Do., 01.06.2017

Kommentar zu Studenabbrechern Inflationäre Bestnoten

Symbolbild.

Symbolbild. Foto: dpa

Von Christian Althoff

An Universitäten brechen 32 Prozent der Studenten ihr Studium ab , an Fachhochschulen 27, in naturwissenschaftlich-mathematischen Studiengängen sind es sogar noch viel mehr.

Der Veröffentlichung dieser Zahlen muss jetzt eine tiefgehende Analyse durch Bildungsverantwortliche folgen. Die Begründung, viele junge Menschen wüssten eben noch nicht genau, für was sie sich interessierten, greift zu kurz.

Vielleicht stimmt sie auch gar nicht. Denn ein Abiturient, der sich für Physik oder Chemie einschreibt, tut das wahrscheinlich kaum aus dem hohlen Bauch heraus, sondern ganz bewusst.Möglicherweise beginnt das Problem ja nicht erst an den Unis. War früher ein Abitur mit einer Eins vor dem Komma eine Seltenheit, ist das heute nichts Besonderes mehr. Die Traumnote 1,0 gab’s 2002 in Berlin 17 Mal, zehn Jahre später 234 Mal – bei annähernd gleicher Schülerzahl. Das nährt den Verdacht, dass die Anforderungen an den Schulen sinken. Wenn gleichzeitig die Universitäten ihr Lehrprogramm stur durchziehen, ist der massenhafte Studienabbruch programmiert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4896313?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198306%2F2269031%2F