arminen, ob Fan oder Spieler, garantiert wieder am Sonntag erleben. In Dresden, beim nächsten Abstiegskampf.

Contra

Von Andreas Schnadwinkel

Was in der Kabine geredet wird, bleibt in der Kabine. Normalerweise. Das Video von Carsten Rumps Motivationsrede vor Arminias 6:0 gegen Braunschweig ist das, was man einen viralen Hit nennt. Ob der Inhalt für die Öffentlichkeit bestimmt war, ist fraglich. Eigentlich sollten das Filmchen nur die Spielerfrauen bekommen. Dann tauchte es bei Youtube und Facebook auf.

»Wenn ihr nach Hause geht, könnt ihr den ganzen Müll bei euren Frauen, euren Kindern und euren Freundinnen abladen.« Als Familienberater hätte Co-Trainer Carsten Rump keine guten Berufsaussichten. Nun weiß man, wie im Fußball motiviert wird – und dass es dabei nicht jugendfrei und auch nicht politisch korrekt zugeht.

Profifußball taugt in keiner Weise als Vorbild. Und deswegen sollte man hier auch nicht mit Pädagogik kommen. Rumps Rede ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass hier Dinge aus dem Allerheiligsten einer Fußballmannschaft in die Öffentlichkeit geraten. Wer so ein Video per Whatsapp verbreitet, und mag der Kreis auch nicht mehr als 20 Personen umfassen, geht das Risiko der Verbreitung in sozialen Medien ein.

Kommentare

und wenn er in Dresden dann die Bilder der Angestellten zeigt die bei einem Abstieg ihren Arbeitsplatz verlieren sollte das den nächsten Motivationsschub bringen. Denn wir wissen alle, daß die Spieler weiterziehen wenn der Klassenerhalt nicht erreicht wurde, die Angestellten der Geschäftsstelle aber nicht.

Interna

Mit der Distanz meiner Rechner- Oberfläche wirkt das Ganze aufgesetzt, aber wenn es hilft....

Natürlich müssen solche Dinge in der Kabine bleiben. Allein der Gedanke, es filmen zu lassen, zeugt von einer gewissen Hybris. Und daß die mit dem Video Beglückten dies anscheinend weitergeleitet haben, spricht eigentlich auch Bände. Bzw. Dateien. :-)

https://wordpress.com/post/ballblog.wordpress.com/4610

So issses

Man sieht - und hört in diesem Fall auch - eben immer wieder, dass Rumpi ein echter Armine ist. So eine Ansprache bekommt man nur hin, wenn man selbst mit dem vollen Herzen dabei ist. Rumpi könnte auch bei uns auf der Süd stehen. Danke für diese Ansprache und auch ein Danke an die Mannschaft. Die hat mich in dieser Saison allerdings zu oft enttäuscht, als das ich nun Alles einfach vergessen kann. Dazu ist der Klassenerhalt notwendig, danach kann ich auch mal wieder applaudieren.

Gebe Contra Recht

Gebe Andreas Schnadwinkel vollkommen Recht . Kabineninterna gehören nicht in die Öffendlichkeit .
Trotzdem sieht man die Motivationskünste von Rumpi .Er kommt an die Mannschaft ran .
Mit gleicher Einstellung kommt auch ein Sieg in Dresden .
Rechter Verteidiger Lang . Sonst die Anfangsaufstellung so belassen .
Ihr müsst weiter an euch glauben .

Weiter so!

So eine Ansprache ist super. Die packt die Jungs mal so richtig bei der Ehre. Das zieht, man hat's gesehen. Jeder hat sich zerrissen. So was geht natürlich nicht jede Woche. Aber für diesen Moment hat alles genau gepasst. Jetzt ist das Selbstvertrauen da, darf aber nicht zur Überheblichkeit führen. Bei den Dynamos geht es nur über den Kampf. Ich habe die Hoffnung, das die Dynamos sicher und unverletzt in den Urlaub wollen und versuchen es spielerisch zu lösen. Das wird aber gegen bissige Arminen nicht ausreichen. Also 1 bis 3 Punkte für uns. Und somit der Klassenerhalt. Auch wenn wir nochmal ran müssen.

5 Kommentare

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