Mo., 22.05.2017

Kommentar zum Klassenerhalt des DSC Der Dank gebührt Saibene

Jeff Saibene jubelt.

Jeff Saibene jubelt. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Auf den Punkt brachte es Julian Börner: »Es war eine Scheißsaison. Und wir haben keinen Grund, uns auf die Schultern zu klopfen.« Der Innenverteidiger hatte zuvor Tränen der Freude vergossen, nachdem er selbst mit seinem Treffer zum 1:1 für großen Jubel im Bielefelder Lager gesorgt hatte.

Trotz einer bis Mitte März miserablen Saison hat der DSC am Sonntag tatsächlich noch die Rettung geschafft. Ohne den Umweg Relegation. Das ist ein Grund zum Feiern und auch ein Anlass für Freudentränen. Klar ist: Der größte Dank gebührt Jeff Saibene. Seitdem der 48-Jährige aus Luxemburg ein Armine wurde, ging es aufwärts. Erst nicht so recht in der Tabelle, am Ende aber doch entscheidend. Alles andere als die Unterschrift unter einen neuen Vertrag noch in dieser Woche wäre eine Riesen-überraschung.

Aber so töricht, diesen Coach nicht zu binden, wird kein Arminia-Verantwortlicher sein. Nach vielen Fehlern, besonders bei der Auswahl der Trainer, ist Jeff Saibene, der No-Name, der vom FC Thun nach Ostwestfalen kam, als absoluter Glücksgriff zu bezeichnen. Von zehn Spielen unter seiner Regie ging nur eins verloren (in letzter Minute gegen Stuttgart). Saibene hat der Mannschaft Selbstvertrauen zurückgegeben und ihr gezeigt, dass sie auch Fußball spielen kann.

Die Leistung dieses Fußballlehrers ist gar nicht hoch genug einzuschätzen. Diesen Volltreffer darf sich Sport-Geschäftsführer Samir Arabi an die Fahnen heften. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Arabi vor der Saison bei Rüdiger Rehm komplett daneben lag. Nachdem viel zu lange an Rehm festgehalten wurde, wollte Arabi bekanntlich Maik Walpurgis holen. Der Aufsichtsrat war dagegen, Jürgen Kramny kam, die Talfahrt ging weiter.

Saibene war die letzte Patrone – sie saß. Wie Interimstrainer Carsten Rump packte Saibene die Mannschaft offenbar richtig an. Man darf aber auch noch einmal fragen, warum manche Spieler unter Rehm und Kramny nicht solche Leistungen abriefen wie unter Rump und Saibene. Eine andere Einstellung hätte vermutlich dazu geführt, dass nicht bis zum letzten Spieltag gezittert hätte werden müssen.

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